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Grimma Stadträte attackieren „Wir in Grimma“
Region Grimma Stadträte attackieren „Wir in Grimma“
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09:51 05.01.2019
Blick in die Lange Straße. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Der LVZ-Artikel „Grimmas Altstadt: Schlechte Noten für Ordnung und Sauberkeit“ über die Ergebnisse einer Bürgerbefragung der Initiative „Wir in Grimma“ hat bei Stadträten der drei Wählervereinigungen heftige Reaktionen ausgelöst. Weil Lutz Simmler (CDU) und Ivonne Müller (SPD), die nach LVZ-Anfrage über die Ergebnisse informierten, führende Köpfe der städtischen Ortsgruppen sind, werfen sie den Parteien zudem Wahlkampf vor.

Freie Wähler stellen Bestandaufnahme in Frage

Grimmas Altstadt: Guter Start für das neue Jahr – so hätte die Überschrift auch lauten können“, schreibt Johannes Heine (Freie Wähler). Es stelle sich die Frage, was man mit dieser Umfrage erreichen wollte: „Sollten bewusst Schwachstellen aufgezeigt werden, um noch besser zu werden, oder wollte man ein negatives Bild von Grimma zeichnen?“

Heine erinnert an die schönen Blumenrabatten. Auch am Schwanenteich sei der Bauhof fast täglich im Einsatz, „sonst sähe es da noch viel schlimmer aus“. Denn es gebe in Grimma Bürger, „die Ordnung und Sauberkeit für nicht erstrebenswert halten“. Mit Zivilcourage sei schon einiges zu erreichen, so der Fraktionschef weiter. „Ich habe noch keinen Bürger getroffen, der seinen Müll in den Papierkorb entleert, aber wehe wenn!“

Teilnahme am Subbotnik erhitzt die Gemüter

Die Teilnahme von „Wir in Grimma“ am Subbotnik am 30. März nehme er mit Freude zu Kenntnis, schreibt Heine. „In der Vergangenheit habe ich wenige Vertreter der Aktionäre des besagten Artikels aktiv dabei gesehen.“ Bürger aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen beteiligten sich seit Jahren am Subbotnik und betreuten teils eigene Projekte. „Aus unseren Erfahrungen können wir die Buswendeschleife in Grimma-Süd als Projekt empfehlen“, so Heine, der fragt, ob das Glas Wasser nun halb voll oder halb leer sei. Seine Antwort: „Für mich ist es halb voll, und deshalb arbeiten wir seit langem daran, dass es stetig immer voller wird – und das nicht nur zu Wahlkampfzeiten.“

Bürger für Grimma vermuten Wahlkampf-Getöse

Wolfgang Mohr (Bürger für Grimma) findet scharfe Worte: „Die als billigster Wahlkampf aller Zeiten zu verurteilenden Aussagen der CDU/SPD-Koalition unserer Stadt tun einfach nur weh. Ich glaube auch als Handwerker, der täglich viele Kilometer in Grimma zurück legt und die fleißige Arbeit unserer Bauhof-Mitarbeiter sieht, die Sauberkeit und Ordnung unserer Stadt beurteilen zu können.“ Erst zuletzt beim Aufräumen nach dem Silvester-Feuerwerk habe der Bauhof bewiesen, was in ihm steckt.

„Insofern kann ich über die peinliche Kritik von CDU und SPD, die nur der eigenen Profilierung im Wahljahr dient, nur den Kopf schütteln“, erklärt Mohr weiter. Er sei gespannt, ob Simmler und Müller „wenigstens dieses Jahr am Subbotnik teilnehmen“. Er sei gern bereit, ihnen einige Ecken zu zeigen, „an denen sie sich konstruktiv für unsere Stadt einbringen könnten“.

Kritik an LVZ-Beitrag

Steffen Richter (Allianz Stadt & Land) kritisiert zunächst Autor Frank Prenzel. Der Beitrag sei trauriger Höhepunkt seiner journalistischen Tätigkeit: „So schlecht hat über Grimma noch keiner geschrieben.“

Richter hat ausgerechnet, dass sich 0,18 Prozent der Grimmaer an der Befragung beteiligten und im Durchschnitt eine Note von 2,6 gaben. Er findet sarkastische Worte. „Hauptergebnis: Die Altstadt Grimma verdreckt, der Bauhof ist zu faul, die Stadtverwaltung ist inkonsequent und wir Stadträte nicht kreativ genug. ... Eine Polizei-Fahrradstreife wird den Hunden erklären, wohin gekackt wird. Hurra, wir retten Grimma, vergesst uns zur Wahl im Mai nicht!“

Kritik übt Richter an Simmler als einer der Initiatoren des Gremiums „Wir in Grimma. Der fange Dinge mit Euphorie an und bringe leider nichts zu Ende. Als früherer Baudezernent von Grimma habe er „die hässlichen Gebäude auf dem Nicolaiplatz und das oft kritisierte Baugebiet Bahnhofstraße“ hinterlassen.

Da er mit seiner Firma Subbotnik und Weihnachtsmarkt umfänglich unterstütze, so Richter weiter, wisse er, „was seit Jahrzehnten für eine Leistung von vielen Grimmaern beim Subbotnik und bei Veranstaltungen erbracht wird“. Das gleiche gelte für die Mitarbeiter des Bauhofes. Am einfachsten sei es, so Richter, „wenn jeder seinen Abfall selber wegräumt“.

Von Frank Prenzel

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