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Spisak-Schützlinge kapitulieren

Spisak-Schützlinge kapitulieren

Es war alles bestens hergerichtet. Grimmas Volleyballfans sollten Gaumenfreuden der besonderen Art verabreicht werden. Daraus wurde nichts, weil die Volleyballdamen aus Erfurt, die, wie sich stellenweise zeigte, auch nur mit Wasser kochen, letztlich das Feinschmeckergericht gründlich versalzten.

Grimma. In den ersten beiden Sätzen quälten sie sich noch zum Sieg.

Im dritten brauchten sie sich, weil Grimmas Damen in diesem meisterschaftsvorentscheidenden Spiel kapitulierten, nicht mal mehr anstrengen, um den Satz und das Spiel 3:0 (27:25, 25:22, 25:15) zu gewinnen.Als der Schlusspfiff ertönte, war verkehrte Welt in Grimmas Muldentalhalle. Nicht wie sonst mit minutenlanger Standing Ovations wurden die eigenen Spielerinnen gefeiert.

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Es war alles bestens hergerichtet. Grimmas Volleyballfans sollten Gaumenfreuden der besonderen Art verabreicht werden. Daraus wurde nichts, weil die Volleyballdamen aus Erfurt, die, wie sich stellenweise zeigte, auch nur mit Wasser kochen, letztlich das Feinschmeckergericht gründlich versalzten. In den ersten beiden Sätzen quälten sie sich noch zum Sieg.

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Auch wenn Erfurts Trainer Heiko Herzberg keine Gratulationen zum Gewinn der Meisterschaft annahm, weil noch „soviel passieren kann", feierten Erfurter Fans nicht nur den Sieg in diesem Spitzenspiel. Mit vier Punkten Vorsprung reisten die Damen aus dem Nachbarland Thüringen in Grimma an, mit sechsen plus traten sie die knapp 100 Kilometer lange Heimreise an. Nach Lage der Dinge können sie sich zwei Niederlagen locker leisten, selbst eine dritte könnten sie aufgrund ihres Satzverhältnisses - die letzten zehn Spiele wurden zu null gespielt - leisten. Vorige Woche in Wetter lag das SWE Volley-Team aus Erfurt 19:24 zurück, am Sonnabend führte im ersten Satz Grimma 24:21, aber den gewannen die Damen des Spitzenreiters, die in der Annahme mehrmals wackelten, aber durch variablere Angriffsgestaltung diese Schwäche wieder ausglichen. Im ersten Satz führte Erfurt 4:1, dann bescherte eine Angabe ins Aus Grimmas zweiten Punkt, der fünfte der Erfurterinnen kam auf gleiche Weise zustande, sofort danach hatte eine Gästespielerin Glück, dass eine Grimmaerin den Ball, der weit neben das Feld gegangen wäre, annahm, aber nicht unter Kontrolle brachte. Beim nun folgenden Aufschlag landete das runde Leder im Aus und Grimma hatte auf 4:6 verkürzt. „Die müssen doch wenigstens das Feld treffen", war von einigen Zuschauern zu hören. Sicher, das sollte getroffen werden. Doch zwischen Volkssportvolleyball und dem Spitzensport am hohen Netz gibt es nun mal gewaltige Unterschiede. Alle bislang in Grimma tätigen Trainer legten großen Wert auf den Aufschlag. Der muss so kommen, damit der Gegner Fehler macht, den Ball nicht richtig annehmen kann. Das beste wäre, es springt gleich ein Punkt heraus oder der Gegner muss den Ball harmlos ins gegnerische Feld zurückbringen. Und wenn das passiert, kann die aufschlagende Mannschaft sicher annehmen, den ersten Ball schnell auf die Zuspielerin passen, die dann sich für mehrere Angriffsvarianten entscheiden kann. Und so hat es der Gegner schwer, den Block richtig zu stellen. So sind die 19 Fehlangaben im Spiel zu erklären. „Es könne nicht jeder Aufschlag immer haargenau kommen", meinte schon Trainerin Eva Kosekowa, die das damalige Vorgängerteam des VVG, den VCMG, im Jahr Erstbundesliga betreute. Doch zurück zum Geschehen auf dem Parkett in Grimmas Muldentalhalle. Beim 7:7 startete Erfurt einen erneuten Zwischenspurt, hätte das 11:8 ausbauen können, doch Christel Fröhlich haute den Schmetterschlag - da kein VVG-Block stand, hätte sie sich die Ecke aussuchen können - zu ihrem eigenen Entsetzen ins Netz und brachte so den Heimsechser, der sich heranpirschte und dann sogar selbst vorlegte, wieder ins Spiel. In dieser Phase sah man, dass der Spitzenreiter verwundbar ist, Probleme bei der Ballannahme nach Aufschlägen hatte. Das 21:20 bescherte eine SWE-Fehlangabe, eine Rakete von Bilz brachte das 22:20, eine Fehlangabe den 21:22-Anschluss der Gäste, per Lupfer entstand das 23:21, als Grimma 24:21 führte, war das Schloss schon zugeknackt, doch die Spisak-Schützlinge drehten den Schlüssel nicht um, vergaben drei Matchbälle, und dann noch einen, als nach Bilz-Kracher der VVG 25:24 führte. Ein Überkopfzuspiel mit erfolgreichem Schmetterschlag brachte das 25:25, danach sprang der Ball vom Grimmaer Block ins Aus, eine erfolgreiche Blockabwehr der Gäste bescherte den glücklichen Satzgewinn. „Das Spiel hätte einen ganz anderen Verlauf genommen, wenn Grimma diesen Satz gewonnen hätte", denkt Erfurts Trainer Herzberg. Noch war nichts verloren, als Stöckmann und Co. im zweiten Satz 12:7 führte, fehlten nur noch Millimeter zum Ergreifen des Strohhalms. Doch dann folgte eine Phase, wo der Tabellenführer bewies, dass er nicht zu Unrecht oben steht. Mit sieben Punkten im Gange leitete er die Wende ein, setzte sich nach dem Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum 22:22 noch auf 25:22 ab. Über Satz drei sollte man das Tuch das Schweigens decken. Die Gastgeberinnen kapitulierten, lagen zwischenzeitlich mit zwölf Punkten im Rückstand und als der Abpfiff ertönte, feierten um die 50 SWE-Fans einige ausgerüstet mit Mega-Trommeln, lautstark ihre Schützlinge, denn das kann man schon sagen, Meister des Jahres 2009/10, wird Erfurt. Kommendes Wochenende tritt der VVG beim TV Wetter an.

Wilko Finke

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Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

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