Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Verletzter Storch in Otterwisch: Küken mit Antibiotika sollen Linderung verschaffen

Rettungsaktion Verletzter Storch in Otterwisch: Küken mit Antibiotika sollen Linderung verschaffen

Die jüngsten Versuche, den verletzten Jungstorch von Otterwisch einzufangen und ihn medizinisch zu behandeln, sind vorerst gescheitert. Nun sollen mit Antibiotika geimpfte Küken als Futter für erste Linderung sorgen. Zudem wird ein Netz für eine neue Rettungsaktion gesucht.

Der verletzte Storch hält sich auf einer Wiese auf und hat sich Rettungsversuchen bislang durch Flucht entzogen.
 

Quelle: Klaus Dröge

Otterwisch.  Gescheitert sind auch die  jüngsten Versuche, den verletzten Jungstorch von Otterwisch einzufangen, um ihn medizinisch behandeln zu können. Er scheint von allein etwas mehr zu Kräften gekommen sein. Sein Bein wird aber nicht ohne ärztliches Zutun heilen. Nun sollen ihm vorerst auf ungewöhnliche Weise Antibiotika verabreicht werden, bis bessere Fangtechnik zur Verfügung steht.

Weiter hält sich der Storch auf einer Wiese bei Otterwisch auf. „Er wechselt dort zwischen zwei Lachen, findet Würmer, Heuschrecken und anderes Getier. Ernähren kann er sich also“, sagt Klaus Döge, Vorsitzender der Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz. „Erstaunlich, dass er sogar lernt, mit seinem gesunden Bein umzugehen. Er schlägt mit den Flügeln und kommt ein paar Meter weiter.“

Live-Stream:

Bernd Holfter, der im früheren Kreis Grimma die Störche betreute, probierte nochmals, mit einem Traktor als Tarnung nah genug an Adebar heranzukommen, um ihm ein Netz überzuwerfen. Er sprach einen Bauern an, der sofort einwilligte. Doch zehn Meter, bevor die Beiden nah genug dran waren, machte sich der Verletzte aus dem Staub. „Durch die vielen Fangversuche ist er nervös und noch scheuer geworden“, vermutet Döge.

Er sucht nun nach einem Netz, das sich abschießen lässt. Im Internet könnte er es für 1000 Euro kaufen, doch über so viele Spenden verfügt der 65-Jährige nicht, der gemeinhin als Otterwischer Storchenvater bekannt ist. Deshalb hofft er, dass sich vielleicht eine Firma findet, die das Geld für den jetzigen Fall oder für eventuelle spätere Einsätze zur Verfügung stellt.

Hoffnungen, solch ein Netz auszuleihen, blieben bisher unerfüllt. „Ich rief unter anderem im Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt an, ob sie uns eins zur Verfügung stellen könnten. Doch sie haben kein eigenes“, so Döge. Selbst im Zoo Leipzig hatte er am Dienstag keinen Erfolg.

Bis eine Lösung gefunden ist, soll der Jungstorch medizinisch versorgt werden. Döge hat dafür Küken von der Ökologischen Station Borna-Birkenhain geholt. „Sie wollen wir mit Antibiotika impfen und als Futter für den Storch aussetzen. Frisst er die Küken, tun wir nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern stärken ihn auch noch körperlich“, erklärt er. Fünf Tage hintereinander müsste das Tier die Medizin zu sich nehmen.

Am Einfangen führt aber letztlich kein Weg vorbei. Das gebrochene linke Schienbein ist schon schwarz geworden, der Fuß angeschwollen. Der Naturschützer kann sich nur noch eine Amputation des verletzten Beins vorstellen. Das müsse aber in der Leipziger Tierklinik geschehen. Anschließend ließe sich der Storch in einer Naturschutzstation wie jener in Loburg aufpeppeln.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte er sich vermutlich bei der morgendlichen Nahrungssuche verletzt. Wie, das ist unbekannt. Als er 6.15 Uhr zum Nest zurückkehrte, hing das Bein schon herab. Das zeigt ein Video, das Klaus Döge vorliegt. Er filmt seit diesem Jahr das Geschehen im Nest in hochauflösender HD-Qualität, im Internet sind die Bilder live zu sehen. Entsprechend groß war das Echo auf das Unglück. Aus zahlreichen Ländern von fast allen Kontinenten nahmen und nehmen Tierschützer regen Anteil.

Von Frank Pfeifer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma
Azubi- und Studienmesse Grimma: diese Unternehmen sind dabei:

Aussteller aus Industrie, Handwerk, Handel und der Dienstleistungsbranche werben auf der Azubi- und Studienmesse am 3. Februar 2018 in Grimma um die Fachkräfte von morgen. Die Unternehmen informieren vor Ort über freie Ausbildungsplätze in ihrem Betrieb. mehr

Grimma in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

Luftbildaufnahme des Zentrums von Grimma.
Ein Spaziergang durch die Region Grimma
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

22.01.2018 - 15:46 Uhr

Ex-Kapitän wird Assistent von Ohlig / Verletzte kehren zurück / Munteres Toreschießen in zwei Testspielen

mehr
  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr