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Grimma Stadtwerke Grimma passen Strompreis an
Region Grimma Stadtwerke Grimma passen Strompreis an
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17:39 21.12.2016
Hagen Böhme Quelle: Foto: Andreas Röse
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Grimma

Die Stadtwerke Grimma reagieren auf steigende Umlagen und reichen sie mit der neuen Rechnung ab Januar eins zu eins an ihre Kunden weiter. So klettert im neuen Jahr die Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) um 0,63 Cent auf 6,88 Cent je Kilowattstunde. „Stark gestiegen sind auch die Netzentgelte“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Hagen Böhme. Sie machen etwa 25 Prozent des Strompreises für Haushalte aus. Das führt dazu, dass zum Beispiel im gängigsten Tarif des kleinen Strom- und Erdgasversorgers, Grimma Strom „Base“, der monatliche Grundpreis von zehn auf 11,50 Euro steigt.

Böhme verkündet aber im gleichen Atemzug eine positive Nachricht für die Stadtwerke-Kunden. Das 2013 gegründete Unternehmen gewann in diesem Jahr deutlich an Kunden hinzu. Wegen der damit verbundenen höheren Energiemenge konnte es an der Strombörse in Leipzig günstiger einkaufen. Dort seien auch die Preise gefallen, so Böhme. Deshalb sinkt für die Stromverbraucher der Stadtwerke der Arbeitspreis. Im Tarif Grimma Strom „Base“ sind ab Januar pro Kilowattstunde 25,42 Cent hinzulegen (alt: 25,65 Cent). Ein Durchschnitts-Haushalt von drei bis vier Personen zahlt unterm Strich im nächsten Jahr für seinen Strom etwa zehn Euro mehr, rechnet der 35-jährige Stadtwerke-Chef vor.

Auch für Gewerbetreibende steige der Grund- und sinke der Arbeitspreis, erklärt Böhme. Allerdings hätten die Stadtwerke bislang nur wenige Kunden aus dem gewerblichen Bereich. Zu den Plänen fürs neue Jahr gehört deshalb, stärker an Unternehmen heranzutreten, „dass es ein regionales, konkurrenzfähiges Produkt gibt“.

Die Stadtwerke Grimma verkaufen seit Mitte 2015 Strom und Erdgas. „Wir haben einen sehr guten Kundenzulauf. Dass wir vor Ort sind und faire Preise anbieten, spiegelt sich wider“, freut sich Böhme. Seine Mitarbeiter trügen dazu bei, seien freundlich und kompetent. In der kleinen Geschäftsstelle in Grimmas Lange Straße sind neben dem Stadtwerke-Chef noch eine Buchhalterin und zwei Beraterinnen beschäftigt, für alles andere bedient sich die kommunale Firma bei Dienstleistern. „Es ist wichtig, vor Ort Ansprechpartner zu haben“, weiß Böhme. Bei vielen Unternehmen würde der Kunde oft stundenlang in der Hotline hängen – „alle Fehler der tollen Discount-Anbieter spielen uns in die Karten“.

Als sich die Stadtwerke Grimma GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, für die Energieversorgung entschied, wurden Ziele gesetzt. „Die haben wir mehr als erreicht“, gibt Böhme zu verstehen. Mittlerweile habe das Unternehmen in und um Grimma fast 1000 Kunden, 70 Prozent von ihnen sind in der Muldestadt zu Hause. Sie alle seien in nur eineinhalb Jahren von einem gesättigten Markt geworben worden, ist der Chef zufrieden. „Damit haben wir unser Ziel fast verdoppelt.“

Größter Konkurrent ist die EnviaM als Grundversorger. Doch auf dem Markt tummeln sich genug weitere Stromanbieter. Alle buhlen um Kunden. Manche Leute würden jedes Jahr den Energieversorger wechseln, um den Bonus mitzunehmen. „Wir wollen potenzielle Kunden aber nicht mit einem Bonus locken“, gibt Böhme zu verstehen. Als kleines, kommunales Energieunternehmen wolle man dauerhaft faire Preise anbieten, eine Gewinnmaximierung sei nicht die Philosophie der Stadtwerke.

Die Stadt Grimma hätte 2013 die Konzessionen für Strom und Gas, die bis dahin Mitnetz inne hatte, neu vergeben müssen. Sie entschied sich aber für eine Rekommunalisierung des Netzbetriebes und gründete die Stadtwerke GmbH. Man wolle damit vor Ort ein Kompetenzzentrum für Energie etablieren und bei der Energievermarktung den Bürgern etwas zurück geben, sagt Böhme.

www.stadtwerke-grimma.de

Von Frank Prenzel

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