Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Studenten stellen Sozialraumanalyse für Colditz vor
Region Grimma Studenten stellen Sozialraumanalyse für Colditz vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 25.01.2010
Benjamin Winkler analysierte Strukturen in Colditz. Quelle: Frank Schmidt
Anzeige

Vom Club Courage Colditz in Auftrag gegeben, wurde das Ergebnis nun der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert.

Gefördert wurde das Projekt vom Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ sowie vom Muldentaler Aktionsplan „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus“. Das war auch thematischer Rahmen diese Analyse. Die aber weder repräsentativ sie noch werten wolle, stellte der Student und Projektleiter Benjamin Winkler klar. Es sei schwer gewesen, für die seit 2008 durchgeführten Befragungen und Interviews Gesprächpartner zu finden. Überdies hätten zusätzliche Fragebögen in Schulen nicht alle Schüler ausgefüllt. Kritik gab es an die Adresse von Unternehmern und Anliegern im Stadtzentrum. „Wir müssen eingestehen, dass sich hier eine mangelnde Teilnahmebereitschaft zeigte“, konstatierte der 25-jährige Winkler, der diese Analyse wort- und redegewandt sowie souverän präsentierte. Vordergründig sei es darum gegangen, „Sichtweisen und Wahrnehmungen in der Colditzer Bevölkerung aufzugreifen“. Und daraus zog Winkler Schlüsse. Erstens: Ein Teil der Befragten beobachtet „einen Konflikt zwischen linken und rechten Jugendlichen“, der andere nicht minder große Teil sieht „ein Problem mit rechtsmotivierter Gewalt“. Zweitens: „Es gibt Colditzer, die das Problem kennen, damit aber nichts zu tun haben wollen. Aber auch viele, die sich Gedanken über ihre Stadt machen und zur Verbessung des sozialen und politischen Lebens Konzepte entwickeln.“ Unter den in der Analyse sowie in der Diskussion erwähnten Konzepten ragten drei heraus.Da erhofft man sich eine Stärkung des Ehrenamtes, denn Aktionen gegen Extremismus seien nicht nur eine Frage des Geldes. Überdies regte man eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit an, etwa mittels Internetauftritten oder Flyern. Und man mahnte eine Belebung der Stadt durch Tourismus an. Letzteres empfand Cornelia Kasten vom Schloss als „schallende Ohrfeige“. Mit 32 Veranstaltungen im Jahr werde schon viel gemacht. Aktiv, sprich präsent sei auch die Polizei, ließ Jan Müller vom Polizeirevier Grimma wissen. „Es gibt hier einen Polizeiposten. Zwar nicht rund um die Uhr, aber wir sind zu Schwerpunktzeiten in der Stadt – nachts, an Wochenenden und an bestimmten Feiertagen.“ Zwei Besucher hatten ein anderes Konzept. „Es wird immer nur vom Imageschaden der Stadt gesprochen, weil es da ein Problem gibt“, sagte Stadtrat Peter Lewkowitz. „Wir sollten besser von Imagegewinn reden, weil wir uns mit dem Problem beschäftigen.“ Und Pfarrerin Angelika Lau meinte: „Flyer drucken? Ja, das ist das eine. Aber anfangen muss jeder bei sich selbst – im Kopf.“

Frank Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

 Grimma. Am Wochenende öffnete das St Augustin-Gymnasium seine Pforten für Besucher und künftige Schüler. Eltern interessierten sich auch für das Internatsangebot des Gymnasiums.

25.01.2010

Mit seiner Leidenschaft ist er in in unserer Region sicherlich ein Außenseiter. „Aber ein verrücktes, außergewöhnliches Hobby muss ja jeder haben“, hält er dagegen.

23.01.2010

Schwerer Arbeitsunfall in Sermuth: Am Freitag ist gegen 8 Uhr ein 59-jähriger Mitarbeiter auf dem Betriebsgelände einer Betonmischanlage tödlich verunglückt.

22.01.2010
Anzeige