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Grimma Spanische Schüler erkunden Sachsens Historie
Region Grimma Spanische Schüler erkunden Sachsens Historie
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05:00 26.09.2018
Das Grimmaer Gymnasium St. Augustin hat Austauschschüler aus Spanien zu Gast. In dieser Runde geht es ums Kennenlernen der Schüler. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Am Grimmaer Gymnasium St. Augustin bahnt sich eine neue Schulpartnerschaft an. In dieser Woche sind 19 Schüler aus dem spanischen Zamora zu Gast in Grimma. Die Neunt- und Zehntklässler aus dem IES Poeta Claudio Rodriguez, eine mit sächsischen Gymnasien vergleichbare Schule, werden von zwei Englischlehrerinnen begleitet. Gemeinsam mit 21 Grimmaer Gymnasiasten, die als dritte Fremdsprache Spanisch lernen, tauchen sie vor allem in Sachsens wechselvolle Geschichte ein. Eine Geschichte, die auch Auswirkungen auf Spanien hatte.

Suche nach Partnerschule im Netz

Beide Schulen fanden sich über die Internetplattform e-Twinning, die die Kommunikation und Kooperation zwischen Bildungsstätten in den europäischen Ländern erleichtert und fördert. Ingo Klähnhammer, seit elf Jahren Spanisch- und Englischlehrer am St. Augustin, suchte hier ebenso einen passenden Partner wie Pastora Villaverde und Genoveva Martin, die Englisch unterrichtenden Lehrerinnen an der Schule in Zamora. Der erste persönliche Kontakt ist eingebettet in das europäische Kulturerbe-Jahr. Unter der Überschrift „Brücken bauen – die vereinigten Werte Europas“ gehen die 40 Schüler auf Exkursion in bedeutende sächsische Städte und erkunden, wie von hier aus europäische Geschichte mitgeprägt wurde und welche historischen wie kulturellen Ereignisse Deutschland und Spanien verbinden.

Exkursionen in Sachsen

Am Montag stand zunächst die Gastgeber-Stadt im Fokus. Die Grimmaer Gymnasiasten hatten eine Stadtrallye mit zehn Stationen vorbereitet. Unter anderem wurden die Klosterkirche, die Muldebrücke, die Frauenkirche, das Rathaus und das Dorf der Jugend angesteuert. „Dort waren kleine Aufgaben zu erfüllen“, so Klähnhammer, der auch Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Spanischlehrerverband ist. Am Dienstag stand Leipzig auf dem Exkursionsprogramm. Am Völkerschlachtdenkmal spielten die napoleonischen Kriege eine Rolle, in der Thomaskirche das Wirken von Johann Sebastian Bach. Für den Stadtrundgang hatten die Grimmaer Schüler Fakten recherchiert und als Audiodateien auf ihren Handys gespeichert – in Spanisch und Englisch. So konnten sie die Gäste durch die Messestadt führen. Die Renaissancestadt Torgau, in der der Reformator Martin Luther wirkte und wo sich im Zweiten Weltkrieg erstmals russische und amerikanische Truppen trafen, ist das Ziel am Mittwoch. Tags darauf führt die Reise nach Dresden, wo die Schätze im Grünen Gewölbe bewundert werden und in der Gläsernen Manufaktur auch Sachsens Zukunft ins Auge gerät. Zum Abschlussprojekt am Freitag soll ein Resümee gezogen werden, eine gemeinsamen Feier beschließt das Auftakttreffen.

Gegenbesuch im Januar

„Wir wollen eine dauerhafte Schulpartnerschaft mit wiederholt gegenseitigen Besuchen aufbauen“, betont Klähnhammer. Der erste Gegenbesuch ist für Ende Januar geplant. Dann gehen die 21 Neunt- und Zehntklässler auf Reisen, die in dieser Woche mit ihren spanischen Gästen unterwegs sind. Ziel sei es, dass die Schüler ihr Sprachwissen anwenden sowie Land und Leute kennen lernen, sagt ihr Lehrer.

Die Schule im nahe der portugiesischen Grenze liegenden Zamora hatte zunächst auch Bildungsstätten in Holland, Frankreich, Polen, Italien und der Türkei im Blick. Mit dem Grimmaer Gymnasium „passt unser Angebot inhaltlich und organisatorisch aber am besten zusammen“, erklärt Lehrerin Villaverde, warum die Wahl schließlich auf Deutschland fiel. Deutsch wird an ihrer Schule indes nicht unterrichtet, sondern Englisch als vertiefende Sprache.

Das St. Augustin pflegt bereits feste Partnerschaften zu einer Schule in Grimmas französischer Partnerstadt Bron und zu einer im russischen Kasan. Andere Kontakte lösten sich mit der Zeit – darunter der Austausch mit einer Schule im spanischen Katalonien.

Von Frank Prenzel

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