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Grimma Spannende Ein- und Ansichten
Region Grimma Spannende Ein- und Ansichten
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05:00 11.07.2011
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. Und das lockt seit Freitag in die Klosterkirche nach Grimma. Dort präsentieren sich die Künstlerin für Malerei und Grafik, Ulrike Hirsch, sowie der Hobbyfotograf Silvio Spittler mit ihren Werken.

Das mit den Kompromissen scheint sogar der Schlüssel zum gemeinsamen Erfolg gewesen zu sein, denn sonst würde es die Ausstellung in dieser Form nicht geben. Eine etwas andere künstlerische Darstellung, die getragen wird von einem „Spannungsfeld zwischen Fotografie und Malerei", wie es Silvio Spittler sieht und damit eine kunstvolle Umschreibung für Kompromisse findet. Die aber Ulrike Hirsch als eine „gewisse Leichtigkeit" interpretiert und die nur aufkomme, „weil sich Silvio als Fotograf und Künstler nicht so übermäßig wichtig nimmt." Ulrike Hirsch weiter: „Welcher Fotograf lässt sich von einer Malerin in sein Foto reinmalen?"

Beispiel dafür sei das Werk „Mars-Panne". Ein von Spittler in schwarz-weiß auf Leinwand gezogenes Foto einer Sand- oder Tongrube, auf dem Hirsch „mit ihrer bunten und kindlichen Malerei", so sieht es wiederum Spittler, ein giftgrün gemaltes Ufo samt Marsmensch landen lässt. Nein, Hirsch fühlt sich durch Spittlers Interpretation nicht wirklich auf den Pinsel getreten. Vielmehr ist gerade dieses Werk ein besonderes Spiegelbild dieser Liaison. Was aber die Darstellung der Kunstwerke angeht, gibt es weit mehr, vor allem noch spannendere An- und Einsichten. Und dafür empfiehlt sich das Werk „Auf den zweiten Blick". Auf dem wird ebenfalls auf Leinwand der fotografische Blick ins „Muldenparadies" nahe der Hängebrücke erst durch ein Kunstwerk davor namens „Durchbruch" freigegeben. Obgleich der Betrachter geneigt ist, und auch die Möglichkeit hat, am Durchbruch links oder rechts beziehungsweise drüber oder darunter zu schauen. Wohl in der Hoffnung, noch mehr im Muldenparadies zu entdecken. Ob das gelingt, hängt einzig vom Betrachter ab, der seine eigene Fantasie einbringen muss - und soll.

Überhaupt fällt auf, dass die Exponate bis auf nur wenige Ausnahmen aus zwei Werken bestehen. „Ein Grundprinzip unser Zusammenarbeit", erklären die Künstler. „Jeder von uns bringt die Hälfte aller Werke ein, sodass die Malerin auf den Fotograf eingehen kann und der Fotograf auf die Malerin." Schon damit machen sich Kompromisse notwendig. Denn, so Spittler, seien Fotos von ihm zu sehen, etwa das „Vogelhaus", die er sonst nie öffentlich zeigen würde, weil sie nicht „ausstellungswürdig" seien, aber zusammen mit Werken von Hirsch sogar dreidimensional wirken und so zum Hingucker geworden sind. Über die sich auch Bettina Holfter vom Kulturamt freut. „Alles, was Interesse weckt und den Blick auf sich zieht, ist sehenswert. So ist diese Sommerausstellung eine Bereicherung für unsere Stadt." Und das noch bis zum 21. August.

Frank Schmidt

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