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Grimma Straßennamen für Grünstadt gesucht – Naunhof bittet Bevölkerung um Mithilfe
Region Grimma Straßennamen für Grünstadt gesucht – Naunhof bittet Bevölkerung um Mithilfe
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14:55 06.04.2017
Die inzwischen asphaltierte Osttangente mit einem Abzweig ins künftige Wohngebiet Grünstadt Naunhof, für das Straßennamen gesucht werden. Im Hintergrund die Oberschule. Quelle: Foto: Frank Pfeifer
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Naunhof

Jetzt soll die Bevölkerung ran: Per Aufruf werden Namen für die Straßen im künftigen Wohngebiet Grünstadt Naunhof zwischen der Osttangente und dem Grillensee gesucht. Bis zum 15. Mai können Einwohner ihre Vorschläge im Rathaus einreichen. Mit dem Thema hatte sich jüngst der Stadtrat befasst. Ordnungsamtsleiter Daniel Brcak unterbreitete eine Liste von neun Namen, die er mit dem Bauamt und dem Eigentümer des Geländes, der Leipziger Beton-Union, abgestimmt hatte. Sie stieß aber aus mehreren Gründen auf Ablehnung.

Die vorgesehene Umbenennung der Osttangente in Nordtangente missfiel Gerold Meyer. Der CDU-Fraktionsvorsitzende plädierte dafür, dieser herausragenden Verbindung den Namen „Straße des 9. November“ zu verleihen. An diesem Tag hätten die Deutschen in der DDR mit dem Fall der Mauer den Sozialismus überwunden, sich für die Freiheit entschieden und die Einheit des Vaterlandes ermöglicht. Hermann Kinne (CDU) verwies auf die anderen Ereignisse, die sich ebenso mit dem 9. November verbinden: 1918 die Revolution und 1938 die Reichspogromnacht. „Durch diesen Namen hat man das ganze 20. Jahrhundert wie mit einem Brennglas abgedeckt“, erläuterte der Historiker.

Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) befand die Idee für gut. Frank Schneider von der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) brachte stattdessen den 9. Oktober 1989 ins Spiel, das Datum der Großdemonstration von Leipzig. Michael Eichhorn (Linke) hatte gegen beides nichts einzuwenden und schlug vor, die Entscheidung zu vertagen, um sich fundiert eine Meinung bilden zu können. Damit konnte sich die Mehrheit des Rats anfreunden.

Die Zeit bis zur erneuten Diskussion soll aber nach Meinung der Christdemokraten nicht ungenutzt verstreichen. „Wir möchten, dass für alle anderen Straßen im neuen Wohngebiet die Bevölkerung um Namensvorschläge gebeten wird“, führte Meyer aus. Für Kinne wäre die Namensgebung damit keine elitäre Sache der Stadträte. Den Aufruf will die Stadt in ihrem Amtsblatt veröffentlichen.

Beachten sollten die Einwohner jedoch, dass sich in ihren eingereichten Listen keine Namen ähneln. In der Zusammenstellung der Verwaltung waren unter anderem ein Seeweg und ein Seeblick aufgeführt. „Das kann die Rettungsdienste verwirren. Es ist nicht zielführend, wenn sie vor allem nachts an der falschen Stelle suchen“, mahnte Marcus Blankenburg (Unabhängige Wählervereinigung).

Gabriele Wegel (CDU) bat, sich bei den Listen – anders als im Verwaltungsvorschlag – inhaltlich an einem Thema auszurichten. Ähnlich wie das „Kräuterwohngebiet“ könnten am Grillensee beispielsweise Namen von Vögeln gewählt werden. Zocher rutschte daraufhin der Satz heraus: „Es muss eine Komplettlösung sein, damit der Fremde weiß, das Edelsteinviertel ist da und die Vögelei dort.“

Von Frank Pfeifer

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