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Grimma 70.000 Euro zur Viertelmillion gemacht – Grimma kann jetzt 10 Spielplätze bauen
Region Grimma 70.000 Euro zur Viertelmillion gemacht – Grimma kann jetzt 10 Spielplätze bauen
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07:31 10.10.2018
Beliebt: der Skaterpark am Stadtrand von Grimma. Auch Jamie, Nico, Pierre und Eric (v. li.) nutzen ihn jetzt in der Herbstferien gerne. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Als Kretschmers Regierung in Dresden ankündigte, den Kommunen zwischen 2018 und 2020 zusätzlich 90 Millionen Euro zur freien Verwendung bereit zu stellen, nannte dies Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) eher Peanuts: Bis zu 70000 Euro pro Kommune und Jahr würden bedeuten, „dass im Falle Grimma – man höre und staune – 2,41 Euro pro Einwohner selbstverantwortlich mehr verwendet werden dürfen“. Den Bürgern werde vorgegaukelt, „die gute Staatsregierung“ überschütte die Orte mit Geld. Das Gegenteil stimme, sie seien unterfinanziert und würden in nahezu allen Bereichen von der Landespolitik allein gelassen.

Das war Anfang des Jahres. Inzwischen hat sich Bergers Miene sichtlich aufgehellt. Die erste Charge aus Dresden ist überwiesen. 70000 Euro, Geld, das Grimma geschickt vervielfachte und nun Kinderspielplätze in Größenordnungen bauen will. Über Fördergelder, im wesentlichen aus dem EU-Programm für den ländlichen Raum, ist das Budget auf fast eine Viertelmillion Euro angewachsen. In die Summe fließen auch 48000 Euro aus Dresden, die Grimma als Eigenanteil geltend macht. Mit den übrigen 22000 Euro asphaltiert die Stadt den Skateplatz im „Dorf der Jugend“.

Planer Sven Reuter und Amtsleiter Dirk Hahmann leisteten ganze Arbeit. Ersterer ermittelte, welche Spielgeräte verfügbar sind, letzterer trug die Wünsche der Ortschaften zusammen. Wenn alles klappt, könnte schon im Frühjahr 2019 gebaut werden. Bis spätestens Sommer sollen insgesamt zehn Dörfer einen neuen beziehungsweise erneuerten Spielplatz erhalten. Die Zustimmung des Stadtrates auf der Sitzung am 25. Oktober gilt nur noch als Formsache.

Golzern, Kössern, Leipnitz, Kleinbardau, Schkortitz, Böhlen, Großbardau, Zschoppach, Fremdiswalde und Roda – der Bedarf an Spielplätzen sei riesig, heißt es im Rathaus. Allein im Zeitraum von Anfang August 2006 bis Ende Juli 2018 erblickten etwa in Großbardau 121 Kinder das Licht der Welt. „Der Zuzug gerade in den Dörfern ist extrem“, sagt OBM Berger. Viele junge Leute wollten neu bauen oder ausbauen. Da seien Spielplätze natürlich höchst willkommen.

Die Fremdiswalder Stadträtin Ute Kniesche (Wählervereinigung) kann das nur bestätigen: „Wir hatten in den vergangenen zwölf Jahren 38 Geburten. Dementsprechend groß ist nun die Freude auf einen intakten, umzäunten Spielplatz.“ Der bisherige sei längst in die Jahre gekommen. Die kaputte Schaukel habe abgebaut werden müssen, übrig geblieben seien nur Rutsche und Wippe. Heimatvereinsvorsitzende Jana Mundus ließ sich von Kindern den Wunsch-Spielplatz sogar malen. Mit Feuereifer beteiligte sich das Dorf auch an der Spielplatzinitiative eines Getränkeherstellers, die 1250 Euro einbrachte.

Je nach Wunsch der Dörfer werden die Spielplätze aus Holz oder Stahl gebaut. Schon jetzt appelliert die Verwaltung zu mehr Zivilcourage: „Der Vandalismus, etwa auf dem Spielplatz am Schwanenteich, ist ein ernstes Problem“, betont Dirk Hahmann. Betroffen seien aktuell die Pumpen. Unbekannte hätte Steine in die Rohrleitungen gedrückt. „Wer also beobachtet, dass Leute auf Spielplätzen ihr Mütchen kühlen, sollte nicht erst drei Wochen warten, um uns Bescheid zu geben.“

Noch ist nicht entschieden, ob eine oder mehrere Firmen beauftragt werden. Sicher ist, dass keinerlei Land hinzugekauft werden muss, sämtliche Spielplätze entstehen auf kommunalem Grund. Dass gleich zehn Spielplätze auf einmal gebaut werden, liege nicht zuletzt auch am enormen bürokratischen Aufwand bei der Antragstellung. Berger: „Wir haben eine Art Standardisierung entwickelt, das vereinfacht manches.“

Von Haig Latchinian

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