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Steindruck-Schenkung: Ahnsener denkt an die Heimatstadt seiner Vorfahren

Grimma Steindruck-Schenkung: Ahnsener denkt an die Heimatstadt seiner Vorfahren

Vor einem Familientreffen in diesem Jahr stöberte Michael Wolschke aus Ahnsen in alten Hinterlassenschaften seines Vaters. Dabei fielen dem 69-Jährigen mehrere Steindrucke mit historischen Grimmaer Motiven in die Hand. Ehe sie weiter in seinen Mappen schlummern, schenkte er sie der Stadt Grimma. Die erhält pro Jahr etwa zwei bis drei Schenkungen historischer Dinge.

Mehrere Steindrucke mit Grimmaer Motiven überließ Michael Wolschke aus Ahnsen der Stadt Grimma. Sie zeigen Grimma und Umgebung um das Jahr 1840 nach Zeichnungen von F. Harnisch, die 1940 nachgedruckt wurden. Marlen Sandmann vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Grimma zeigt hier einige der Drucke.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Vor einem Familientreffen in diesem Jahr stöberte Michael Wolschke aus Ahnsen in alten Hinterlassenschaften seines Vaters. Dabei fielen dem 69-Jährigen mehrere Steindrucke mit historischen Grimmaer Motiven in die Hand. Und da die liebe Verwandtschaft kein Interesse an deren Besitz zeigte, kam er auf eine Idee. „Ehe sie noch ein paar Jahre im Ordner schlummern, schenke ich sie lieber der Stadt Grimma“, so der Senior. Gedacht, getan. Sebastian Bachran von der städtischen Pressestelle signalisierte sofort Interesse, und so gingen die zehn Steindrucke nach Zeichnungen von F. Harnisch und eine farbige Malerei des Schlosses Döben via Post auf die Reise von Niedersachsen nach Sachsen.

Dass die Drucke bei Wolschke lagen, ist kein Zufall. Seine familiären Wurzeln reichen nach Grimma. Und dort war der Name Wolschke vor dem Zweiten Weltkrieg offenbar eine Institution. Denn Michaels Großvater Fritz, der in der Weberstraße wohnte, war seinerzeit eine maßgebliche Person im Musikleben Grimmas. „Er hatte ein eigenes kleines Orchester aufgebaut“, erinnert sich der Ahnsener, der die Muldestadt aus ein halbes Dutzend Besuchen kennt und seinen Kindern einst auch das Grab der Großeltern zeigte. Wolschkes Vater Martin schrieb später das Buch „Stadtpfeiferei zu Lehrlingskapelle und Sinfonieorchester“. Mit dem Handbuch für Sozialgeschichte des Musikerstandes am Beispiel Grimmas setzte er seinem Vater Fritz Wolschke sozusagen ein Denkmal.

Michael Wolschke erblickte vor fast 70 Jahren im westfälischen Hamm die Welt. Dorthin hatte es seinen Vater nach dem Zweiten Weltkrieg verschlagen. Nach der Wende hinterließ Martin Wolschke, der 2004 starb, seiner Geburtsstadt Grimma einige Historien, darunter Dokumente und den Taktstock seines stadtpfeifenden Vaters Fritz. Sein Sohn tat es ihm nun gleich, weil er die 33 mal 25 Zentimeter großen Steindrucke bei der Stadt am besten aufgehoben weiß.

Allerdings handelt es sich nicht um Raritäten. Die erste Auflage „Grimma und Umgebung“ nach Zeichnungen von F. Harnisch wurde 1840 zur Zeit der Romantik herausgegeben. Genau 100 Jahre später – 1940 – erschien ein Nachdruck, aus dem auch Wolschkes Exemplare stammen. Sie gestatten einstige Blicke auf Hohnstädt, das Gymnasium (vor dem Umbau), die Pöppelmann-Brücke mit Schloss, Höfgen oder Nimbschen. Die Auflage war offenbar üppig. „Wir haben schon solche Steindrucke“, erzählt Stadtsprecher Bachran und vermutet in den hiesigen Museen weitere Exemplare. Der komplette Druck ziert in der ersten Etage des Stadthauses die Wände. Und da die geschenkte Drucke zudem Altersspuren aufweisen, werden sie dem Archiv übergeben.

„Es ist trotzdem ein ideeller Wert“, sagt Bachran. Die Stadt sei über jede solcher Schenkungen dankbar. Dieser Weg sei besser, als die historischen Utensilien einfach wegzuwerfen. „Wir nehmen sie gern entgegen“, so der Stadtsprecher. Eine Schenkung sei für die Stadt zudem besser zu händeln als eine Dauerleihabe, erläutert er. Seinen Worten zufolge gibt es im Jahr etwa zwei bis drei solcher Schenkungen. Oft seien es ältere Leute, die umziehen oder entrümpeln und dabei Dokumente und Gegenstände finden, die sie der Stadt oder dem Göschenhaus-Museum vermachen. Die Stadt ist froh darüber. Bachran: „Besser, sie kommen zurück zum Ursprung.“

Von Frank Prenzel

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