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Steigende Zahl der Demenzkranken stellt Kliniken vor Probleme

Steigende Zahl der Demenzkranken stellt Kliniken vor Probleme

Die steigende Zahl der Demenzpatienten stellt Krankenhäuser vor Probleme. Dies war gestern Thema des Pflegenetzwerkes in der Bornaer Sana-Klinik. "Was er zu Hause gut kennt, gibt einem Demenzpatienten Sicherheit.

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Demenzkranke sind Patienten, auf die sich Kliniken noch mehr einstellen müssen.

Quelle: Jens Wolf

Borna. Aber wenn er in die Klinik kommt, ist dies alles weg. Das macht die Sache so schwierig", sagte Doris Krumbholz. Sie ist Geschäftsführerin der gleichnamigen Pflegegruppe in Groitzsch, leitet eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzkranken und hat selbst eine Demenzpatientin in der Familie. In den Krankenhäusern sei in den vergangenen Jahren für diese Patientengruppe schon "viel passiert", aber trotzdem würden bei Angehörigen die negativen Erfahrungen überwiegen. Das Wichtigste sei ihrer Meinung nach die praxisnahe Weiterbildung des Personals. Immer noch würden Ärzte, Schwestern und Pfleger zu wenig über diese Krankheit wissen. So passiere es, dass die Frau eines Demenzpatienten der Krankenschwester ans Herz legt, dass ihr Mann nie allein etwas trinkt - doch die Schwester am nächsten Tag sagt: "Ich habe ihrem Mann hundertmal gesagt, er soll trinken, aber er tut es nicht!"

Mit der Selbsthilfegruppe stellte die Groitzscherin eine Wunschliste zusammen. Ganz oben stehen neben gut geschulten Mitarbeitern spezielle Stationen für Demenzkranke - und Extra-Personal. In Pflegeheimen ist das schon Wirklichkeit dank eines neuen Gesetzes. "Das hilft uns so sehr", meinte Krumbholz mit Erfahrungen aus zwei eigenen Pflegeheimen. "Warum ist das im Krankenhaus nicht möglich?"

Die Kliniken sind an dem Thema interessiert. Denn immer mehr Demenzkranke stellen das Personal zunehmend vor Herausforderungen. Ein demenzfreundliches Krankenhaus sei das Ziel des Sana-Klinikums, sagte die Bornaer Pflegedienstleiterin Cornelia Reichardt. Auch wenn man davon "noch ein ganzes Stück entfernt ist", sei bereits einiges passiert. So werden stark verwirrte Patienten auf Stationen untergebracht, wo der Betreuungsschlüssel hoch ist. Es gebe Trinkprotokolle, Sturzprophylaxe, Teambesprechungen mit Personal aus verschiedenen Abteilungen, auch um enge Kontakte zu Angehörigen und Betreuern sei man bemüht. Ehrenamtler des Hospizdienstes würden mitunter Nachtwachen am Bett übernehmen.

Die nächtliche Betreuung von Demenzkranken ist schwierig, auch weil zu dieser Zeit weniger Personal auf den Stationen ist. Ein Modellprojekt, finanziert mit Bundesmitteln, soll hier helfen. Es heißt Nachtcafé und ist im Leipziger Helios Park Klinikum angesiedelt. Dort kommen auf Wunsch Projektmitarbeiter nachts in die Klinik und kümmern sich auf einzelnen Stationen um unruhige Demenzpatienten, die eine Extra-Betreuung brauchen. Im Vorfeld wird über den Betroffenen gesprochen, über seine Krankheit, seine Biografie und was er gern tut, sagte Nachtcafé-Koordinatorin Nadine Weizenmann. Ziel sei, so etwas fest in den Klinikalltag zu integrieren.

Im Pflegenetzwerk des Landkreises Leipzig arbeiten seit fünf Jahren verschiedene Partner zusammen, um die Situation für Patienten und Pflegerinnen zu verbessern und Missstände abzubauen. Ein "herzliches Dankeschön" an alle Aktiven sagte zum gestrigen Internationalen Tag der Pflegenden Karina Keßler, Leiterin des Pflegenetzwerkes und seit 25 Jahren Sozialamtsleiterin. Sie fordert bessere Rahmenbedingungen von Seiten der Politik und Pflegekassen, zum Beispiel was den Bürokratieabbau betrifft. "So könnten sich Pflegekräfte intensiver der Arbeit am Menschen widmen und von teils überflüssigen Dokumentationspflichten entlastet werden", so Kessler. Im Landkreis gibt es rund 150 ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.05.2015
Claudia Carell

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