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Grimma Sperrmüllberg in Grimma in Flammen
Region Grimma Sperrmüllberg in Grimma in Flammen
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16:40 19.05.2015
Erst das Wasser, dann das Feuer: In der Nacht zum Donnerstag gerieten die Abfälle in Brand und sorgten für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Quelle: Frank Schmidt

Ein riesiger Sperrmüllberg, traurige Überreste der Flut, waren in Brand geraten.

Am südlichen Stadtrand von Grimma, auf dem sogenannten Massagelände an der Lausicker Straße im TLG-Gewerbepark, lagert auf etwa 50 Meter Länge eine bis zu acht Meter hohe Müllhalde. Gegen 22 Uhr am Mittwoch schlugen daraus die weithin sichtbaren Flammen hervor, verbunden mit beißenden Rauchwolken. Negative Auswirkungen auf die Muldestadt wurden von den Verantwortlichen vor Ort jedoch verneint.

Als das Feuer ausbrach waren noch Mitarbeiter der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig (KELL) im Schichtbetrieb dabei, den Müll für die Verwertung zu trennen und abzutransportieren. "Sie hatten zunächst Brandgeruch wahrgenommen und bei einer Kontrolle die Flammen entdeckt", sagte Jens Meissner, Amtsleiter für Abfallwirtschaft im Landratsamt (LRA). Wie er kam auch Landrat Gerhard Gey (CDU)noch zu später Stunde zur Brandstelle, um sich vor Ort persönlich ein Bild von der Lage zu machen. "Die Feuerwehren kommen einfach nicht zur Ruhe", meinte er sichtlich erschüttert vom Anblick des Flammeninfernos.

Unklar blieb die Brandursache. "Begünstigt durch die derzeitige Hitze handelt es sich vermutlich um eine Selbstentzündung", meinte Grimmas Gemeindewehrleiter René Heinrich. Wegen der Qualmwolke und der Gefahr von giftigen Dämpfen wurden umgehend Schadstoffmessungen vorgenommen. Sie hätten keine Gefahr für Mensch und Umwelt ergeben, versicherte Einsatzleiter Thomas Knoblich. Glück im Unglück hatten die Einwohner von Grimma. Der dennoch stinkende Rauch und Qualm wurde vom Wind gen Westen und damit südlich an Grimma vorbei getragen. In gleich mehrfacher Hinsicht problematisch waren die Löscharbeiten, die bis in die gestrigen Mittagsstunden andauerten. Da waren zunächst die sehr hohe Temperaturen, sowohl aus der Atmosphäre als auch von den Flammen, denen die Kameraden an der direkten Schlauchfront nur unter Vollschutz den Garaus machen konnten. Des Weiteren musste mit hohem Personalaufwand das Löschwasser über lange Wegstrecken per Schlauchsystem herangeschafft werden, da es vor Ort keine Hydranten gibt. Ein naher Feuerlöschteich erwies sich als hilfreich, er musste aber zusätzlich über die Fernleitungen gespeist werden "und hat deshalb gut durchgehalten", so Knoblich.

Nicht ungefährlich waren kleinere Verpuffungen und Explosionen durch entsorgte Gasflaschen. Letztlich mussten sich die Einsatzkräfte gegen Schaulustige und Gaffer wehren, die nicht davor zurückschreckten, trotz Absperrung mit ihren Handykameras so nahe wie möglich zum Geschehen vorzudringen. Dieser sehr lange Feuerwehreinsatz raubte vielen Kameraden die letzen Kräfte - bis zur Erschöpfung. Nicht wenige Floriansjünger mussten den Einsatz abbrechen, um pünktlich auf Arbeit zu sein, wenn sie ihren Job nicht gefährden wollen. "Weil es kein Gesetz zur Freistellung bei Einsätzen gibt. Es heißt nur der Arbeitgeber kann, muss es aber nicht", kritisierte Wolfgang Pretzsch von der Nerchauer Wehr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.06.2013

Frank Schmidt

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