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Grimma Stiftungsnachmittage im PH 9 auch acht Jahre nach der Flut noch beliebte Treffpunkte
Region Grimma Stiftungsnachmittage im PH 9 auch acht Jahre nach der Flut noch beliebte Treffpunkte
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05:00 28.07.2010
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. Einst aus dem Flutnachmittag hervorgegangen, wo sich Hochwasseropfer unmittelbar nach der Katastrophe Hilfe besonders im Kontakt mit Ämtern, Behörden und Versicherungen holen konnten, hat sich daraus eine gemütliche Runde gebildet.

Über all die Jahre hinweg ist dieser lieb gewonnene Treff ganz besonders für Betroffene zu einem zweiten Zuhause geworden.

„Wir freuen uns natürlich auch über andere Gäste, die nicht von der Flut betroffen waren", warb Angelika Sallat in eigener Sache für diese ungezwungenen Stunden, die mit Kaffeetrinken und stets mit einem kleinen kulturellen Beitrag bereichert werden. „Sie glauben es kaum, aber da treffen sich tatsächlich Leute, die früher einmal gemeinsam auf der Schulbank saßen. Oder andere, die mal Nachbarn waren, sich aber irgendwie aus den Augen verloren haben", sagte Angelika Sallat. Und freilich gibt es die Stammgäste, die schon damals den Weg zum PH9 fanden. Gleich einen ganzen Tisch beanspruchen Sieglinde Fuhrmann und ihre Nachbarn aus der Schulstraße.

Dass dort das Wasser 3,20 Meter hoch stand, kann man heute an den Markierungen am Haus ablesen. Die Bilder von den dramatischen Rettungseinsätzen gingen um die Welt. Doch die waren Momentaufnahmen – aus den Augen aus dem Sinn. Nicht für Sieglinde Fuhrmann. Bei ihr läuft ein Film ab, wenn sie nur daran denkt. Bereitwillig kramt sie in ihren Erinnerungen und spannt damit einen Bogen von damals, „den furchtbaren Erlebnissen", wie sie sagt, bis heute, „wo wir froh sind, alles einigermaßen überstanden zu haben." Wobei auch das relativ ist. Ihr Mann beispielsweise ist inzwischen verstorben. „Nicht an den unmittelbaren Folgen der Flut", sagte Sieglinde Fuhrmann. Das sei ja auch erste drei Jahre später gewesen. „Aber seelisch hat es ihm mächtig zugesetzt, er konnte das alles nicht fassen." So groß auch die Sorge und Ungewissheit um die Existenz damals war – „Wir konnten ja nicht vorher wissen, dass hinterher so viele Spenden fließen würden" – so glücklich ist die 72-Jährige über das, was danach passierte. „Meine Nachbarn kannte ich alle vom Schwatz am Gartenzaun. Aber seit der Flut, wo wir uns gegenseitig halfen, sind wir enger zusammen gerückt und eine eingeschworene Gemeinschaft geworden." Wann immer es etwas zu feiern gab, fand man sich dazu wieder zusammen. So auch zum fünften Jahrestag der Flut. Und schon jetzt werden wieder Pläne geschmiedet, den zehnten Jahrestag ebenso zu feiern. „Das sind zwar noch zwei Jahre hin, aber das bereiten wir schon jetzt vor."

Frank Schmidt

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