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Tatendurstige Sieger - enttäuschte Verlierer

Tatendurstige Sieger - enttäuschte Verlierer

Das Votum für Stefan Müller (CDU) als ehrenamtlicher Bürgermeister in Trebsen war mit 76,59 Prozent mehr als deutlich. Die größte Zustimmung bekam er mit 86,51 Prozent in Neichen.

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So sehen Sieger aus: Stefan Mueller (li.) feiert sich ausgelassen mit seiner Familie sowie mit Freunden und Anhängern als ersten ehrenamtlichen Bürgermeister von Trebsen.

Quelle: Frank Schmidt

Trebsen. Die geringste Akzeptanz fand er im Wahlbezirk der Trebsener Feuerwehr, also dort, wo seine Gegner aus dem jüngsten Feuerwehrstreit zur Urne gingen. In Altenhain und Seelingstädt fielen 74,51 beziehungsweise 81,65 Prozent der Stimmen auf Müller. "Ich habe im letzten Dreivierteljahr als Stellvertreter von Heidemarie Kolbe Akzente gesetzt und bedanke mich bei allen, die mich dabei unterstützt haben", sagte der 45-Jährige. Die Prioritätenliste für seine Amtszeit hat Müller festgezurrt: "Infrastruktur, Schulen und Kindertagesstätten sowie die ausbaufähigen Radwege." Zunächst gelte es, die brandschutztechnische Ertüchtigung der Kulturstätte fristgerecht zum Schulanfang und im geplanten finanziellen Rahmen von rund 350 000 Euro abzuschließen.

Mit 16,88 Prozent der Stimmen zeigte sich Anke Zimmermann nicht gänzlich unzufrieden. Den größten Zuspruch fand sie mit 24,37 Prozent in der Feuerwehrhochburg und 21,96 Prozent in Altenhain. "Ich akzeptiere die Entscheidung der Wählermehrheit und gratuliere Herrn Müller", gab sie sich fair. Für die Zukunft wolle sie nicht "den Kopf in den Sand stecken", stattdessen Plan B umsetzen und sich einer Wählergemeinschaft anschließen, um ihre Ideen einzubringen. Auch eine Kandidatur als Stadtrat könne sie sich vorstellen.

"Zunächst gratuliere ich dem Wahlsieger. Aber für mich habe ich natürlich weit mehr erhofft, sonst wäre ich nicht angetreten", kommentierte Thomas Glaser (SPD) sein einstelliges Ergebnis von 6,53 Prozent. "Insofern bin ich schon enttäuscht."

Belgershain. In Belgershain ging die Wahl überraschend knapp aus, doch Thomas Hagenow (parteilos) verteidigte sein Amt mit 53,6 Prozent der Stimmen. "Am Ende zählt der Sieg", sagte er. "Doch das Ergebnis hat mich nachdenklich gemacht. Man denkt, man macht alles richtig im Interesse der Bürger, aber dann ist doch ein gewisser Prozentsatz nicht ganz zufrieden." Deshalb ruft der Bürgermeister jene auf, die etwas gegen seine Politik einzuwenden haben, sich mit ihrer Kritik an ihn zu wenden. Zwar steht vor dem 66-Jährigen definitiv die letzte Amtszeit, dennoch heiße das für ihn nicht, dass sich nicht vieles noch besser machen lässt. "Allerdings nur im Rahmen dessen, was sich die Gemeinde leisten kann", fügte Hagenow an.

"Belgershain hat den Bürgermeister, den es verdient", erklärte Herausforderer Daniel Brcak. Der Einzelbewerber wünscht ihm, dass er das Beste für die Gemeinde daraus macht. Er sei zwar gegen den Amtsinhaber angetreten, um zu gewinnen, mit 46,4 Prozent verfehlte der Pomßener das Ziel jedoch. "Die Silbermedaille ist nie ein Erfolg", räumte er ein und bedankte sich bei allen, die ihn unterstützt und gewählt haben. Er werde weiter als Ordnungsamtsleiter in Naunhof arbeiten. Ob er sich in sieben Jahren, wenn Belgershain definitiv einen neuen Bürgermeister braucht, nochmals ins Spiel bringt, wisse er noch nicht. "Das ist Zukunftsmusik, so weit blicke ich nicht voraus", bemerkte er.

