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Grimma Sonderprägung vergoldet 750-Jahr-Feier in Colditz
Region Grimma Sonderprägung vergoldet 750-Jahr-Feier in Colditz
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14:10 19.05.2015
Aus reinem Gold oder Silber sind die 750 Sondermedaillen anlässlich des Colditzer Stadtjubiläums. Stolz präsentiert von Bürgermeister Matthias Schmiedel (l.) Michéle Wirth von der Volks- und Raiffeisenbank Muldental und Michael Knippschild vom Hersteller EuroMint aus Bochum. Quelle: Thomas Kube

Es sind vielleicht die ersten für Colditz geprägten Medaillen. Eigene Münzen hatte die Stadt, in der zudem das Geburtshaus des Begründers der Numismatik, Johann David Köhler (1684 - 1755) steht, indes schon früher. Kurfürstin Sophie, die 1603 ihren Witwensitz nach Colditz verlegte, besaß laut Schmiedel das Münzrecht. Der Sophiendukat, eine 3,4 Gramm schwere Goldmünze, wurde erstmals zu Weihnachten 1616 geprägt und war den Kindern Sophies gewidmet. Ursprünglich gab es deshalb die Überlegung, eine Replik herzustellen. "Aber es ist schwer, ohne historisches Hintergrundwissen eine Verbindung zur 750-Jahr-Feier zu knüpfen", so Knippschild.

Und so wurde eine speziell auf das Stadtjubiläum zugeschnittene Medaille entworfen. Die Vorderseite, das Avers, zeigt das Schloss, ergänzt mit der Umschrift "750 Jahre Schlossstadt Colditz" und den auf das Jubiläum verweisenden Jahreszahlen 1265 -2015. "Das Schloss ist nicht nur ein grandioses Motiv, zusammen mit dem Schlossberg ist es auch sehr flächenfüllend", schwärmte der Bochumer Experte. Auf der Rückseite, dem Revers, prangt das Stadtwappen, eine gemauerte Burg mit offenem Tor und drei gezinnten Türmen, über dem mittleren ein Schild mit einem aufgerichteten Löwen. "Das, wofür früher ein Graveur 40 Arbeitsstunden gebraucht hätte, wird heute maschinell gemacht und hat auch den Vorteil, dass viel feinere Linien möglich sind", sagte Knippschild. Den Ausgang bildete demnach ein Foto, von einer Grafikerin in eine Reinzeichnung und rechnerunterstützt auf einen Stahlblock übertragen. Die Münzen, 30 Millimeter im Durchmesser und 8,5 Gramm schwer, werden schließlich mit einer hydraulischen Presse hergestellt und zwar unter Reinraumbedingungen. Und das nicht ohne Grund, denn sie sind aus Feinsilber beziehungsweise Feingold. "Und in polierter Platte ausgeführt, das ist die höchste Prägequalität", erklärte Knippschild.

Die Auflage ist limitiert und orientiert sich, dem Jubiläum entsprechend, an der 750: "Es werden nicht mehr als 700 Silber- und 50 Goldmünzen hergestellt", informierte Knippschild. Von der Silbervariante sind bereits 150 Stück geprägt worden. Die Goldstücke hingegen sind nur auf Bestellung erhältlich, um bei nicht so großer Nachfrage unnötige Kosten fürs Prägen und Wiedereinschmelzen zu vermeiden. Die silberne Variante gibt es schon für 45 Euro, während man für die Goldmünze 950 Euro berappen muss. Der Materialwert macht dabei, je nach Goldpreis, nur 50 bis 60 Prozent des Preises aus. "Die Medaillen sind Liebhaberstücke", sagte Knippschild. "Wer ein Anlageprodukt sucht, der kauft einen Goldbarren."

Die Idee zu dieser Sonderprägung stammt im Übrigen nicht von der Stadt. "Wir haben ein recht gutes Archiv und eine Rechercheabteilung für solche Jubiläen", schmunzelte Knippschild. Also sei EuroMint, wo rund 100 Sonderprägungen pro Jahr ausgeführt werden, auf Tourismusverein Colditzer Muldenland und Stadt zugegangen und habe offene Ohren gefunden. "Es ist ein gutes Geschäft für beide Seiten", meinte Schmiedel. "Wir können etwas Niveauvolles anbieten und müssen unseren Etat fürs Stadtfest trotzdem nicht angreifen."

Der Vertrieb liegt - zusammen mit der Touristinformation - bei der VR-Bank, zugleich ein sicherer Aufbewahrungsort. Was gut passt: "1858 stand mit dem Kreditverein in Colditz die Wiege der VR-Bank", klärte Michèle Wirth vom Marketing des Geldinstitutes auf. "Deshalb lag uns viel daran, uns in das Jubiläum einzubringen." In der Colditzer wie auch allen anderen VR-Geschäftsstellen liegen zudem Flyer zu den Medaillen aus, angesichts der erwarteten internationalen Gäste in Deutsch und Englisch.

"Erste Anfragen gibt es bereits", berichtete Schmiedel. Und scherzte: "Sollten zum Fest vom 24. April bis 3. Mai bereits alle Medaillen über den Tisch gegangen sein, vertrösten wir eben auf die 800-Jahr-Feier im Jahr 2065."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.03.2015
Ines Alekowa

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