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Grimma Tagespflege Muldenblick: Verein bringt Senioren in Tanndorf zusammen
Region Grimma Tagespflege Muldenblick: Verein bringt Senioren in Tanndorf zusammen
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00:19 16.07.2017
Freundliche Atmosphäre: Pflegedienstleiterin Liane John (rechts) und Altenpflegerin Marina Söll bedienen die Gäste im Muldenblick gern. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Colditz/Tanndorf

Noch ein bissel schöner soll es werden in der Tagespflege, die das Bildungs- und Sozialwerk (BSW) Muldental in Tanndorf betreibt. Geplant ist, einen Pavillon im Freien aufzustellen, damit sich die betagten Gäste aus Colditz und Umgebung noch wohler fühlen. Vielleicht findet die etwas versteckt liegende Einrichtung damit etwas mehr Zuspruch.

Eine idyllische Landschaft, Natur pur und ein Name, der nicht von ungefähr kommt. Die Tagespflege nennt sich „Muldenblick“, denn unweit schlängelt sich der Freiberger Arm des Flusses durchs Gelände. Für Senioren eigentlich ideal. „Das heißt im Gegenzug, wir befinden uns nicht an einer Hauptstraße, wo uns jeder sieht“, sagt Doris Dornheim (64) vom Vorstand des BSW. „Wahrscheinlich sind wir deshalb zu wenig bekannt.“

2015 in den Räumen entstanden, in denen zuvor benachteiligte Jugendliche im Bereich Metall ausgebildet worden sind, bietet die Tagespflege 14 Plätze. Ganz ausgelastet war sie jedoch seither nie. Momentan werden vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag sieben Senioren betreut.

„Die Schwellenangst ist groß“, meint Pflegedienstleiterin Liane John (32). „Viele wissen nicht, dass die Pflegekasse den Großteil der Kosten übernimmt. Sie denken, sie könnten den Aufenthalt bei uns nicht bezahlen.“ Der Eigenanteil, den sie aufbringen müssen, sei aber gering. „Wir sind ein gemeinnütziger Verein, uns geht es nicht darum, Gewinne zu erwirtschaften“, erklärt Dornheim. „Den sozialen Zweck, der in unserer Satzung steht, leben wir. Die Bilanz am Jahresende muss plus/minus null betragen.“

Ist die Hürde im Kopf erst einmal überwunden, geht alles leichter. Die Senioren werden zu einem Schnuppertag eingeladen, so dass sie sich beziehungsweise ihre Angehörigen darüber klar werden, ob sie dort zurechtkommen. „Bis jetzt kamen danach alle auf Dauer zu uns, sie lebten sich schnell ein“, bilanziert Dornheim.

Zwischen 7 und 7.30 Uhr werden sie mit dem behindertengerechten Kleinbus abgeholt. Gegenwärtig kommen sie aus Cloditz, Leisnig und Teilen von Grimma; die Jüngste ist knapp 70, nach oben gibt es keine Grenze. „Ein Pflegegrad ist nicht unbedingt nötig“, erklärt John.

Willkommengeheißen werden die Rentner in der großzügig eingerichteten Wohnstube. Außerdem gibt’s eine Küche mit Esszimmer, einen Therapieraum, ein behindertengerechtes Bad und Toiletten – freilich alles barrierefrei. Dort wie auch in der ausgedehnten Grünanlage können sich die Senioren frei bewegen. „Immer passt jemand auf sie auf. Das Gelände ist aber eingezäunt, damit sich nicht doch mal jemand verirren kann“, so Dornheim. „Grundsätzlich sollen sich die Gäste bei uns wohlfühlen und mit diesem guten Gefühl nach Hause fahren.“

Deshalb auch der Plan, einen Pavillon anzubauen, denn sind die Senioren vor Sonne und Wind geschützt, können sie sich noch länger als bisher im Freien aufhalten. Jugendliche der hauseigenen Holzwerkstatt sollen ihn zusammenzimmern. So lassen sich wieder einmal – typisch fürs BSW – verschiedene Standbeine miteinander verzahnen.

Freiraum bietet nicht nur das Außengelände, sondern auch der gesamte Tagesablauf in der modernen Betreuungseinrichtung. Das beginnt schon beim Frühstück. Manche wollen mithelfen, es zuzubereiten. „Andere sagen, sie seien jetzt alt und wöllten bedient werden“, so Altenpflegerin Marina Söll (57). „Auch sie können aber hier noch allerlei erleben und müssen nicht daheim allein im Sessel sitzen.“

Gedächtnistraining, Sitztanz, gemeinsames Singen, Backen und Spazierengehen, das Personal bietet den Gästen vormittags vielfältige Möglichkeiten des Zeitvertreibs und der Mobilisierung an. Wer nach dem Mittagessen aus der BSW-Küche schlapp ist, ruht im Sessel oder legt sich ins gemachte Bett. Andere schauen Fernsehen, lesen Zeitung, spielen oder stricken. Nach einer gemütlichen Kaffeerunde geht’s nach Hause.“

„Wir bieten auch an, nur einen halben Tag zu uns zu kommen“, sagt Doris Dornheim. Wichtig sei es eben nur, die Scheu vor solch einer Einrichtung zu überwinden. „Wir sind kein Pflegeheim, können aber die Angehörigen entlasten“, bekräftigt Marina Söll.

Von Frank Pfeifer

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