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Stephanie II. übernimmt das Zepter in Colditz zum Birkenfest

22. Auflage Stephanie II. übernimmt das Zepter in Colditz zum Birkenfest

Die Wetterpropheten sagen Sonnenschein und Frühlingstemperaturen voraus für das 22. Birkenfest am Wochenende. Eine gute Grundlage also dafür, dass der Höhepunkt im Colditzer Kulturleben wieder zum Besuchermagnet wird. Verstecken muss sich die Stadt nicht mit dem Programm, das viel Neues bietet.

Voll ist die Stadt zum Birkenfest, wie hier zum letzten im Jahr 2014. Die Verantwortlichen hoffen, dass es auch jetzt wieder viele Besucher nach Colditz zieht.

Quelle: Robin Seidler

Colditz. Die Wetterpropheten sagen Sonnenschein und Frühlingstemperaturen voraus für das 22. Birkenfest am Wochenende. Eine gute Grundlage also dafür, dass der Höhepunkt im Colditzer Kulturleben wieder zum Besuchermagnet wird. Nach der gigantischen 750-Jahrfeier im vergangenen Jahr, die das Birkenfest ersetzte, werden zwar etwas kleinere Brötchen gebacken. Verstecken muss sich die Stadt aber nicht mit dem Programm, das viel Neues bietet.

Streng hütet Anje Heinz vom Kulturamt noch das Geheimnis, wer Sandra Rosenberg als Birkenkönigin ablöst. „Sie stammt aus Colditz, ist groß, blond, sehr sympathisch“, lässt sie durchblicken und verrät dann nach einigem Bohren wenigstens den Namen: Stephanie II. Zur Krönung am Sonnabend ab 15.30 Uhr an der Hauptbühne erfahren die Besucher genau, welches Kind der Stadt über die nächsten zwei Jahre regieren wird. Erstmals soll die Zeremonie mit einer kulturellen Umrahmung laufen, neben der Colditzer Schützengesellschaft wird die Band Fein erwartet. Wie im vergangenen Jahr steht die Hauptbühne auf dem Sophienplatz. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Heinz. „Auf dem Markt, wo wir zuvor gefeiert hatten, war alles beengter, die Bühne kleiner, und dort liegt Kopfsteinpflaster. Der Sophienplatz bietet mehr Raum und ist asphaltiert. Außerdem entschärft sich die Verkehrssituation, wenn wir den Markt außen vor lassen.“

Viele neue Töne sollen neugierig auf das Fest machen. Das beginnt schon am Freitagabend mit dem größten Zumba-Event des Muldentals an der Kleinkunstbühne auf dem Parkplatz Nicolaistraße. Jeder kann mittanzen, wenn heiße lateinamerikanische Rhythmen erklingen, begleitet von einer großen Lichtshow. Instruktorin Doreen Schurzmann will ab 19 Uhr alle ins Schwitzen bringen. Am Sonnabend wird sie noch einmal in Erscheinung treten, dann auf der Hauptbühne mit einer Kids-, Hip-Hop- und Zumba-Animations-Party sowie einem Burlesque-Showtanz. Beginn: 17.15 Uhr.

„Wir wollen ein Programm für Jung und Alt“, sagt Anje Heinz. So wartet Clown Balli auf die Jüngsten. Am Sonnabend präsentieren sich ab 14.15 Uhr Nachwuchstalente in einer Show auf der Kleinkunstbühne. Der DJ’s Club Island, der aus dem Jugendcenter Colditz hervorging, bringt angesagte regionale Discjockeys mit. Der Leipziger Verein Popsaxony bietet eine Melange aus den 1980ern und modernem Synth. Das Naunhofer Ensemble Al Oriental, wie viele zum ersten Mal dabei, zeigt am Sonntag orientalischen Tanz. Ein Phil-Collins-Double gestaltet den Samstagabend auf der Hauptbühne. Oldies, Rock und Pop von den 1960ern bis heute sind schon am Freitagabend zu hören. Andreas Holm und Thomas Lück, zwei Schlagerstars aus DDR-Zeiten, hoffen am Sonntagnachmittag ein großes Publikum zu finden, bevor Toni Kraus und später die Colditzer Gruppe Channel 4 musikalisch übernehmen und 22 Uhr auf dem Sportplatz das Höhenfeuerwerk zum Abschluss gezündet wird.

Zahlreiche andere Bands, Chöre, Schausteller auf der unteren Sophienstraße und dem Sophienplatz, Vereinspräsentationen, ökumenischer Gottesdienst und Modenschau runden die drei tollen Tage ab. „Was Colditz als Kleinstadt auf die Beine stellt, ist einfach Wahnsinn.“ Diesen Satz hört Anje Heinz zuhauf. In der Tat handelt es sich um ein Fest, das brummt; 10 000 bis 15 000 Besucher gelten als feste Größe in der 9000-Einwohner-Kommune. Der Erfolg hat freilich seinen Preis. „Wir nehmen uns jährlich ein Programm vor, das 10 000 Euro kostet. Und wie immer liegen wir auch jetzt wieder leicht darüber“, sagt die Kulturverantwortliche im Rathaus. Dazu kämen Kosten für Musikrechte, Versicherungen, Strom, Wasser, also für vieles, was die Besucher nicht direkt sehen. So steht am Ende eine Summe von rund 30000 Euro, die zusammengebracht werden muss, ohne von den Besuchern auch nur einen Cent an Eintrittsgeld zu verlangen.

Das Stadtsäckel würde die Ausgabe nicht hergeben. Also ist Colditz stets auf Werbepartner angewiesen, die das Gros stemmen. Irgendwie klappt das auch immer, denn der Stadt geht es nicht nur darum, drei Tage zu feiern, sondern sie will sich positiv nach außen vermarkten. Und davon profitieren alle.

Von Frank Pfeifer

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