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Grimma Sonnenbrand-Alarm: Obstbauern sprühen Äpfel mit Schutzmilch ein
Region Grimma Sonnenbrand-Alarm: Obstbauern sprühen Äpfel mit Schutzmilch ein
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00:41 09.07.2015
Thomas Seidel, Geschäftsführer der Leisniger Obstgarten GmbH, begutachtet die Äpfel nach den vergangenen "heißen Tagen". Gegen möglichen Sonnenbrand hat das Unternehmen eine Art Sonnenmilch mit Kaolinpartikeln ausgebracht. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob der Schutzbelag wirksam war. Quelle: Uwe Reinward
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Dürrweitzschen/Leisnig

Deswegen sprühen die Obstbauern die Äpfel jetzt mit einem biologischen Sonnenschutzmittel ein.

Als vor mehreren Jahren die ersten derartigen Schäden aufkamen, war die Verwunderung groß, erschrocken hieß es: "Was ist denn hier passiert?" Laut Geschäftsführer der Leisniger Obstgarten GmbH, als Tochter der Obstland Dürrweitzschen, tragen extreme Hitze, starke Sonneneinstrahlung und Globalstrahlung zur Bildung der leichten Verfärbungen bis hin zu braunen Flecken, die recht schnell faulen können, bei.

Einen Apfel mit Sonnenbrand aber isst niemand mehr, der Verlust für das Unternehmen kann immens sein. Die vergangenen Tage hatten wieder dieses "Schadens-Potenzial", besonders für Anlagen, die in Ost-West-Ausrichtung oder südlich stehen. Zumeist treffe es die Früchte im oberen Bereich. "Dort knallt die Sonne fast den ganzen Tag auf eine Stelle", so Thomas Seidel, der aber noch keine Sonnenbrand-Prognose für jetzt wagen möchte: "Der Brand entwickelt sich, das kann bis zu zwei, drei Tagen dauern. Außerdem hoffen wir, dass unsere Gegenmaßnahme Wirkung zeigt und nicht all zu viel passiert ist."

Seit einigen Jahren und immer dann, wenn der Wetterbericht eine "riskante Phase" vorhersagt, fahre ein Mitarbeiter des Unternehmens wenige Tage vorher mit normaler Pflanzenschutztechnik durch die gefährdeten Anlagen und bringt eine Art biologischer Sonnenmilch aus: Diese besteht aus feinst vermahlenem Kaolinpartikeln, welche sich wie ein Film um den Apfel legen. Bei der Leisniger Obstgarten kommt das Mittel CutiSan vom Hersteller Biofa zum Einsatz. Regen allerdings mindert die Schutzwirkung und auch das Wachstum der Äpfel führt zu Rissen in diesem Belag, so dass die Prozedur gegebenenfalls mehrfach wiederholt werden muss. "Das sieht dann für die Leute immer so aus, als seien wir im Dauerspritzeinsatz - es ist aber reine Notwendigkeit. Wir würden es nicht machen, wenn wir nicht müssten", so Geschäftsführer Seidel. Andererseits können bestimmte andere Spritzmittel die Anfälligkeit für Sonnenbrand erhöhen.

Auch gibt es Apfelsorten, die starke Sonne nicht gut vertragen: Discovery und James Grieve gehören genauso dazu wie Pinova oder die aus England stammende Sorte Cox Orange. Dagegen haben südliche Sorten wie Pink Lady kaum Probleme mit dem "Hochsommer". Der Einsatz von Netzen oder Abdeckungen gegen Hagelschäden erzielen ebenfalls eine Verringerung des Sonnenbrands. Die Wirkung ist besonders bei schwarzen Abdeckungsvarianten deutlich.

Verbrannte Äpfel verbleiben theoretisch bis zur Ernte am Baum. Manchmal werden sie abgelesen, beispielsweise wenn bei Junganlagen nur vereinzelt Früchte am Baum gelassen werden und der Brand recht früh im Jahr auftrat. "Schäden kann es aus allen Richtungen geben. Die Sonne ist es nicht allein. Im Anmarsch ist die Kirsch-Essig-Fliege, mit Mehltau hat man auch zu kämpfen und natürlich gehören auch die Kleinnager wie Mäuse zu den Schädlichen dazu", betont Thomas Seidel. Zückt seine Handykamera und macht ein Foto von einem schlüpfenden Marienkäfer auf einem Blatt: "Das ist schön zu sehen. Der wird uns helfen. Wenn er allein nicht klar kommt, unterstützen wir ihn."

Wer sich darüber hinaus über den Apfelanbau informieren mag, merke sich den 11. Apfeltag am 3. Oktober vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2015
Natasha G. Allner

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