Otterwisch. Die Otterwischer scheinen froh zu sein, dass den undankbaren Job in der klammen Gemeinde überhaupt jemand macht. Das Dorf gehört zu den wenigen Kommunen in Sachsen, in denen nur ein Bewerber antrat. Und so kann Matthias Kauerauf (parteilos) seine sechste Amtszeit beginnen. Aus den 94 Prozent Zustimmung leitet er den Auftrag ab, die Bemühungen um ein Verlassen der Verwaltungsgemeinschaft Bad Lausick und eine Eingliederung nach Grimma fortzusetzen. "Da die CDU-Herrschaft in Bad Lausick glücklicherweise zu Ende ging, denke ich, dass eine neue Verhandlungsbasis entsteht. Und ich meine, dass die Gemeinden unter dem neuen Landrat mehr Gehör finden", sagte der 54-Jährige. Zwar habe Otterwisch nun den ersten genehmigten Haushalt seit fünf Jahren vorliegen, und die Einweihung eines Spielplatzes in der vergangenen Woche, der ausschließlich über Spenden finanziert wurde, zeige, dass sich auch mit wenigen öffentlichen Mitteln etwas erreichen lässt. "Trotzdem wollen wir als schwache Kommune nach Grimma", betonte Kauerauf.

Grimma. Das hohe Wahlergebnis von 89,90 Prozent für Matthias Berger (parteilos) sei "exemplarisch für die Akzeptanz auch in den eingemeindeten Ortsteilen", sagte der alte und neue Amtsinhaber. Mir war wichtig zu zeigen, dass die Verwaltung auch diese Bürger auf dem Weg für eine starke Kommune mitnehmen will." Das beste Ergebnis holte Berger in Dürrweitzschen und Grimma-West mit 95,71 und 95,53 Prozent. Das vergleichsweise schlechteste Votum gaben die Nerchauer mit 83,98 Prozent ab. Mit Blick auf seine Kontrahenten zollte ihnen Berger Respekt und hofft auf ein "faires Miteinander".

"Glückwunsch an den souveränen Wahlsieger. Von daher akzeptiere ich mein Ergebnis", sagte Lutz Simmler, der für die CDU 6,59 Prozent einfuhr. "Dennoch bin ich schon enttäuscht, und da gibt es auch nichts schönzureden. Aber meine Absicht ist, mich weiter politisch zu engagieren. Und dazu werden wir uns im CDU-Vorstand absprechen." Auf das Wahlergebnis angesprochen sagte Simmler, dass es ganz wichtig sei, "am Gemeinwesen Anteil zu nehmen".

"Wir können nicht zufrieden sein, das muss man klar eingestehen", ließ Ingo Runge (SPD) mit 3,51 Prozent der Stimmen wissen. "Wir sind gefordert zu überlegen, wie wir zukünftig mehr Politiktransparenz schaffen." Weil es dafür kaum Raum gab, so Runge, "ist der Wahlkampf mit wenig Inhalt, dafür mit vielen Plakaten und lustigen Bildern geführt worden - das muss man mal so sagen".

Bad Lausick. "Das Ergebnis lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig." Udo Goerke (CDU) verfehlte als Fraktionschef und stellvertretender Bürgermeister den Einzug ins Bad Lausicker Rathaus um Längen. 25,5 Prozent sind, wie er sagt, "eine bittere Niederlage".

Aus dem Stand schaffte der Einzelbewerber Michael Hultsch 63,4 Prozent. Der Apotheker kann die Kurstadt in den nächsten sieben Jahren leiten. "Ich gehe offen und unvoreingenommen heran", sagt er mit Blick auf Verwaltung und Stadtrat. Mit einem so deutlichen Ergebnis im ersten Wahlgang habe er nicht gerechnet: "Doch damit ist der Auftrag klar." Er widme sich seiner Arbeit mit Pragmatismus. Das sei im Sinne der Bürger; Parteipolitik spiele für ihn auch im Stadtparlament keine größere Rolle.

Von einem "Sieg für die Demokratie" sprach Falk Noack (AfD). Mit den erreichten 11,0 Prozent sei er zufrieden. "Die Verwaltung umzuorganisieren, ist sicher ein schwerer Akt", sagte er mit Verweis auf die Herausforderungen, vor denen er Hultsch sieht.

Wurzen. Nach der Wahl erfolgt die Analyse. So auch in Wurzen, wo gestern der Gemeindewahlausschuss über das vorläufige Endergebnis beriet. Demnach fuhr Amtsinhaber Jörg Röglin (parteilos)in nahezu allen 15 Wahlbezirken (mit Briefwahl), den Sieg ein. Lediglich im Wahlbezirk eins (Berufliches Schulzentrum, Domplatz) sowie in Nitzschka hatte Herausforderer Matthias Rieder (CDU) knapp die Nase vorn. Im Ortsteil Sachsendorf gewann Röglin haushoch mit 127 Stimmen zu 16 für Rieder. Enttäuscht zeigten sich allerdings beide Bewerber über die Wahlbeteiligung von 42,9 Prozent bei 13 963 Wahlberechtigten. 46,9 Prozent waren es noch 2008 bei 14 986 Wahlberechtigten, also über 1000 mehr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.06.2015
Frank Schmidt, Frank Pfeifer, E

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