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Susa-Chef will Bedenken von Trebsen zerstreuen

Reaktion auf Stadtratsbeschluss Susa-Chef will Bedenken von Trebsen zerstreuen

Mit Bedauern hat der stellvertretende Geschäftsführer des Schotter- und Splittwerks Altenhain (Susa) die jüngste Entscheidung des Trebsener Stadtrats zur Erschließung des neuen Steinbruchs im Alten Tausend hingenommen. „Ich akzeptiere zwar, dass Leute dagegen sind. Aber ich bitte darum, fair miteinander umzugehen“, sagte Manfred Maucher der LVZ.

Einer der Altbrüche im Neuen Tausend. Hier möchte das Schotter- und Splittwerk Altenhain gern Quarzporphyr abbauen, wogegen sich der Trebsener Stadtrat stemmt. Der Betrieb möchte jetzt Bedenken zerstreuen.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen/Altenhain. Mit Bedauern hat der stellvertretende Geschäftsführer des Schotter- und Splittwerks Altenhain (Susa) die jüngste Entscheidung des Trebsener Stadtrats zur Erschließung des neuen Steinbruchs im Alten Tausend hingenommen. „Ich akzeptiere zwar, dass Leute dagegen sind. Aber ich bitte darum, fair miteinander umzugehen“, sagte Manfred Maucher der LVZ. Ihm geht es darum, Bedenken zu zerstreuen.

Als dritte Ergänzung zum Rahmenbetriebsplan für das Alte Tausend hatte das Thema jüngst den Stadtrat erreicht. Einstimmig lehnten die Abgeordneten die beantragte Verlegung des Einleitrohrs aus der künftigen Grube in den Kranichbach ab; sie machten aber keinen Hehl daraus, dass sie letztlich komplett gegen den Neuaufschluss sind.

Eines ihrer Argumente lautete, dass in die Alttagebaue, die sich auf dem Gebiet des künftigen Steinbruchs befinden, Schadstoffe der früheren polychemischen Industrie von Böhlen verkippt worden sind und niemand wisse, welche Umweltbelastung damit einhergeht. Maucher dazu: „Belastetes Material befindet sich nur in einem der Brüche.“ Laut Ullrich Nilson, der bei Susa für die Bergbauverfahren zuständig ist, hat die Firma Sakosta aus Dresden ein Entsorgungskonzept erstellt. „Von den Altlasten wurden Proben genommen und die Mengen ermittelt“, sagte er. „Wir gehen nicht nur davon aus, dass Schadstoffe von Betrieben eingebracht wurden, sondern auch wild so manches abgekippt wurde, denn das Areal war jahrelang nicht eingezäunt.“

Bernhard Hilland, Anwalt des Schotter- und Splittwerks, betont, Maucher habe sich verpflichtet, die Altlasten auf seine Kosten zu beseitigten. „Das müsste eigentlich der Staat machen“, meint er. Die Entsorgung erfolge, bevor der Abbau bis zum kontaminierten Gebiet vordringt. „Das heißt, Bedenken, der Kranichbach könnte verschmutzt werden, sind unbegründet“, so Hilland.

Befürchtet hatte der Stadtrat weiterhin, der Wasserstand im Kranichbach erhöhe sich um 22 Zentimeter, wenn das Unternehmen 20 Liter pro Sekunde durch das Rohr in ihn einleitet. „Susa änderte sein Konzept schon 2009, seitdem ist die Menge auf zehn Liter pro Sekunde begrenzt, und das auch nur während der Etappen, wenn die Altbrüche leergepumpt werden“, erläutert der Anwalt. In diesen Zeiträumen, die nicht länger als drei Monate dauern sollen, erhöhe sich der Pegel des Kranichbachs um 14 Zentimeter. Laut Maucher könne dann aber jeweils trockenes Wetter abgepasst werden, damit das zusätzliche Wasser, das im Übrigen stets auf eine Belastung hin geprüft werde, weniger ins Gewicht fällt. „Die Altenhainer müssen sich also nicht sorgen, dass sie geflutet werden“, verspricht er. Im Normalbetrieb würden sogar nur 2,5 Liter pro Sekunde in den Bach eingeleitet, oft noch weniger.

Im LVZ-Bericht von der Stadtratsentscheidung hatte Maucher kritisiert, es würden Gewerbetreibende beiseite geschoben, die Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen. Diese Passage brachte wiederum einige Abgeordnete auf den Plan. „Laut Haushalt kommen nur 15.000 Euro pro Jahr an Steuern aus Altenhain, und das bei über 60 Betrieben im Ort“, erklärte Volker Killisch (Freie Wählergemeinschaft Altenhain). „Wohin zahlt Maucher sie?“ Auch Ortsvorsteherin Katrin Kamm fragte: „Von welcher Höhe reden wir? Steht die Summe im Verhältnis zur Umweltbelastung und Benutzung der Infrastruktur, für die sein Unternehmen verantwortlich ist?“ Dieter Grobe (SPD) meinte: „Die Mitarbeiter sind in Achstetten angestellt, sie fallen hier bei uns in der Lohnsteuer raus.“

Maucher bestätigt zwar, dass der Betrieb nach Baden-Württemberg umgemeldet wurde. „Die Gewerbesteuern zahlen wir allerdings in voller Höhe an die Stadt Trebsen“, erklärt er. „Im vergangenen Jahr waren das über 200.000 Euro.“ Auch die über 30 Mitarbeiter, die alle aus der Region kämen, würden ihre Lohnsteuern hier abführen. Bürgermeister Stefan Müller (CDU), auf konkrete Daten befragt, verweist auf das Steuergeheimnis. „Ich darf dazu nichts öffentlich sagen“, sagt er.

Von Frank Pfeifer

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