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Grimma TLG-Immobilien: Grimma will mitbieten
Region Grimma TLG-Immobilien: Grimma will mitbieten
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05:00 11.04.2012
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. „Wir wissen nicht, ob das zum Erfolg führt, aber wir wollen ein Mitspracherecht", sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). In einer kurzfristig einberufenen öffentlichen Stadtratssitzung soll das Parlament morgen diskutieren, ob die Kommune bei der Privatisierung der Liegenschaft weiter im Rennen bleiben will.

Die Zeit drängt. Nachdem der Bund im März das 1,8 Milliarden Euro schwere Immobilienunternehmen zum Verkauf angeboten hat, läuft nächsten Montag die Frist ab, in der sich potenzielle Investoren beim Bundesfinanzministerium melden können. Mit einer sogenannten Interessenbekundung würde sich Grimma laut Beschlussvorlage die Option sichern, am weiteren Bieterverfahren teilnehmen zu können.

Mit knapp 120 000 Quadratmeter vermieteter Fläche und 280 Gewerbetreibenden gilt der im Volksmund als GGI-Park bezeichnete Standort als einer der erfolgreichen bei der Ansiedlung von Industrie und mittelständischen Unternehmen in der Region. 1200 bis 1500 Jobs sind auf dem ehemaligen MAG-Gelände entstanden. Die Besonderheit des Standortes ist jedoch seine Mischform. Muldental- und Eissporthalle sowie eine der größten Beachvolleyballanlagen Mittel-

deutschlands gelten ebenfalls als Standortfaktoren. Mit dem beabsichtigten Anteilserwerb würde die Große Kreisstadt Grimma unmittelbare städtische Interessen verfolgen, heißt es in dem Schreiben an die Stadträte. Noch ist unklar, wie die Stadt einen Erwerb von Anteilen an der Grimmaer Liegenschaft finanzieren will. Ein Konzept müsse noch entwickelt werden, so Berger.

„Ich begrüße das Engagement der Stadt sehr", sagte Katharina Landgraf (CDU). Die Bundestagsabgeordnete hatte bereits kurz nach Bekanntwerden die Verkaufsabsichten von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisiert. Der Fortbestand gut entwickelter Standorte wie der GGI-Park werde gefährdet. Ein Verkauf der TLG Immobilien an den Kommunen vorbei dürfe es nicht geben.

Voraussetzung für einen separaten Verkauf des Grimmaer Gewerbeparks ist jedoch die Herauslösung der TLG-Liegenschaft aus dem Milliardenvermögen der Bundestochter. Wie Marianne Kothé, Sprecherin des Finanzministeriums in Berlin sagte, solle die TLG aber nur als Ganzes verkauft werden. Dazu war das Unternehmen Anfang des Jahres in TLG Wohnen und TLG Immobilien geteilt worden. Investoren können jetzt entweder für eine oder beide Gesellschaften ihr Interesse bekunden. „Das schließt aber nicht aus, dass im Vorfeld der Privatisierung im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit der TLG einzelne Immobilien erworben werden können", sagte Kothé.

Trotz der Eurokrise erlöste der Gewerbepark 2010 einen Umsatz von knapp 5,6 Millionen Euro. Von den rund 557 000 Euro Gewinn sind 520 000 Euro an den Bund ausgeschüttet worden. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor.

Birgit Schöppenthau

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