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Steinbruch wirbelt Staub auf

Steinbruch wirbelt Staub auf


Parthenstein/Großsteinberg. Für Großsteinberger war es 2007 eine gute Nachicht, als die Sächsische Quarzporphyr-Werke GmbH ankündigte, im Großsteinberger Betrieb eine neue Aufbereitungsanlage zu errichten, die dem neuesten Stand der Technik entspricht.

. Doch die Erwartungen an sinkende Lärm- und Staubbelastung haben sich bisher nicht erfüllt.

„Die neuen Brecher- und Siebanlagen, die eingehaust werden, werden sich in größerer Distanz zur Ortslage befinden als die bisherigen" hieß es seinerzeit aus der Unternehmenszentrale. Die kündigte damals an: Künftig werden Lärm- und Staubbelastungen weiter sinken. 2008 ist die neue Anlage in Betrieb gegangen. Doch mittlerweile wirbelt sie in Großsteinberg ganz schön Staub auf.

„Die Belastung für den Ort ist nicht geringer, sondern sogar größer geworden", sagt Bürgermeister Jürgen Kretschel und vor allem Anwohner aus der Bergstraße und aus der Wohnsiedlung Grethener Straße zeigen sich empört. „Die wollen die Millionen-Investition auf Kosten der Bürger schnell wieder reinholen", meint Anwohner Bernd Bedemann.

Bedemann steht mit Rudi Linzmaier und Bürgermeister Jürgen Kretschel auf der Kuppe der Bergstraße und schaut hinüber zum Steinbruch. Dort klackert das Gesteinsmaterial von einem weit nach oben gerichteten Förderband herunter auf die Vorbruchhalde. Eine große Staubwolke liegt über dem Betriebsgelände und zieht in Richtung Wald. „Heute haben wir Glück, dass der Wind nicht aus Ost weht, sonst sähe es so aus", sagt Linzmaier und zeigt auf Fotos, auf denen dick verstaubte Autos in der Bergstraße zu sehen sind. „So sieht das aus, was wir hier abkriegen", sagt er. Bedemann weist auf die Staubwolke überm Betriebsgelände und meint: „Da muss man doch nicht erst messen. Das sieht doch jeder, dass hier die Umwelt belastet wird."

Das sieht auch Bürgermeister Kretschel so. Wiederholt hat er nicht nur die Unternehmensleitung, sondern auch das Sächsische Oberbergamt auf Staub- und Lärmentwicklung im Steinbruch hingewiesen und gefordert, Abhilfe zu schaffen. „Das Oberbergamt aber behauptet, hier bewege sich alles in den vorgegebenen Grenzwerten" konstatiert Kretschel und fügt hinzu: „Dass ist nicht nachzuvollziehen. Jeder, der in seinem Garten etwas verbrennt, muss mit Auflagen rechnen, aber hier wird behördlich sanktioniert, dass die Gegend verstaubt wird." Bedemann drückt es etwas drastischer aus: „Die wollen uns verarschen."

Wie Martin Herrmann, Abteilungsleiter beim Sächsischen Oberbergamt, auf LVZ-Anfrage mitteilt, wurde die neue Aufbereitungsanlage 2007 immissionsschutzrechtlich genehmigt. Dabei seien Lärm- und Staubprognosen vom Dezember 2006 zugrunde gelegt worden. Kontrollen zur Lärm- und Staubentwicklung im Großsteinberger Steinbruch würden durch das Sächsische Oberbergamt als zuständige Berg- und Immissionsschutzbehörde vorgenommen. Die letzte unangekündigte Kontrolle hätte es im Juli dieses Jahres gegeben, sagt Herrmann. „Die Beschreibung, dass die Landschaft mit einer Staubwolke überzogen ist, deckt sich nicht mit den bei Kontrollen durch das Sächsische Oberbergamt vorgefundenen Verhältnissen. Bisher wurden nur, wenn überhaupt, lokal begrenzte Staubentwicklungen festgestellt, die keine Hinweise auf einen nicht bestimmungsgemäßen Betrieb geben", stellt er fest.

Ungeachtet dessen sei man mit dem Unternehmen im Kontakt, um „zusätzliche Maßnahmen, die über den Genehmigungsumfang hinausgehen, abzusprechen." Wie diese Maßnahmen aussehen sollen, erklärt Matthias Zeipert, Geschäftsführer der Sächsischen Quarzporphyrwerke. Die Siebanlage soll zwei Schallschutzwände erhalten. „Bis Ende des Jahres wird das noch realisiert", erklärt er. Die Problemlösung an der Vorbruchhalde brauche jedoch noch gewisse Zeit. „Wir hoffen, dass wir hier 2012 aktiv werden können", so der Geschäftsführer. „Wir prüfen zurzeit fünf verschiedenen Varianten, um eine Lösung zu finden, die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten entspricht. Wir sehen uns in der Verantwortung, aber in Aktionismus verfallen wollen wir nicht."

Die Großsteinberger, die – so Linzmaier – „von den Ankündigungen des Unternehmens bisher nur hingehalten worden sind" und ihre Interessen von der Bergbaubehörde unberücksichtigt sehen, wollen keine Ruhe geben, bis sich die Situation für den Ort bessert. Linzmaier: „Wenn sich demnächst nichts ändert, werden wir den ganzen Ort sensibilisieren."

Andreas Läbe

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Von Redakteur Andreas Läbe

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