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Grimma Stadtwerke Grimma ziehen Preise an
Region Grimma Stadtwerke Grimma ziehen Preise an
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12:04 11.01.2019
Kerstin Ulbricht ist seit 1. Dezember 2018 die Geschäftsführerin der Stadtwerke Grimma. Sie arbeitete viele Jahre als Justiziarin der Stadt. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Kunden der Stadtwerke Grimma GmbH (SWG) müssen seit Jahresanfang für Strom, Gas und Wärme etwas tiefer in die Tasche greifen. „Die Einkaufspreise sind gestiegen“, nennt die neue Geschäftsführerin, Kerstin Ulbricht, den Grund. Die Entwicklungen am Markt würden an die Abnehmer weiter gereicht.

Kunden der Stadtwerke Grimma wählen zwischen zwei Tarifen

Für einen normalen Grimmaer Haushalt etwa, der im Jahr bis zu 4000 Kilowattstunden aus der Steckdose zieht, steigt der Preis pro Kilowattstunde um 1,19 auf jetzt 26,16 Cent. Die Grundgebühr hat sich zum Vorjahr nicht verändert und beträgt monatlich 11,50 Euro. Privatkunden, die jährlich mehr als 4000 Kilowattstunden abnehmen, kommen im Grundverbrauch etwas günstiger (25,92 Cent je kWh), zahlen aber eine monatliche Grundgebühr von zwölf Euro. Diese Abrechnung nach Staffelpreis ist neu seit diesem Jahr, bisher standen den Kunden die Tarife „Base“ und „Maxi“ zur Verfügung.

Colditz und Muldental mit günstigeren Tarifen

Die noch jungen Stadtwerke haben mit Colditz und Muldental zwei weitere Tarifgebiete, in denen die Kunden beim Strom sogar etwas günstiger kommen. Denn die Stadt Grimma zählt über 25.000 Einwohner und zahlt deshalb eine höhere Konzessionsabgabe. Im Tarif ist das eingepreist.

Eine Erfolgsmeldung verzeichnete der kleine Energieversorger im November vorigen Jahres, als bei der Kundenzahl die 2000-er Marke geknackt wurde. Zum Jahreswechsel standen exakt 2031 Strom- und Gaskunden unter Vertrag, davon 286 aus dem gewerblichen Bereich. Die Stadtwerke haben inzwischen 351 Kunden außerhalb Grimmas, zwei von ihnen sind sogar in der Stadt Meerane zu Hause.

Wechsel an der Spitze des Unternehmens

Ging nach wenigen Monaten wieder: Dirk Elstermann. Quelle: Frank Prenzel

„Ich gehe davon aus, dass diese erfolgreiche Entwicklung weiter geht“, sagt Kerstin Ulbricht. Die 60-Jährige musste nicht lange überlegen, als ihr Ende vorigen Jahres der Job als Stadtwerke-Geschäftsführerin angetragen wurde. Wie berichtet, hatte Hagen Böhme der städtischen Firma nach fünf Jahren den Rücken gekehrt und sein Nachfolger Dirk Elstermann nach nur vier Monaten im Amt einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet – angeblich wegen differierender Ansichten zur Ausrichtung des Unternehmens. Damit war eine Vakanz an der Spitze entstanden, die Gesellschafter und Aufsichtsrat rasch beseitigen wollten.

Grimmaer Juristin hat Erfahrungen in der Wirtschaft

Die Diplom-Juristin Ulbricht arbeitete zu DDR-Zeiten zunächst in der Rechtsabteilung des Chemieanlagenkombinates Leipzig-Grimma und dann als Justiziarin der Maschinenfabrik und Eisengießerei Wurzen. Im Jahr der deutschen Einheit wechselte sie zur Stadtverwaltung Grimma und übernahm das Haupt- und Personalamt. Nach einer Umstrukturierung arbeitete sie seit 2005 als städtische Justiziarin und kümmerte sich auch um die Beteiligungen der Kommune. Insofern war sie vor sechs Jahren eng in die Gründung der Stadtwerke Grimma eingebunden. „Energiewirtschaft ist für mich kein fremdes Thema“, sagt die Grimmaerin, die im Jahr 2017 an der Fern-Universität Hagen noch ihren Master of Law machte.

Wärme-Contracting auf dem Prüfstand

Seit 1. Dezember lenkt Ulbricht die Geschicke der Stadtwerke, ist stundenweise aber auch noch als Justiziarin der Stadt Grimma tätig. Kraft ihres neuen Jobs agiert sie noch als Mitgeschäftsführerin der Netzgesellschaft Grimma, an der EnviaM 49 Prozent der Anteile hält. Die Stadtwerke seien in Grimma angekommen und konkurrenzfähig, sagt die 60-Jährige. Das beweise auch die stetig wachsende Kundenzahl. Ulbrichts Worten zufolge konzentriere man sich aufs Kerngeschäft, verfolge aber auch aufmerksam das Thema erneuerbare Energie. Konkreter wollte sie dazu noch nicht werden. Auf den Prüfstand kommt hingegen das erst 2017 begonnene Wärme-Contracting. Denn es sei nicht leicht, Kooperationspartner zu finden, so Ulbricht.

Stelle in Grimma neu zu besetzen

Im vierköpfigen Stadtwerke-Team steht übrigens ein Wechsel vor der Tür. Eine Mitarbeiterin verlässt das Haus, nach der Ausschreibung der Stelle laufen bereits Bewerbungsgespräche. Ob die Stadtwerke auch mal personell aufstocken müssen, ist derzeit trotz steigender Kundenzahl nicht absehbar. Zunächst soll der Online-Bereich erweitert werden, so dass eine Anmeldung auch per Mausklick erfolgen kann.

Von Frank Prenzel

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