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Grimma Pomßener Konzertsaison beginnt am Pfingstmontag
Region Grimma Pomßener Konzertsaison beginnt am Pfingstmontag
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10:48 16.07.2018
Die Orgel in der Pomßener Kirche. Sie war 2005/’06 in den Originalzustand zurückversetzt worden.   Quelle: Thomas Kube
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Parthenstein/Pomssen

 Mit dem ersten von sechs hochkarätigen Konzerten startet der Förderverein zur Erhaltung und Pflege der Renaissanceorgel Pomßen am Pfingstmontag in seine neue Veranstaltungssaison. Erwartet wird ein Künstlerehepaar aus Frankreich, das Werke vornehmlich aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu Gehör bringt.

Mitteltönige Orgel lässt nur ausgewählte Tonarten klingen

„Für diese Musik ist unsere Orgel ideal geschaffen“, sagt Dieter Wadewitz, im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. „Sie wurde mitteltönig gestimmt, das heißt, es lassen sich nur ausgewählte Tonarten spielen.“ Stücke von Johann Sebastian Bach, dem berühmten Barockkomponisten, würden sich zum Teil schaurig anhören.

Der Unterschied ist gewollt. Als 2005/2006 die Dresdner Werkstatt Wegscheider die Orgel restaurierte, war es das Ziel des Fördervereins, sie in den Urzustand der Renaissance zurückzuversetzen, was laut Wadewitz mit viel Liebe und Akribie geschah. „Zwar hatte es über die Jahrhunderte hinweg mehrere Umbauten gegeben, doch es war noch ein Großteil der Originalsubstanz vorhanden“, erklärt der 73-Jährige, der in Probstheida wohnt. Auch die für die damalige Zeit typischen Spielereien blieben erhalten – der Vogelgesang, der sich zum Schluss von sommerlichen Liedern anbietet, und der Zimbelstern, der Weihnachtsweisen eine besondere Note gibt.

Familie von Ponickau setzte sich für das Instrument ein

In erster Linie ist das Instrument der Familie von Ponickau vom Schloss und Rittergut Pomßen zu verdanken. Ihr war sehr an der Innenausgestaltung der im 13. Jahrhundert erbauten Wehrkirche gelegen. Als ein Sturm 1660 das Gotteshaus samt Orgel stark beschädigte, erteilte Sophia von Ponickau den Auftrag zum Neubau des Instruments, den Gottfried Richter aus Döbeln übernahm. Am 22. März 1671 wurde es mit einem feierlichen Gottesdienst geweiht, 14 Jahre bevor Bach das Licht der Welt erblickte.

„Immer wieder taucht in Publikationen die Falschinformation auf, das Gehäuse wäre älter als das Innere. Richtig ist, dass beides aus einer Zeit stammt“, erklärt Dieter Wadewitz. Er muss es wissen, hat er doch nach seiner Tischlerlehre bei der Leipziger Firma Lahmann Orgelbau gelernt. Zwar sattelte er später um und wurde Architekt, doch er kannte den namhaften Bad Lausicker Orgelspezialisten Klaus Gernhardt, der dem Pomßener Förderverein vorsitzt und der ihn für die Mitgliedschaft warb.

Schiff und Altarraum der Wehrkirche Pomßen. Quelle: Thomas Kube

Für das künstlerische Programm ist Roland Börner verantwortlich. Der Professor für Chordirigieren an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig wählte auch für dieses Jahr Künstler aus aller Herren Länder aus, die extra kommen, um dieses Instrument erleben zu können.

Den Reigen beginnen am Pfingstmontag Michel und Yasuko Bouvard aus Lyon, beide sind renommierte Musiker für die Interpretation Alter Musik und international bekannt. Sie spielen zwei- und vierhändig zum Teil noch wenig bekannte Werke alter spanischer, französischer, englischer und deutscher Meister der Renaissance und des Frühbarock.

Konzert am Pfingstmontag ab 16 Uhr, Kirche Pomßen; weitere Termine: 1. Juli, 12. August, 14. Oktober, 11. November und 9. Dezember; nähere Informationen unter www.orgelpomssen.de

Von Frank Pfeifer

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