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Grimma Superschnelles Internet für ganz Trebsen
Region Grimma Superschnelles Internet für ganz Trebsen
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00:31 09.06.2018
Dünne Kabel mit enormer Leistung: Über Glasfaser können deutlich mehr und schneller Daten übertragen werden als per Kupfer-Telefonleitung. Quelle: LVZ-Archiv
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Trebsen

Schluss mit dem Flickenteppich, die Stadt Trebsen soll mit all ihren Ortsteilen superschnelles Internet aus einer Hand erhalten. Dafür sprach sich der Technische Ausschuss am Montagabend aus und gab eine entsprechende Empfehlung an den Stadtrat, der am 25. Juni die Entscheidung fällen soll.

Wie in Thallwitz,
Brandis, Borsdorf und Bennewitz will sich die Deutsche Glasfaser (DG) nun auch in Trebsen engagieren. Regionalleiter Michael Kölling verspricht Anschlüsse mit einer Leistung von 100, 200, 500 oder 1000 Megabit pro Sekunde, je nachdem sie sich die Kunden wünschen. Solche Bandbreiten würden gebraucht für Streamingdienste wie Amazon Prime, Netflix und Maxdome, aber auch fürs Homeoffice, das vernetzte Haus, Schule, Ausbildung und Telemedizin.

Voraussetzung für Ausbau ist Kundeninteresse

Voraussetzung für den Ausbau ist aber laut Kölling, dass über 40 Prozent der Haushalte Interesse an einem Anschluss anmelden. Gelingt das, würde die gesamte Stadt bis zum entferntesten Haus ans Glasfaserkabel angebunden. Für alle, die sich sofort dafür entscheiden, sei das Anschließen kostenlos. Wer später dazustößt, müsse zahlen, weil dann nachträglich die Straße noch einmal aufgerissen wird. Um Vorgärten zu schonen, so Projektmanager Mirko Ertel, soll das Rohr fürs Kabel vom Gehweg zum Haus in einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern durchgeschossen werden.

Die monatlichen Gebühren sind laut Kölling, alle Posten zusammengenommen, in den ersten zwei Jahren niedriger als bei der Telekom. Nach der 24-monatigen Bindungsfrist an die DG könne sich jeder einen anderen Anbieter suchen.

Getrennte Nachfragebündelungen in den Ortsteilen

Bürgermeister Stefan Müller (CDU) vermutet ein unterschiedliches Interesse im Gemeindegebiet. Deshalb möchte er für die Ortsteile jeweils getrennte Nachfragebündelungen starten lassen. In der Kernstadt, wo derzeit die Telekom das Vectoring mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde ausbaut, das auf den alten Kupfer-Telefonleitungen basiert, kann es seiner Meinung nach knapp werden, 40 Prozent der Haushalte zum Umschwenken auf die DG zu bewegen. Ganz anders wohl die Situation auf den Dörfern.

Konkurrenz steht auf der Matte

„Ich würde es begrüßen, wenn die Deutsche Glasfaser sehr schnell aktiv wird, denn bei uns gibt es einen Mitbewerber, und mancher schwankt noch, ob er mit ihm einen Vertrag abschließt“, sagt die Altenhainer Ortsvorsteherin Katrin Kamm. Viele Einwohner surfen derzeit mit Modem-Geschwindigkeit, weshalb dieses Frühjahr die Grimmaer Firma Drahtlos DSL im Einvernehmen mit der Stadt die Erschließung begann. Die Nachricht, dass unerwartete Konkurrenz auf der Matte steht, muss Geschäftsführer Carsten Weigel erstmal verdauen und kann sich noch nicht dazu äußern.„Wir haben mit dem Tiefbau angefangen und schon erste Multifunktionsschränke aufgestellt“, sagt er.

Sein Betrieb verlegt ein Glasfaserkabel von der Trebsener Landstraße über die Hauptstraße bis in die Ammelshainer Straße, alle dortigen Haushalte könnten superschnelle Anschlüsse erhalten. Für den großen Rest von Altenhain bieten die Grimmaer das langsamere Vectoring an – bis auf entlegene Grundstücke, die weiter unterversorgt bleiben würden.

Anschlüsse für Randgebiete

Randgebiete, um die sich derzeit weder die Telekom noch Drahtlos DSL kümmern, gibt es auch in Seelingstädt und in der Kernstadt, zum Beispiel in Walzig, im Industriegebiet Pauschwitz und am Schneiderteich. Ende April hatte der Stadtrat entschieden, dort mit staatlicher Förderung Vectoring-Anschlüsse bereitzustellen. Weil sich gesetzliche Grundlagen auf diesem Gebiet aber schnell ändern, darf jetzt auch Glasfaser verlegt werden. „Das ist zwar insgesamt teurer, aber wir bekommen eine 100-prozentige Förderung in Aussicht gestellt“, erklärt Steffen Lämmel vom Bauamt.

Stadtrat berät zu Beihilfen

Gestern Abend sollte der Stadtrat zur Sondersitzung zusammenkommen, um zu beraten, ob ein Antrag auf Beihilfen gestellt wird. Zum Tragen käme diese Variante, wenn sich im betreffenden Ortsteil keine 40 Prozent der Haushalte für die DG entscheiden. „Ansonsten könnte das Geld vom Staat für andere gute Zwecke ausgegeben werden“, meint deren Regionalmanager Kölling.

Volker Knaut, stellvertretender Altenhainer Ortsvorsteher, baut fest darauf, dass das Unternehmen aus Borken an der holländischen Grenze, dem für sein bundesweites Engagement 1,5 Millionen Euro als Investmentsumme zur Verfügung stehen, auf genügend Interessenten stößt. „So ein Glasfaseranschluss wertet jedes Haus auf“, wirbt er. Kommt ein Vertrag mit der Stadt zustande, kann die Haushaltsbefragung laut Kölling im Oktober starten. „Gibt es genug Interesse und läuft alles reibungslos, liegt im Herbst nächsten Jahres überall Glasfaser an“, sagt er zu.

Von Frank Pfeifer

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