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Subbotnik: Grimma spuckt am Sonnabend in die Hände

Frühlingsputz Subbotnik: Grimma spuckt am Sonnabend in die Hände

Am Sonnabend steht in Grimma der große Subbotnik ins Haus. In der Kernstadt und den Ortsteilen werden viele Menschen auf den Beinen sein, um den Winterdreck zu beseitigen und Hinterlassenschaften aus der Natur und von Grünflächen zu holen. Hier und da wird auch der Pinsel angesetzt, um Spielgeräten und Bushaltestellen frische Farbe zu geben.

Die Grimmaer sind am Sonnabend wieder zum Subbotnik aufgerufen.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Die Grimmaer halten einen Begriff hoch, der zu DDR-Zeiten gang und gäbe war. Stammte er doch vom „großen Bruder“, der Sowjetunion. Die Rede ist vom Subbotnik, der seit 2002 in der Muldestadt jedes Jahr an einem Tag im Frühjahr groß geschrieben wird. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) übersetzt ihn mit „ehrenamtliche Arbeit im Interesse aller“ – und das an einem freien Tag. Denn Subbota heißt übersetzt nichts anderes als Sonnabend.

Und an diesem Sonnabend ist es wieder so weit. Dann werden Hunderte in die Hände spucken und ihre Stadt frühlingsfein machen. Alle sind aufgerufen, mit anzupacken. Der zentrale Treff ist um 8.30 Uhr der Markt in Grimma, zeitgleich oder eine halbe Stunde später starten die Freiwilligen in vielen Ortsteilen zum Frühjahrsputz (siehe Kasten). Der Rathauschef wirft sich ebenfalls in die Arbeitskluft und steuert wie in jedem Jahr mit Dachbauer und Stadtrat Wolfgang Mohr (Bürger für Grimma) den Thümmlitzwald an. Gemeinsam mit ihren Kindern entrümpeln sie einen Teil der grünen Lunge, und Berger schüttelt jedes Mal aufs Neue den Kopf, was so alles im Wald und auf den Parkplätzen landet. Selbst ausrangierte Kühlschränke und Fernsehgeräte fanden sie schon zwischen den Bäumen und verfrachteten sie auf den Kleinlaster.

Auf den Beinen werden viele Grimmaer sein. In den Ortschaftsräten waren die Einsätze besprochen worden, Vereine, Umweltverbände, Feuerwehrleute, Firmenmitarbeiter oder Elterninitiativen helfen dabei, ihre Stadt vom Winterdreck zu befreien. Zu 90 Prozent werde Müll eingesammelt, erläutert Berger – im Wald, von Grünflächen oder aus Straßengräben. Der Subbotnik wird aber auch genutzt, um den Pinsel zu schwingen. So wollen die Döbener am Sonnabend die Geräte des Spielplatzes farbig auffrischen. In Dürrweitzschen und Dorna haben die Einwohner vor, Bushaltestellen zu streichen. Die Grimmaer Feuerwehr soll zudem zwei Muldeinseln vom Treibgut befreien.

Die Fäden des Subbotniks laufen beim Leiter des Tiefbauamtes, Dirk Hahmann, und bei Steffi Tröger im Vorzimmer des Oberbürgermeisters zusammen. „Wir stellen 16 Container in den Ortsteilen“, erläutert Hahmann. Sie werden über das Landratsamt geordert und fassen fünf bis zehn Kubikmeter Unrat. Im Bauhof werden ebenfalls zwei bis drei Container platziert, „weil da immer das meiste hingefahren wird“. Alle 36 Bauhof-Mitarbeiter seien am Sonnabend im Einsatz, so der Amtsleiter. Sie sammeln zum Beispiel die gefüllten blauen Säcke ein. Die Stadt stellt auch 36 gesponsorte Farbeimer, Pinsel und Farbrollen zur Verfügung. Berger betont aber, dass das Material nicht für Vereine gedacht ist, um das eigene Heim aufzupolieren, sondern für Plätze der Allgemeinheit.

Beim Subbotnik im vorigen Jahr landeten in 20 Containern etwa 20 Tonnen Müll, darüber hinaus 48 alte Autoreifen und auch zwei Lasterreifen. Reichlich 4000 Euro kostete die Entsorgung dieser in der Natur gelandeten Hinterlassenschaften.

Von Frank Prenzel

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