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Grimma Spatenstich für erstes Eigenheim in der Grimmaer Walther-Siedlung geplant
Region Grimma Spatenstich für erstes Eigenheim in der Grimmaer Walther-Siedlung geplant
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00:18 01.06.2017
Der Unternehmer Jörg Stiehl rettete den Waltherturm vor dem Verfall. Der Naunhofer nutzt Turm und Mehrzweckgebäude als Wohnstätte. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Das Wohngebiet „Alte Bergstraße“ in Grimma wird bald Zuzug bekommen. Fünf Baugrundstücke sind in der ehemaligen Walther-Siedlung geplant. Die Jörg Stiehl & Uwe Herrmann GbR aus Naunhof erschließt die 10 400 Quadratmeter große Fläche und will die Grundstücke an Eigenheimbauer verkaufen.

Bereits im Jahr 2007 hatte die Stadt vor, das Erbe von Ferdinand Walther im Ganzen zu veräußern. Die Verwaltung schlug vor, das Gelände mit Waltherturm, Waltherbad und Sportplatz komplett zu verkaufen, mit Ausnahme einer Fläche, die von Anwohnern als Gärten und Wäscheplatz genutzt wird, und eines Garagenkomplexes. Später einigten sich die Stadträte darauf, das Areal mit Turm und Bad, zu verkaufen. Erst dann sollte das Sportplatzgelände unter den Hammer kommen. An der Ausschreibung beteiligte sich der Fuhrunternehmer Jörg Stiehl. „Die Stadt war damals froh, als ich ein Konzept vorlegte, das beinhaltete, dass der Waltherturm und das Mehrzweckgebäude nachhaltig saniert werden“, erklärt der 50-jährige Vater von zwei Kindern. Fünf Jahre benötigte der Naunhofer, um das denkmalgeschützte Objekt zu sanieren. „Ich besorgte mir die damaligen Baupläne und kam unweigerlich mit der Entstehungsgeschichte des Hauses in Berührung“, erzählt er. Ferdinand Walther hatte 1897 die Walther-Werke Grimma gegründet. 1935 begann der Bau der Walther-Siedlung. „Das Siedlerheim mit Aussichtsturm und Glockenspiel, Altersheim, Schwimmbad sowie Umkleidekabine, Duschen und einer Kegelbahn ließ er für seine Betriebsangehörigen bauen“, schildert Jörg Stiehl. Neben dem Bad gab es einen künstlich angelegten Alpengarten mit Hütte, Bienenhaus und seltenen Pflanzen und Bäumen, darunter Maulbeerbäumen. „Das erste Baukonzept des Waltherturms war schweizerisch angehaucht. Allerdings musste Ferdinand Walther die Galerie mit dem frei tragenden Balkon wieder zurückbauen lassen, da die Stadtväter den Bau monierten“, erzählt der Fuhrunternehmer, der in Klinga seinen Stammsitz hat. Der gelernte Kfz-Mechaniker investierte viel Geld in das Denkmal Waltherturm, um es vor dem Verfall zu retten. Denn nach der Wende war die Walther-Siedlung dem Verfall überlassen worden. Vom Waltherturm kann man auch auf das Sportplatzgelände sehen, das ebenfalls jahrelang brachlag. „Als ich von der Ausschreibung erfuhr, habe ich mich mit Uwe Hermann um das Grundstück bemüht, damit auch diese Fläche saniert wird“, sagt er. Dabei vergisst er auch nicht zu erwähnen, dass gegenwärtig das Wohngebiet „Alte Bergstraße“ durch die Wohnungs- und Baugesellschaft mbH aufgewertet wird, indem die Außenanlagen gestaltet werden. Auch seine Firma will dazu beitragen, in dem ein öffentlicher Spielplatz für das Wohngebiet entstehen soll. „In diesem Sommer wird der Bau des ersten Eigenheims auf dem ehemaligen Sportplatz losgehen“, erklärt er. Interessierte hätten noch die Gelegenheit, sich um einen Bauplatz zu bewerben. Er rechnet damit, dass die ehemalige Walter-Siedlung durch die vielfältigen Sanierungsmaßnahmen wieder zu einem begehrten Wohngebiet wird, wie es einst zu Zeiten von Ferdinand Walther war.

Von Cornelia Braun

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