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Verletzter Storch in Otterwisch: Küken mit Antibiotika sollen Linderung verschaffen

Rettungsaktion Verletzter Storch in Otterwisch: Küken mit Antibiotika sollen Linderung verschaffen

Die jüngsten Versuche, den verletzten Jungstorch von Otterwisch einzufangen und ihn medizinisch zu behandeln, sind vorerst gescheitert. Nun sollen mit Antibiotika geimpfte Küken als Futter für erste Linderung sorgen. Zudem wird ein Netz für eine neue Rettungsaktion gesucht.

Der verletzte Storch hält sich auf einer Wiese auf und hat sich Rettungsversuchen bislang durch Flucht entzogen.
 

Quelle: Klaus Dröge

Otterwisch.  Gescheitert sind auch die  jüngsten Versuche, den verletzten Jungstorch von Otterwisch einzufangen, um ihn medizinisch behandeln zu können. Er scheint von allein etwas mehr zu Kräften gekommen sein. Sein Bein wird aber nicht ohne ärztliches Zutun heilen. Nun sollen ihm vorerst auf ungewöhnliche Weise Antibiotika verabreicht werden, bis bessere Fangtechnik zur Verfügung steht.

Weiter hält sich der Storch auf einer Wiese bei Otterwisch auf. „Er wechselt dort zwischen zwei Lachen, findet Würmer, Heuschrecken und anderes Getier. Ernähren kann er sich also“, sagt Klaus Döge, Vorsitzender der Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz. „Erstaunlich, dass er sogar lernt, mit seinem gesunden Bein umzugehen. Er schlägt mit den Flügeln und kommt ein paar Meter weiter.“

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Bernd Holfter, der im früheren Kreis Grimma die Störche betreute, probierte nochmals, mit einem Traktor als Tarnung nah genug an Adebar heranzukommen, um ihm ein Netz überzuwerfen. Er sprach einen Bauern an, der sofort einwilligte. Doch zehn Meter, bevor die Beiden nah genug dran waren, machte sich der Verletzte aus dem Staub. „Durch die vielen Fangversuche ist er nervös und noch scheuer geworden“, vermutet Döge.

Er sucht nun nach einem Netz, das sich abschießen lässt. Im Internet könnte er es für 1000 Euro kaufen, doch über so viele Spenden verfügt der 65-Jährige nicht, der gemeinhin als Otterwischer Storchenvater bekannt ist. Deshalb hofft er, dass sich vielleicht eine Firma findet, die das Geld für den jetzigen Fall oder für eventuelle spätere Einsätze zur Verfügung stellt.

Hoffnungen, solch ein Netz auszuleihen, blieben bisher unerfüllt. „Ich rief unter anderem im Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt an, ob sie uns eins zur Verfügung stellen könnten. Doch sie haben kein eigenes“, so Döge. Selbst im Zoo Leipzig hatte er am Dienstag keinen Erfolg.

Bis eine Lösung gefunden ist, soll der Jungstorch medizinisch versorgt werden. Döge hat dafür Küken von der Ökologischen Station Borna-Birkenhain geholt. „Sie wollen wir mit Antibiotika impfen und als Futter für den Storch aussetzen. Frisst er die Küken, tun wir nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern stärken ihn auch noch körperlich“, erklärt er. Fünf Tage hintereinander müsste das Tier die Medizin zu sich nehmen.

Am Einfangen führt aber letztlich kein Weg vorbei. Das gebrochene linke Schienbein ist schon schwarz geworden, der Fuß angeschwollen. Der Naturschützer kann sich nur noch eine Amputation des verletzten Beins vorstellen. Das müsse aber in der Leipziger Tierklinik geschehen. Anschließend ließe sich der Storch in einer Naturschutzstation wie jener in Loburg aufpeppeln.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte er sich vermutlich bei der morgendlichen Nahrungssuche verletzt. Wie, das ist unbekannt. Als er 6.15 Uhr zum Nest zurückkehrte, hing das Bein schon herab. Das zeigt ein Video, das Klaus Döge vorliegt. Er filmt seit diesem Jahr das Geschehen im Nest in hochauflösender HD-Qualität, im Internet sind die Bilder live zu sehen. Entsprechend groß war das Echo auf das Unglück. Aus zahlreichen Ländern von fast allen Kontinenten nahmen und nehmen Tierschützer regen Anteil.

Von Frank Pfeifer

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