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Grimma Spirituelle Tänze und Gaben der Natur stehen bei Powwow nahe Grimma im Fokus
Region Grimma Spirituelle Tänze und Gaben der Natur stehen bei Powwow nahe Grimma im Fokus
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14:04 05.06.2017
Mitglieder von Traditonsvereinen zeigten während des Powwow in Neuneunitz rituelle Tänzer ausgewählter Indianerstämme. Quelle: Foto: Roger Dietze
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Grimma/Neunitz

Mit seiner Ankündigung, das Pariser Klimaabkommen von US-amerikanischer Seite aufkündigen zu wollen, lieferte Präsident Donald Trump Jörg Diecke eine Steilvorlage. „Das ist die gleiche Denke, die zur Ausrottung der Bisons und zur Beinahe-Ausrottung der Indianer geführt hat“, ließ am frühen Sonnabendnachmittag der Organisator des Grimmaer Powwows sichtlich bewegt seinen Gefühlen im Rahmen der Eröffnung der 16. Auflage des indianischen Tanzfestes freien Lauf. Überhaupt stand die Veranstaltung, an der über zwei Tage hinweg einmal mehr mehrere Dutzend Indianistiker aus der gesamten Republik teilnahmen, im Zeichen der Wertschätzung der uns von Mutter Natur gegebenen Gaben. „Wir feiern auf spirituelle Weise die Pflanzen, während sie andernorts auf der Welt in verschiedenen Formen zerstört werden“, erläutert der Züricher Markus Vollack, der in diesem Jahr zum wiederholten Mal in die Rolle des Arena-Direktors geschlüpft war. Ein Schwerpunkt bildeten dabei jene Pflanzen, die wie die Tomate, die Paprika oder der Zucchini ihre Ursprünge im Mutterland der Indianer haben, wo wiederum auch andere in Mitteleuropa kaum bekannte Gewächse wie das Süßgras, die Erdbirne oder der Yams die Ernährungsgrundlage der nordamerikanischen Ureinwohner bildeten. „Mit unseren heutigen von Farb- und Aromastoffen dominierten Lebensmitteln entfernen wir uns immer weiter von einer natürlichen und gesunden Ernährung, und dies ist eine alles andere als gute Entwicklung“, so Diecke, der von den Mitstreiterinnen und Mitstreiter des von ihm geleiteten Vereins „Freunde der Crow-Agency“ beim reibungslosen Ablauf des 16. Grimmaer Powwows tatkräftige unterstützt wurde. Eines Powwows, dem einerseits seit Jahren ein fester Stamm von Indianistikern die Treue hält, zu dem andererseits auch immer wieder Hobby-Indianer neu hinzustoßen. Selbst so „altgediente“ wie Bernd Marschall aus Göppingen. „Ich war mit meiner Frau im vergangenen Jahr erstmals in Grimma, und die familiäre Atmosphäre sowie das von den Organisatoren an den Tag gelegte Engagement haben uns sofort zugesagt, so dass auch wir diesem Powwow sicherlich in Zukunft die Treue halten werden“, so der 68-Jährige, der dieses sein Hobby seit rund zweieinhalb Jahrzehnten gemeinsam mit seiner Frau Gabi betreibt. „Wir haben als Trapper begonnen, je intensiver wir uns aber mit der Geschichte der Indianer beschäftigt haben, umso mehr haben wir uns zu ihnen hingezogen gefühlt.“ Auch das Grimmaer Publikum fühlt sich offensichtlich zu den amerikanischen Ureinwohnern hingezogen, wofür gut besetzte Zuschauerplätze gleich zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung ein Beleg waren. Neben rituellen Zeremonien standen einmal mehr Tänze im Mittelpunkt des Geschehens, die in unterschiedlichen Kategorien ausgetragen wurden.

Von Roger Dietze

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