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Grimma Städtische Kitas geschlossen: Streik in Naunhof belastet Familien
Region Grimma Städtische Kitas geschlossen: Streik in Naunhof belastet Familien
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16:24 09.09.2016
Abschlusskundgebung nach einem dreitätigen Streik in Naunhof auf dem Markt. Quelle: Frank Schmidt
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Naunhof

Der dreitägige Streik städtischer Bediensteter in Naunhof ist am Freitag auf dem Markt mit einem so genannten Streikfrühstück beendet worden. Soll aber nicht heißen, so verkündeter Willi Russ vom Deutschen Beamtenbund als Streikführer, dass es nicht schon bald wieder zu einem weiteren Ausstand kommen könnte. Warum, sei hinlänglich bekannt und schon mehrfach gesagt worden. Da sich der Arbeitgeber derzeit nicht bewege, schwöre er die Streikenden auf einen längeren Arbeitskampf. „Seit nunmehr neun Monaten bemühen wir uns um einen Konsens“, sagte Russ und fügte scherzhaft an: „Normalerweise haben vernünftige Frauen und Männer nach neun Monaten ein Ergebnis, das Hand und Fuß hat“.

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In Naunhof endete am Freitag der dreitägige Warnstreik der Stad-Beschäftigten. Zum Abschluss fand eine Protestkundgebung auf dem Marktplatz statt.

Der Streik ist von zahlreichen Zaungästen aus mehr oder weniger nahen Entfernung beäugt worden. „Ich finde das völlig okay, wenn Arbeitnehmer für ihre Rechte einstehen“, sagte Sandra Sust. „Jeder hat ein Anrecht darauf, für seine Arbeit ordentlich bezahlt zu werden. Ein Tarifvertrag ist dafür die beste Grundlage“, sagte eine Frau, die sich namentlich nicht outen wollte. Ebenso unerkannt wollte eine Frau bleiben, die der Meinung war, dass die städtischen Angestellten „auf hohem Niveau jammern.“ Der Streik hätte vermieden werden können, wenn die vom Stadtrat verlangte Zuarbeit von Funktionsplänen und Tätigkeitsmerkmalen vorliegen würde. Doch damit stand sie allein auf weiter Flur da. „Die Schuld liegt beim ehemaligen Bürgermeister Herrmann, er hat den Tarifvertrag für nicht bindend erklärt. Und der jetzige Bürgermeister will es wieder richten, bekommt aber Dresche vom Stadtrat“, kritisierte Klaus Berthold. „Überall gibt es Tarifverträge, warum nicht hier“, schob der einstige Lehrer fragend nach.

Verena Klein gab offen zu, den Kanal voll zu haben, da die städtischen Kitas geschlossen und ihre Kinder ohne Betreuung seien. „Deshalb habe ich kein Verständnis, weil ich glaube, der Konflikt hätte längst gelöst sein können. Wenn man aber Gespräche verweigert, stattdessen öffentlich streitet, ist doch klar, wer den Schwarzen Peter in der Tasche hat“, sagte die Mutter. In die gleiche Kerbe schlug der kleine dreijährige Franz-Ferdinand mit einem Transparent, auf dem er die Erwachsenen zur Vernunft auffordert, statt sich zu streiten. „Wir Kinder sollen nicht streiten. Redet miteinander und nehmt euch ein Beispiel an uns“, stand da geschrieben.

Negative Auswirkungen auf umliegende Händler hat der Streik offensichtlich nicht gehabt. „Wir hatten deshalb nicht weniger Kunden“, sagte Katja Mehl in einer Fleischerei. Das wurde auch von anderen Händlern so bestätigt, die sich aber nicht zitieren lassen wollten.

Von Frank Schmidt

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