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Grimma Stammtisch macht sich für Spielplatz stark
Region Grimma Stammtisch macht sich für Spielplatz stark
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20:12 11.09.2018
Ivonne Müller und Lutz Simmler gehören zum Honschen Stammtisch, der sich für einen Spielplatz im Grimmaer Ortsteil Hohnstädt stark macht. Auf dieser Wiese könnte er entstehen. Quelle: Frank Prenzel
Grimma/Hohnstädt

Dass die Hohnstädter Kinder einmal unter hohen Wipfeln im Seumepark schaukeln, rutschen und im Sandkasten buddeln konnten – die Erinnerung verblasst. Nichts deutet mehr an den früheren Spielplatz hin, der sich an einer Wegkreuzung des Wäldchens befand und an dem auch ein großer Pilz mit Bänken zum Verweilen einlud. Irgendwann nach der Wende wurden die Spielgeräte abgebaut und die vielleicht 100 Quadratmeter umfassende Fläche bepflanzt. Inzwischen schiebt sich das Grün durch einen Zaun, der wohl zum Schutz der Vegetation errichtet worden war.

Stammtisch seit Herbst aktiv

Einige Hohnstädter wollen sich mit dem Zustand nicht zufrieden geben und machen sich stark für einen neuen öffentlichen Spielplatz im Grimmaer Ortsteil. Genau genommen ist es der Honsche Stammtisch, der sich im Herbst vorigen Jahres gebildet hat und momentan ein halbes Dutzend Leute vereint. „Wir wollen das Hohnstädter Leben unterstützen“, erklärt Lutz Simmler, der mit Ivonne Müller federführend bei der Truppe ist. „Der Spielplatz ist unser erstes richtiges Projekt.“

Bauvoranfrage läuft bereits

Erste Teilerfolge können verbucht werden. So steht die Stadtverwaltung dem Projekt aufgeschlossen gegenüber, sofern die Genehmigung und Investition in Hand der Hohnstädter bleibt. Beim Landratsamt läuft eine Bauvoranfrage, ob die Wunschfläche zwischen Volleyballplatz und Gefallenendenkmal genutzt werden darf. Und die Hohnstädter haben es in die diesjährige Abstimmungsrunde der Fanta-Spielplatz-Initiative geschafft.

Plakate werben für Spielplatz-Voting im Internet

Noch bis Ende September kann im Internet jeder einmal am Tag für seinen Favoriten voten. Hohnstädt ist dabei. „Wenn wir 1000 Euro bekämen, wäre das schon toll“, schaut Müller jeden Tag voller Spannung auf die Fanta-Homepage. Für diese Summe müsste mindestens Platz 150 erreicht werden. Der Sieger erhält 10000 Euro. Der Stammtisch ruft deshalb alle Grimmaer auf, sich rege an der Abstimmung zu beteiligen und wirbt an auffälligen Stellen mit kleinen und großen Plakaten.

Spielplatz an der Schule ohne öffentlichen Zugang

Zwar gibt es in Hohnstädt einen Spielplatz für die Schule. Aber der ist umzäunt und nicht frei zugänglich. Simmler, Müller und ihre Mitstreiter schwebt mit der neuen Anlage jedoch kein herkömmlicher Spielplatz vor. Statt Schaukel, Rutsche und Kletterturm sollen ein Fühlweg, flache hölzerne Kletterelemente und Bänke ihren Platz finden. „„Wir wollen etwas zum Erleben und Anfassen und haben eine Gartenarchitektin im Team, die uns berät“, erläutert Müller. Für Grimmas Boul-Freunde, die derzeit auf dem Hohnstädter Fußballplatz ihrem Hobby nachgehen dürfen, soll hier auch eine Boul-Strecke entstehen. „Mit dem Platz wollen wir Jung und Alt ansprechen“, betont Simmler.

Projekt verschlingt mindestens 10 000 Euro

Das Areal soll möglichst kostengünstig errichtet werden, auch deshalb die naturnahe Gestaltung. Dennoch rechnet Simmler mit 10 000 Euro als „untere Grenze“. Schließlich sei auch Erdreich zu bewegen, Material zu beschaffen und für Pflanzen zu sorgen. Die Hohnstädter wären deshalb nicht traurig, wenn von den zusätzlichen 70 000 Euro, die der Freistaat in diesem Jahr der Stadt zur freien Verwendung gibt und die Grimma in seine Spielplätze stecken möchte, auch etwas für sie abfällt. Und sie wollen Unternehmen des Stadtteils um Hilfe bitten.

Künftige Bewirtschaftung noch offen

Wichtig sei, dass die Kommune den Spielplatz künftig bewirtschaftet, sagt Simmler. „Das können wir paar Bürger nicht schultern.“ Angedacht ist zudem, dass der Hohnstädter Sportverein, der schon den Volleyballplatz betreut, ein Auge auf die neue Spielstätte hat. Simmler, aktiv auch als CDU-Stadtchef, und Müller, Mitglied im Vorstand des SPD-Ortsvereins, sehen sich jedenfalls schon in Gedanken mit ihren Enkelkindern auf dem Spielplatz verweilen.

Die Abstimmung ist bis zum 30. September (23.59 Uhr) unter www.fsi.fanta.de möglich. Das Deutsche Kinderhilfswerk wählte aus den eingegangenen Bewerbungen aus. 150 Spielplätze mit den meisten Stimmen dürfen sich über eine Förderung freuen. Aus Grimma sind auch noch Großbardau und Fremdiswalde im Ranking-Finale.

Von Frank Prenzel

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