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Tag der offenen Tür gewährt Einblicke – Lotsen sorgen für Aha-Effekt

Berufliches Schulzentrum Grimma Tag der offenen Tür gewährt Einblicke – Lotsen sorgen für Aha-Effekt

Die Qual der Wahl hatten Besucher beim Tag der offenen Tür im Beruflichen Schulzentrum Grimma. Auszubildende der Einrichtung führten als Lotsen durchs Haus und berichteten über ihre eigenen Erfahrungen auf dem Weg zum richtigen Beruf.

Schon gewusst: Christoph Sträche-Flegel (l.) erklärt erlernte Technologien, aber auch die Vorzüge seines Ausbildungsweges.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. Drei Standorte, ein Präsentationstag. Dennoch öffnete das Berufsschulzentrum (BSZ) in Grimma mit seinem beruflichen Gymnasium in der Karl-Marx-Straße und der als „Rote Schule“ bekannten Berufsfachschule für Sozialwesen in der Straße des Friedens in nur zwei ihrer Häuser die Klassen- und Ausbildungszimmer für einen Tag der offenen Tür. Das dritte Haus, die Berufsschule für duale Ausbildung mit Schwerpunkt im Bereich der Metall- und Fahrzeugtechnik spielte an diesem Tag eine eher untergeordnete Rolle. Was mit dem Ausbildungsprofil zu erklären sei, ließ Schulleiter Jens Schmidt wissen. „In dem Werkstattgebäude erfolgt die Anmeldung für eine duale Ausbildung vorwiegend über die Ausbildungsbetriebe, wo die Auszubildenden den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren.“ In den beiden für Besucher relevanten Häusern konnten sich Interessenten von Schülerlotsen führen lassen, um sich ein Überblick über die Angebote zu verschaffen, oder um gezielt in jene Fachbereiche vorzudringen, die aufgrund ihrer Fachrichtungswahl infrage kommen. „Die meisten Besucher kommen mit konkreten Vorstellungen, es gibt aber auch Jugendliche, die noch unentschlossen aufschlagen“, wusste Schmidt zu berichten. Mit den Lotsen werde aber ein gewisser Aha-Effekt erzielt. „Wer, wenn nicht unsere Auszubildenden selbst, könnte Gleichaltrigen signalisieren, warum sie sich für eine Ausbildung am BSZ entschieden haben, welche Erfahrungen sie dabei machten und ob es sich für sie eine richtige Entscheidung war“, erklärt Schmidt die Philosophie des Präsentationstages.

Und so stand Josephine Schmidt im Bereich Literatur gerne Rede und Antwort, scheute jedoch auch nicht vor Kritik an Altersgenossen. „Gelesen wird natürlich noch, aber die meisten Schüler sind nicht wirklich erfreut darüber, was mit dem Umschwung der Technik im Zeitalter von Handy, Tablet und Co. zu erklären ist.“ Christoph Sträche-Flegel indes traf auf sehr aufmerksame Gesprächspartner. Der 20-Jährige vermittelte die Vorteile seines Ausbildungsweges, der über die Fachrichtung Elektro- und Energietechnik mit Abiturabschluss zur Kraftfahrzeugtechnik führen soll, so sein Ziel. „Wenn man wie ich beispielsweise eine bestimmte Fachrichtung geht, kennt man schon die ganzen Grundlagen und kann sie anwenden, was ein Vorteil gegenüber anderen ist, die ein normales Abitur in der Tasche haben.“ Diesen Weg will nun auch Hans Cleemann einschlagen, nachdem er im St. Augustin erkannt habe, den falschen Weg gegangen zu sein. „Dort läuft es nicht besonders gut für mich, da ich unter anderem die falschen Leistungskurse gewählt habe“, gesteht der Elfklässler und will mit einem Schulwechsel gewissermaßen die Reset-Taste drücken.

In der Roten Schule drücken vor allem Jugendliche die Schulbank, die Sozialassistent werden. „Was eine Voraussetzung ist, um Erzieher zu werden“, erklärte Fachlehrerin für Sozialwesen Kathrin Bunke den, wie sie sagte, „kürzesten Weg zu diesem beliebten Beruf“. Der für Linda Schmidt beispielsweise keine Option sei, gleichwohl sie sich ursprünglich dafür einscheiben ließ. „Ich habe noch rechtzeitig gemerkt, dass mir der Erzieher nicht so liegt, nun mache ich eine kaufmännische Ausbildung.“ Bereut habe sie den Wechsel aber nicht.

Von Frank Schmidt

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