Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Spielplatz in Grimma gesperrt: Kinder bleiben Zaungäste
Region Grimma Spielplatz in Grimma gesperrt: Kinder bleiben Zaungäste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 19.05.2015

Trotz der Hochwasserschäden läuft in der Kita am Schwanenteich der Alltag wieder in geregelten Bahnen. "Wir mussten nur eine Woche schließen", sagte Sylke Reibestein, Leiterin der Einrichtung. So sei der Keller der Krippe, in dem das Wasser 1,80 stand, zwar noch in der Trocknung. Aber für die Technik, unter anderem neue Kühltruhen zur Lagerung des vorgefertigten Mittagessens, hätten die Mitarbeiter im Erdgeschoss alternative Plätze gefunden. Ein Handwerksbetrieb habe die Heizung provisorisch reparieren können. In der Planung sei die Verlegung aller Medien aus dem Keller in das Dachgeschoss. Reibestein spricht von einer nachhaltigen Sanierung der alten Villa, die entsprechend umfangreiche Umbauten in den nächsten Monaten erforderlich machen wird. "Dafür haben wir volles Verständnis", so die Kita-Chefin.

Wenn die erfahrene Erzieherin jedoch den Blick aus dem Fenster wirft, verdunkelt sich ihr Gesicht. Der Spielgarten, der mit kreativen Holzgeräten nach der Flut 2002 errichtet wurde und ein Vorzeigeobjekt in der Region war, liegt immer noch brach. "Mit Baggern haben wir zwei Tage lang den Schlamm entfernt", erinnerte sich Reibestein. Eltern hätten geholfen, aus dem Parcour den Sand und vom Gelände die Grasnarbe zu entfernen. Ein Sicherheitsgutachten würde Auskunft geben, in welchem Zustand sich die Spielgeräte befinden. "Einige müssen raus", so die Kita-Chefin. Die Bühne und die Holzhäuser könnten jedoch aufgearbeitet werden. "Aber bis auf wucherndes Unkraut bewegt sich in unserem Spielgarten nichts", sagte Reibestein. Die Kinder könnten derzeit lediglich auf dem Hof, "auf engstem Raum" spielen.

Für den Betreiber, die Volkssolidarität Leipziger Land/Muldental, ist die Situation unbefriedigend. "Wir wollen den Garten so schnell wie möglich bespielbar machen", sagte Heike Richter, Geschäftsführerin in dem Verein. Die Spenden würden ausreichen, um das Gelände inklusive der Spielgeräte zu sanieren. "Aber uns sind die Hände gebunden", so Richter. Eigentümer der Immobilie und damit Bauherr sei die Stadt Grimma.

Mit dem Beschluss des Stadtrates hat die Verwaltung seit Mitte September grünes Licht für die Sanierung der Einrichtung. Neben den Spenden stehen 926 000 Euro für die Umbaumaßnahmen aus der nationalen Fluthilfe zur Verfügung. Wie Jana Kutscher, Fachgruppenleiterin Jugend, Soziales, Kultur, sagte, sei aufgrund der Heizungsverlegung ein neues Brandschutzgutachten erfordern. "Das liegt jetzt vor", so die Fachfrau. Im Zuge der Freiflächensanierung sei auch der Baumbestand überprüft worden. "Nicht nur die Spielgeräte, auch Bäume müssen entfernt werden", so Kutscher weiter. Für alle Leistungen müssten korrekte Ausschreibungen gemacht und Fristen eingehalten werden, damit die Kommune später nicht von Klagen überzogen werde. Mit der ersten Vergabe rechnet Kutscher im Dezember. "Schulen und Kindertagesstätten haben Priorität", sagte sie. Das bisherige Planungstempo sei sportlich. "Mehr ist nicht leistbar", sagte Kutscher.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2013
Schöppenthau, Birgit

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Seinen Angaben zufolge würden Informationen vorliegen, wonach neben der Ansiedlung eines Rewe-Supermarktes weitere Einzelhandelsflächen entwickeln werden sollen.

19.05.2015

"Wir bringen nachhaltige Lösungen auf den Weg", sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Das Hochwasser liegt mehrere Monate zurück. Der freigelegten Putz an Technikgebäude, Turnhalle und Schulhaus der Oberschule am Wallgraben hat sich für die meisten Schüler längst weggeguckt.

19.05.2015

Petereit versteht die Welt nicht mehr. "Jahrzehnte lang haben wir unsere Versicherungen bei der Allianz", beteuerte er. Nicht nur die für sein Haus, auch andere Dinge habe er bislang bei dem Unternehmen seines Vertrauens absichern lassen.

19.05.2015
Anzeige