Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Spezialmörtel soll Mauern des Gymnasiums St. Augustin Hochwasserstark machen
Region Grimma Spezialmörtel soll Mauern des Gymnasiums St. Augustin Hochwasserstark machen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 10.08.2017
Ulf Merseburger von der Firma Hofmann und Partner aus Grimma führt die Bohrungen im Gymnasium St. Augustin durch. Quelle: Foto:
Anzeige
Grimma

Bange Blicke warfen die Grimmaer in den vergangenen Wochen gen Himmel, als Petrus die Schotten öffnete. Doch zum Glück wurde Grimma dieses Mal verschont. Zwar geht es auf der Baustelle für die Hochwasserschutzmauer in Grimma voran, doch erst 2018 ist mit der funktionalen Fertigstellung zu rechnen. Die Schulferien nutzte die Landestalsperrenverwaltung ( LTV) als Bauherr, um das Gymnasium St. Augustin mit seiner muldenseitigen Außenwand in die Hochwasserschutzanlage zu integrieren. Ein Teil der Gebäudeaußenwand ist bereits an die Bohrpfahlwand durch eine Stahlbetonkopfplatte gebunden. Fast 2000 Bohrungen wurden durchgeführt. „Wir haben versucht, die Bohrungen vor Schuljahresbeginn durchzuführen. Es werden nur noch wenige notwendig sein, wenn in den Herbstferien die Fenster verschlossen werden“, erklärt Ulf Merseburger von der Grimmaer Spezialfirma Hofmann und Partner. Die Bohrungen werden mit einem Spezialbohrer 80 bis 110 Zentimeter tief durchgeführt. Anschließend wird Schaummörtel in die Hohlräume der bis zu zwei Meter starken Außenwand des Gymnasiums gepresst, damit die Dichtheit gegeben ist, wenn Muldewasser an die Mauern drücken sollte.

„Das Gleiche erfolgt noch an der Klosterkirche, an der 1000 Bohrungen notwendig sind“, erklärt der Projektleiter im Betriebsteil Mulde der Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen, Thomas Zechendorf. Weitgehend beendet sind dagegen die Arbeiten an der Roggenmühle. So sind die Dammbalkenlager für das große Hochwasserschutz-Tor Großmühlenplatz als auch für das Fährtor in Richtung Stadtmauer fertig gestellt. Voran gehen die Arbeiten auch an der Pöppelmannbrücke. Dort wird ein Schöpfwerk gebaut. Zurzeit wird die Gebäudehülle erstellt. Insgesamt kostet es nach der Fertigstellung im nächsten Jahr circa 3,5 Millionen Euro. Denn für das Schöpfwerk wird auch eine Netzersatzanlage gebraucht und die Leittechnik muss installiert und programmiert werden. „Bei Stromausfall muss die Anlage auch funktionieren“, begründet Zechendorf ein wichtiges Detail. Denn das Schöpfwerk ist erforderlich, um nach Errichtung der Hochwasserschutzanlage eine Gefährdung des Stadtgebietes durch das Wasser des Thostgrundbaches zu verhindern“, so Zechendorf. Dieses würde bei Hochwasser in das nördliche Stadtgebiet in Richtung Volkshausplatz einströmen. Deshalb muss der Thostgrundbach mit einer Rückstausicherung versehen werden. Da dann jedoch eine Gefährdung des Stadtgebietes durch einen Rückstau des Thostgrundbachs selbst besteht, ergibt sich das Erfordernis der Errichtung eines Schöpfwerks für den Thostgrundbach.

Parallel zu den Arbeiten ist auch die Ausschreibung für die Pergola als offene Stahlbetonkonstruktion erfolgt. Diese soll zwischen der Klosterkirche und dem Gymnasium am ehemaligen Sportplatz erfolgen. Hier können im Hochwasserfall Schutztore geschlossen werden.

Seit 2007 wird an der außergewöhnlichen Anlage gebaut, die Grimma künftig vor einem Hochwasser abschotten soll, das statistisch gesehen aller 100 Jahre auftritt (HQ 100). Der 2,2 Kilometer lange Schutzwall wird rund 50 Millionen Euro kosten. Derzeit sind etwa 40 Millionen Euro verbaut.

Von Cornelia Braun

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf Friedhöfen stehen für gewöhnlich Grabmale aus Stein. Hier und da finden sich aber auch stilvoll gearbeitete hölzerne Erinnerungen an verstorbene Menschen. Ein kleines Grimmaer Unternehmen bedient diese Marktnische seit nunmehr zwölf Jahren: die Firma Holzgrabmale Jürgen Patig. Inhaberin Galina Gorbatschow stellt im Jahr etwa 70 Auftragswerke her.

10.08.2017

Bereits zehn Flohmärkte innerhalb von drei Jahren haben Blanka und Andreas Schuchardt von der Grimmaer Adventsgemeinde organisiert, um Vereine und Initiativen zu unterstützen. Unabhängig von den Einnahmen am Wochenende wollen sie dem Kinderhospiz Bärenherz 500 Euro überweisen.

10.08.2017

72 000 Euro Fördergeld gehen an die Stadt Trebsen. Ministerin Petra Köpping überreichte jetzt zwei Bescheide. Die Kita Vogelnest bekommt ein neues Spielgerät, das Stadtgebiet eine moderne Straßenbeleuchtung.

10.08.2017
Anzeige