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Streit um Neubauplanung in Naunhof hält an

Streit um Neubauplanung in Naunhof hält an

Naunhof. Im Verfahren um die Neubebauung der Ecke Markt / Breite Gasse lässt Christian Günz jetzt seinen Anwalt sprechen. Als Nachbar stemmt er sich gegen das Vorhaben, das der Stadtrat im November abgesegnet hatte.

Das Landratsamt hingegen will dem Plan wahrscheinlich - wenn auch mit Bauchschmerzen - zustimmen.

Rechtsanwalt Heinz Richerdt, der Günz vertritt, räumt zwar ein, dass es sich um einen, für sich gesehen, "attraktiven Neubau" handle. Dieser füge sich aber nicht in den Marktbereich ein, in dem alle Gebäude - einschließlich des Rathauses - mit Gauben ausgestattet seien. Der Markt stehe unter Denkmalschutz, weshalb sich jeder Neubau an entsprechenden Vorgaben orientieren müsse. "Die Errichtung eines Geschäftsgebäudes ist auch unter Einhaltung der in diesem Bereich prägenden Fassadengestaltungen / Dachgauben einschließlich der ausgebauten Dachgeschosse möglich", teilte Richerdt mit.

Das Vorhaben beschäftigte den Stadtrat über längere Zeit, im April verweigerte er seine Zustimmung. Diese gaben die Abgeordneten jetzt jedoch mit vier Ja-Stimmen bei einem Nein und, was im Nachhinein für Unverständnis in der Bevölkerung sorgte, bei 13 Enthaltungen (die LVZ berichtete). Bauherrin Silke Wienzek sieht nun alle Anforderungen erfüllt. "Wir wollten am Anfang einen Dreigeschosser mit Flachdach. Dann war mein Mann bei Christian Günz und sie einigten sich auf ein zweistöckiges Gebäude, um eine Schattenbildung zu vermeiden", erklärte sie auf Anfrage. Mehrmals habe sie den Entwurf nachbessern müssen, um den Belangen der Denkmalschutzbehörde gerecht zu werden. Sie habe alle Wünsche erfüllt, die von der Stadt und den Ämtern kamen.

Bestätigt wird sie vom Landratsamt. "Da nach Einschätzung der unteren Denkmalbehörde die Neubebauung keine erhebliche Beeinträchtigung der in der Umgebung stehenden Denkmalobjekte darstellt, wird voraussichtlich die denkmalschutzrechtliche Zustimmung erteilt werden", ließ Sprecherin Brigitte Laux wissen. Bauherrin, Stadt und Denkmalbehörde hätten sich bemüht, für die Neubebauung eine verträgliche Lösung zu finden. Die bauplanungsrechtliche Prüfung laufe noch. Ein endgültiger Bescheid solle erst im neuen Jahr ergehen.

Der Neubau, räumte Laux ein, stelle angesichts der markanten Lage an einer Straßenecke in der Umgebung zweier gegenüberstehender Baudenkmäler "einen gravierenden Eingriff in die historisch gewachsene Marktplatzstruktur" dar. Der Ansicht von Anwalt Richerdt, der Marktbereich sei denkmalgeschützt, widersprach sie aber. Die Stadt habe den Markt nicht per Satzung unter Schutz gestellt. Und auch für das alte Haus, dessen Abbruch bereits genehmigt worden sei, bestehe kein Denkmalschutz.

Für Silke Wienzek ist damit klar, dass sie ihr Projekt umsetzen kann. Sie will so schnell wie möglich mit dem Abriss des alten Gebäudes beginnen. Für sie hat der Einspruch des Nachbarn Günz sowieso einen Beigeschmack. "Wir haben das Eckgrundstück am Markt eidesstattlich vermessen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass der Zaun von Herrn Günz so versetzt worden ist, dass er fünf Meter von unserem Grundstück wegnimmt", sagte sie. "Wir haben ihn mehrfach aufgefordert, ihn abzureißen, und warten darauf, dass das endlich geschieht."

Zu diesem Punkt nahm gegenüber der LVZ der Vater des Nachbarn, Thomas Günz, Stellung. Der Inhaber des gleichnamigen Möbelhauses erklärte: "Zu DDR-Zeiten hat die damalige PGH Druck und Papier die fünf Meter an meinen Vater abgetreten; das Schreiben haben wir noch. Die Vergabe kam aber nicht ins Grundbuch." Von einem Streit mit Wienzek könne keine Rede sein. "Wenn sie meinem Sohn sagt, der Zaun soll weg, dann nimmt er ihn weg", versprach er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.12.2013
Pfeifer, Frank

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