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Stadtrat Burdukat fordert: "Graffiti-Mauer muss stehen bleiben"

Stadtrat Burdukat fordert: "Graffiti-Mauer muss stehen bleiben"

Kult ist die Graffiti-Wand an der ehemaligen Kaserne unter den Jugendlichen. Sie erlangte bereits überregionale Bedeutung. "Fotos von der Wand erscheinen selbst im Graffiti-Kalender", weiß der Jugendhausleiter des "Come In" und Stadtrat Tobias Burdukat (Bürger für Grimma).

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Jugendkultur in Grimma: Stadtrat Tobias Burdukat setzt sich für den Erhalt der Graffiti-Mauer in Grimma ein, die an das Teletubbyland grenzt.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Wie es sich zur jüngsten Stadtratssitzung in Grimma herausstellte, waren diese Fakten nicht allen Stadträten bekannt.

Zum Disput über die Wand kam es, als die Stadträte über den Abriss der Bebauung auf dem ehemaligen Kasernengelände in der Lausicker Straße zu befinden hatten. Das ehemalige Kasernengelände im Westen der Stadt Grimma, welches sich seit dem Abzug der Roten Armee 1993 im Eigentum der TLG befand, wurde von der Stadt erworben, um dort Sportflächen zu schaffen. Denn das Hochwasser 2013 vernichtete erneut die Sportstätte des FC Grimma und weiterer Vereine, so dass nach einem hochwassersicheren Standort gesucht wurde. Auf dem Kasernengelände soll nun die Sportstätte des FC Grimma mit einem Rasenstadion und einem Kunstrasenplatz entstehen. Die notwendigen Planungs- und Ausschreibungsleistungen liegen dabei in den Händen des Ingenieurbüros Weidemüller aus Wurzen. 1,1 Millionen Euro soll der Abriss kosten. Dabei rechnet die Stadt mit Fördermitteln in Höhe von 769 000 Euro. Dem Beschluss zum Abriss der Bebauung auf dem ehemaligen Kasernengelände lag ein Plan bei. "Auf diesem ist eindeutig zu sehen, dass die Graffiti-Wand abgerissen werden soll", erklärt Tobias Burdukat. Für den Abriss zeigte er kein Verständnis, da er mehrfach bei der Stadtverwaltung im Zusammenhang mit der Umsiedlung des FC Grimma nachgefragt hatte, ob beim Abriss das Teletubbyland mit der angrenzenden Graffiti-Wand betroffen sei. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) ließ im Protokoll anmerken, dass noch einmal überprüft werden sollte, ob die Wand erhalten bleiben könnte. Mit vier Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Beschluss zum Abriss mehrheitlich angenommen.

"Sich selbst entwickelnde Jugendkultur ist das Beste, was man in einer Stadt haben kann", sagt Tobias Burdukat. Als das Teletubbyland entstanden sei, wäre es auf Jugendliche ausgerichtet gewesen. Skateboard und Basketball zogen Jugendliche an. "Ein verbindendes Element dieser Jugendlichen ist das Graffiti", meint der Stadtrat. So wie sich das Teletubbyland in den letzten 15 Jahren etablierte, so wurde die Graffitiwand nicht nur zu einem Anziehungsmagnet für Jugendliche aus der Region, sondern bundesweit.

"Der Reiz der Wand für so manchen Graffiti-Künstler besteht darin, das sie sich an keiner öffentlichen Straße befindet. Graffiti-Künstler arbeiten gern ungestört", bringt es der Jugendhausleiter auf den Punkt. "Die Graffiti-Wand sorgte jedoch auch dafür, dass Jugendliche aus Grimma Lust darauf bekamen, sich mit der Graffiti-Technik zu beschäftigen und das Jugendhaus ,Come In' Work-shops anbot", so Burdukat. Zum Crossover Festival in diesem Jahr entstanden ebenfalls neue Graffiti-Bilder. "Im Zuge des Abrisses und des Ersatzneubaus des Stadions hoffen wir, dass die Wand nicht nur erhalten bleibt, sondern auch einmal mit Sand gestrahlt wird", so Burdukat. Denn die Graffiti-Künstler, die sich hier betätigen, nutzen die Wand, um sich auszuprobieren. Ihre Kunstwerke sind nicht für die Ewigkeit gedacht. "Die Wand wurde bereits mehrfach übermalt. Es wird Zeit, dass sie gründlich gereinigt wird, da bei der Neugestaltung oftmals die alte Farbe wieder zum Vorschein tritt", weiß der Stadtrat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.08.2015
Cornelia Braun

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