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Grimma Spendenkasse klingelt für Glocken
Region Grimma Spendenkasse klingelt für Glocken
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05:00 16.04.2010
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. Aber die Kirche hat ein Handicap: Sie ist stumm.

Der alte Glockenstuhl ist verrostet, die Glocken mussten aus Sicherheitsgründen demontiert werden. Jetzt hat sich die Kirchgemeinde ein ehrgeiziges Projekt vorgenommen. Sie will der Kirche den Glockenklang wieder zurückgeben und baut dabei auch auf die Spendenbereitschaft der Bürger.

Jörg Sämisch, Vorsitzender des Bauauschusses der Kirchgemeinde, ist zuversichtlich, dass die Albrechtshainer auch die drei neuen Glocken mit einem Gesamtgewicht von über 800 Kilogramm „stemmen" werden. Mit Hilfe von Spenden konnte die Kirche schon in den zurück liegenden fünf Jahren einer Sanierungskur unterzogen werden. 2005 noch war die Kirche im Kirchenverzeichnis des Kirchenbezirkes Grimma mit dem Attribut „stark sanierungsbedürftig" versehen. Seitdem ist – begleitet vom Denkmalschutz – unter anderem das Kirchenhauptschiff neu abgeputzt worden. Der Turm wurde mit Schiefer gedeckt. Repariert worden sind die Bleiglasfenster. Auch die Zeiger der Turmuhr drehen sich wieder. Sie ist generalüberholt worden. Jörg Sämisch muss nur ab und zu die schmale Stiege und über eine Leiter zum Uhrenraum hochklettern, um der Uhr in puncto Genauigkeit ein wenig nachzuhelfen. Die Minuten „klemmen " mitunter. Hier oben, wo noch die alten Glocken stehen, wird auch deutlich, dass mit ihnen kein Staat mehr zu machen ist. Die Stahlglocken waren 1922/1923 gegossen worden und an einem stählernen Glockenstuhl installiert worden, nachdem im ersten Weltkrieg die drei alten Bronzeglocken dem Einschmelzen zum Opfer gefallen waren. Im Laufe der Zeit jedoch hatte sich gezeigt, dass die Last der Glocken und der Stahlglockenstuhl dem Kirchenbau zu schaffen machten. Aus Sicherheitsgründen mussten die Stahlglocken aus dem Glockenstuhl genommen werden, der zudem stark verrostet ist. Auch die Glocken selbst sind verschlissen. „Fachleute rechnen, dass solche Stahlglocken eine Laufzeit von rund 120 Jahren haben. Es wäre also kurzsichtig, würden wir nur die alten Glocken an einem neuen Glockenstuhl wieder installieren", erklärt Sämisch.

Elf Jahre sind mittlerweile schon vergangen, seitdem es in der Albrechtshainer Kirche das letzte Mal geläutet hat. „Unser Ziel ist es, dass bis 2012 der Ton der Glocken wieder zu hören ist", sagt Sämisch. Bis dahin soll eine neue Glockenanlage mit drei neuen Bronzeglocken installiert werden. Für den Glockenstuhl ist Eichenholz vorgesehen. Alles in allem müssen dafür rund 65 000 Euro investiert werden. Finanzielle Unterstützung habe die Landeskirche signalisiert, so Sämisch. Aber den größten Teil der Summe müsse die Kirchgemeinde selbst aufbringen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auch dabei wieder mit der Spendenhilfe vieler Albrechtshainer und Beuchaer Bürger rechnen können", meint Sämisch. Die Kirchgemeinde hat ein Spendenkonto eingerichtet. Sämisch: „Bei Spenden ab 1000 Euro besteht auch die Möglichkeit, den Spendernamen auf der Glocke zu verewigen."

Andreas Läbe

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