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Sportplatzsanierung rückt in die Ferne

Trebsener Stadtrat vorsichtig Sportplatzsanierung rückt in die Ferne

Als der Stadtrat eine Planung für die Sanierung des Trebsener Sportplatzes in Auftrag gegeben hatte, war ihm wahrscheinlich noch nicht bewusst, welche Summen auf die Kommune zukommen. Jetzt, da die Zahlen vorliegen, wurde ihm schwummrig. Bevor das Parlament seinen Segen geben will, soll danach gesucht werden, wie sich Kosten sparen lassen.

Ausgeplatzter Kunststoffbelag im Kleinspielfeld. Diskutiert wird, ob es auf dieser Fläche auch Kunstrasen tut.

Quelle: Frank Pfeifer

Trebsen. Als der Stadtrat eine Planung für die Sanierung des Trebsener Sportplatzes in Auftrag gegeben hatte, war ihm wahrscheinlich noch nicht bewusst, welche Summen auf die Kommune zukommen. Jetzt, da die Zahlen vorliegen, wurde ihm schwummrig. Bevor das Parlament seinen Segen geben will, soll danach gesucht werden, wie sich Kosten sparen lassen.

Eine Anlage vom Feinsten hatte sich Trebsen 2000 gegönnt. Die Tartanbahn umschließt nicht nur das Fußballfeld, sondern auch ein eingezäuntes Kleinspielfeld mit Kunststoffbelag. Nach 16 Jahren zeigen sich Risse, Stücke sind herausgebrochen. Im Rasen bildeten sich an den Rändern kahle Stellen.

Das alles hätte nicht soweit kommen müssen, wenn die Stadt eher eingeschritten wäre. „Kleine Instandsetzungen haben wir aber immer wieder aufgeschoben, nun müssen wir grundhaft etwas tun“, verdeutlichte Bauamtsleiterin Marika Haupt. Das heiße, die Kunststoffbeläge der Rundlaufbahn, der Kurzstreckenbahnen, der Anlaufbahn der Weitsprunganlage und des Kleinspielfeldes müssen komplett erneuert werden. In diesem Zuge soll die Beregnungsanlage auf die Ränder des Rasens ausgeweitet werden, damit diese nicht mehr austrocknen.

Da läppert sich was zusammen. Neben Baustelleneinrichtung und vorbereitenden Arbeiten kostet der Belag der Laufbahn 46 544 Euro, jener des Kleinspielfeldes 53 051 Euro. Dann noch die Bewässerungsanlage mit 13 097 Euro. Mehrwertsteuer und Baunebenkosten oben drauf, schon stehen 198 889 Euro zu Buche.

„Die Sportler und die Oberschule wollen, dass alles wieder so hergestellt wird, wie wir es haben“, erklärte Marika Haupt. Der Stadtrat allerdings muss das Wollen gegen das Können und die Notwendigkeiten abwägen. Deshalb diskutierte er.

„Ich fahre öfter am Sportplatz vorbei, aber auf dem Kleinspielfeld sehe ich selten jemanden“, meinte Birgit Bendix-Bade (Gemeinsame Zukunft Trebsen/Altenhain/Neichen/Seelingstädt). Mit Bezug auf die Investitionswunschliste der Schule (LVZ berichtete) hielt sie es für angemessen, darüber nachzudenken, ob nicht etwas anderes wichtiger wäre als das Kleinspielfeld zu sanieren. Dem pflichtete Susanne Mund (Freie Wählergemeinschaft Altenhain) bei: „Vielleicht lassen sich Kosten einsparen, um für dieses Geld zwei Klassenzimmer zu renovieren. Basketball und Volleyball lässt sich auch in der Turnhalle spielen.“ Bodo Herzog (CDU) brachte den Gedanken ein, aus dem Kleinspielfeld einen Beachvolleyballplatz zu machen, da diese Sportart derzeit boomt.

Haupt stellte jedoch klar, dass das Feld für den Schulsport gebraucht wird. „Wir könnten dessen Sanierung aber erst einmal ausklammern und später in Angriff nehmen“, schlug sie als Kompromiss vor. „Allerdings müssen wir uns dann im Klaren sein, dass die Schäden noch größer werden.“

Manfred Müller (Bürgerinitiative für eine sichere Zukunft) mahnte: „Wir wollen jetzt die Anlage auf Luxusniveau wiederherstellen und stehen vielleicht in zehn Jahren vor dem gleichen Problem.“ Möglicherweise sei es sinnvoller, den Sportplatz auf normale Verhältnisse zurückzubauen. „Wir dürfen nicht zurück zu DDR-Verhältnissen mit einer Aschebahn“, erwiderte Markus Praprotnik (CDU).

Er und später auch Peter Emmrich (Linke) schlugen vor zu prüfen, ob das Kleinspielfeld mit einem Kunstrasen ausgestattet werden kann anstatt wieder einen Kunststoffbelag aufzubringen. Bürgermeister Stefan Müller (CDU) will mit der Oberschule absprechen, ob sie mit diesem Untergrund einverstanden wäre. „Der Kunstrasen muss nutzbar sein und möglichst wenige Folgekosten verursachen“, machte er zur Bedingung.

Das klärende Gespräch mit der Schule befürworteten die Abgeordneten, danach soll sich erst einmal wieder der Technische Ausschuss mit dem Thema befassen. Somit rückt die Sanierung in die Ferne. Ohnehin wäre sie nur mit Fördermitteln machbar. Laut Bauamtsleiterin Haupt gibt es maximal 30 Prozent an Beihilfen, da die Fläche nicht überdacht ist. Der Eigenanteil der Stadt belaufe sich nach den jetzigen Planungen auf 140 500 Euro. Praprotnik riet, nicht zu lange zu warten. „Wir leben noch im goldenen Osten“, sagte er. „In wenigen Jahren sieht es bei uns genauso aus wie im Westen, dann gibt es nur noch fünf Prozent Fördermittel.“

Von Frank Pfeifer

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