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THW-Ortsverband Grimma bekommt viel Lob zum Festakt anlässlich seines 20. Geburtstages

Jubiläum THW-Ortsverband Grimma bekommt viel Lob zum Festakt anlässlich seines 20. Geburtstages

Sie sind für die Öffentlichkeit dann am präsentesten, wenn Katastrophen ihren Einsatz erfordern. Dass die Mitglieder des THW-Ortsverbandes Grimma auch hinter den Kulissen eines Ernstfalles dauernd am Arbeiten sind und für die Sicherheit der Gesellschaft auch persönlichen Verzicht üben, wurde bei der Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Ortsverbandes offensichtlich.

Ein Hoch auf uns! Die aktive Truppe des THW-Ortsverbandes Grimma beim Festakt im Grimmaer Rathaus.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. „Mach’ mal blau“ stand in Kreidefarbe auf das Marktpflaster vor dem Grimmaer Rathaus gesprüht. Dass damit nicht die Aufforderung verbunden war, die der Duden dem Verb blaumachen widmet, ließen Fuhrpark des Technischen Hilfswerk (THW) Grimma und Einsatz-Gerätschaften der Katastrophenhelfer erahnen. Es liegt ohnehin nicht in der Natur der ehrenamtlichen Helfer, ohne einen triftigen Grund der Arbeit fernzubleiben. Im Gegenteil: Selbst am 20. Gründungstag des Ortsverbandes Grimma stellten sie sich in den Dienst der Öffentlichkeit. Nach der Technikschau am Sonnabend auf dem Marktplatz, bei der die Grimmaer Gelegenheit fanden, in die Einsatzfahrzeuge zu schauen, blieb aber noch Zeit zu feiern. Anlass dafür gab es ausreichend.

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Der THW-Ortsverband Grimma wurde am 19. November 1996 gegründet – ausreichender Anlass, um das 20-Jährige am Wochenende gebührend zu feiern. Einer Technikschau auf dem Marktplatz und der Festveranstaltung im Rathaus Grimma folgte am Abend eine Feier für alle Mitglieder und Freunde.

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Der Festakt im Großen Saal – eine Art Familientreffen. Und Festreden müssen auch zu einem 20. Geburtstag eines Ortsverbandes sein, auf den (nicht nur) im Ernstfall immer Verlass ist, lobte etwa Landrat Henry Graichen (CDU) die Zuverlässigkeit der THWisten gerade bei den größten Katastrophen, die das Leben an Mulde und Weißer Elster in den vergangenen Jahren verändert haben. „Sie sind die Eckpfeiler unserer Aufgabenerfüllung im Katastrophenfall. Ohne Sie wäre das Einsatzgeschehen bei den Hochwassern 2002 und 2013 nicht zu bewältigen gewesen“, so Graichen. Der auch die Einsätze von Grimmaer Kameraden in Krisengebieten der ganzen Welt hervorhob. „Hilfe zu geben, wenn woanders Hilfe gebraucht wird, ist nicht weniger wertvoll, als Ihre Einsätze in der Heimat.“ Worte, denen sich – vor allem im Bezug auf die Professionalität der Grimmaer Einsatzkräfte während der Fluten – die meisten Redner anschlossen. Von Uta Kabitzsch, Beigeordnete der Stadt Grimma über den Berliner Landesbeauftragten des THW Manfred Metzger bis hin zu Politikern auf Bundes-, Landes- und Kreisebene (Landtagsabgeordneter Svend-Gunnar Kirmes beehrte die Helfer am gemeinsamen Geburtstag: der 20. des THW und 67. des CDU-Politikers).

Manuel Almanzor, Landesbeauftragter des THW-Landesverbandes Sachsen und Thüringen, blickte aber auch in die Zukunft, die andere Herausforderungen bereithält. „Wir werden uns auf andere Einsatzszenarien vorbereiten müssen. Die Bedrohungslage in unserem Land hat sich wegentwickelt von großen kriegerischen Auseinandersetzungen hin zu abstrakten kleineren Bedrohungen, die jederzeit und unvermittelt entstehen können.“ Dafür müssen die Helfer mental eingestellt, die Geräteparks ausgebaut und die Ausbildungskriterien überarbeitet werden, so Almanzor. Die Ausbildung sei beim THW ohnehin die wichtigste Basis für funktionierende Strukturen und „wir sind froh, dass wir mit einer starken Truppe in der Jugendarbeit immer wieder auch den Nachwuchs in der THW-Jugend begeistern können. Auch wenn es natürlich nie genug sein können, die sich für die THW-Ausbildung begeistern“, bescheinigte Fachberater und Gründungsmitglied des OV Grimma, Olav Praetsch seiner Mannschaft, der er selbst lange als Ortsbeauftragter vorstand.

Diese Aufgaben erfüllt aktuell Bernhard Kny – in der Funktion des Stellvertreters. Einen Chef-Ortsbeauftragten hätten die Grimmaer zum Geburtstag liebend gern präsentiert. Seit zwei Jahren ist diese Stelle unbesetzt. „Aber wir suchen weiter. Und sind sicher, dass Bernhard Kny alsbald einen jungen Nachfolger einarbeiten kann“, sprühte Praetsch zuversichtliche Hoffnung in den Festsaal. Kny, 71 Jahre alt und Mann der ersten Stunde beim Grimmaer THW, nahm’s zur Kenntnis und die zahlreichen Geschenke als Anerkennung für seine Verdienste in Empfang. Bilder, Urkunden und warme Worte. „Herztröpfchen für einen gemütlichen Abend mit Deiner Frau“ von Kreisbrandmeister Nils Adam. Für alle anderen gab’s Schokoloade. „Wir regeln hier alles mit Schokolade“, witzelte Olav Praetsch (selbstständiger Chocolatier in Wermsdorf) Landrat Graichen entgegen, der die Trüffelkirschen nicht gebraucht hätte, um sein Versprechen „für jede weitere uneingeschränkte Unterstützung durch Kreisrat und Landkreis“ abzulegen.

Mit Pralinen kann Praetsch seine Frau nicht mehr überraschen. Ihr – „stellvertretend für alle Familien unserer Helfer“, so Praetsch – ganz offiziell Danke zu sagen für den familiären Rückhalt, „ohne den kein THW-Helfer funktionieren würde“, war ihm mit einem Strauß Blumen gelungen. Andere Partner – wie die Ausbildungsunternehmen und Arbeitgeber, die die Helfer im Ernstfall freistellen, die Stadt Grimma, die ein steter Partner an der Seite des THW ist und der Helferverein, der hinter den Kulissen des THW-Sitzes in der Hengstbergstraße vieles Unmögliche möglich macht, galt der Dank aller, die am Sonnabend gebührend feierten. Das THW. Und sich selbst.

Von Thomas Lieb

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