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Grimma Team Scheunpflug schaltet einen Gang runter
Region Grimma Team Scheunpflug schaltet einen Gang runter
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11:01 06.06.2018
Andreas (li.) und Klaus Scheunpflug bei der Wartung der MV Agusta F 3, mit der der Junior an den Start gehen will. Auf dem Motorrad hatte Rees Evans den Meistertitel geholt. Quelle: Thomas Kube
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Naunhof

Der Weggang ihres Zugpferds hat ein beachtliches Loch in den Motorrad-Rennstall von Andreas und Klaus Scheunpflug gerissen. Zum ersten Mal seit zehn Jahren kann ihr Team keine komplette Saison durchfahren. Die Beiden begreifen das aber nicht als Missgeschick, sondern als Chance. Sie wollen wieder selber auf die Piste.

Dazu waren sie schon lange kaum noch gekommen, denn die Rennvor- und -nachbereitungen hatten alle Freizeit beansprucht. Diesen Verzicht war der Amerikaner Reese Evans wert, der ihnen 2016 den Meistertitel „Supersport 600“ des Veranstalters Art Motor auf einer MV Agusta F3 einbrachte. Vergangenes Jahr allerdings stürzte er beim Training und musste die Saison abbrechen. „Als Semiprofi kann er nicht von Rennen leben und entschied sich fürs Arbeiten“, rekapituliert Klaus Scheunpflug (34). Und nun versetzte ihn obendrein sein Chef von Wiesbaden nach Hawaii.

Antweiler füllt Lücke

Die Lücke füllte und füllt zumindest zum Teil ein alter Bekannter: Manou Antweiler aus dem niedersächsischen Bienenbüttel. Er hatte fürs Team Scheunpflug 2015 die Meisterschaft gewonnen und sprang beim letzten Rennen des vergangenen Jahres ein. In vier Durchgängen auf dem Frohburger Dreieck holte er einen ersten, einen zweiten und einen dritten Platz. „Mit ihm werden wir auch dieses Jahr wichtige Rennen fahren, zum Beispiel beim Festival Italia in Oschersleben vom 28. Juni bis 1. Juli und in Frohburg am 22. und 23. September“, kündigt Andreas Scheunpflug (58) an. Für sein Motorrad-Geschäft sind das wichtige Termine in der Nähe. „Dort wird potenzielle Kundschaft auf uns aufmerksam“, erklärt er.

Beobachten will er, wie die Saison verläuft. Vielleicht kann er nächstes Jahr Antweiler wieder komplett fürs Team einsetzen. „Oder es stößt ein anderer schneller Nachwuchsfahrer zu uns“, hält er alles offen. Bis dahin machen er und sein Sohn aus der Not eine Tugend. „Wir haben nun die Gelegenheit, selber mehr fahren zu können“, sagt Klaus Scheunpflug. „Wenn man jedes Wochenende an einer Rennstrecke steht und zusieht, selber aber nicht aufsteigen kann, wächst die Sehnsucht, wieder mitzumachen.“

Vom Vater angesteckt

Angesteckt hat ihn sein Vater, den von Kind an der Motorsport begeistert hat. Schon 1976 fuhr er mit Sibylle, seiner späteren Frau, nach Frohburg – auf der Schwalbe. Sein erstes Motorrad baute er mit 18 auf: eine 350er Java. „Die kaputte Maschine hatte ich von einem Nachbarn als Gegenleistung dafür erhalten, dass ich ihm half, einen Bungalow zu errichten“, blickt er schmunzelnd zurück. Einfach ein neues Bike kaufen, wie es jetzt in seinem Laden möglich ist, war damals undenkbar.

Vertragshändler und Werkstattservice

1993 machte sich der gelernte Kraftfahrzeug-Schlosser selbstständig, eröffnete das Geschäft dort, wo sich jetzt der Parkplatz des Naunhofer Stadtguts befindet. 1995 zog er mit ihm in die Bahnhofsstraße um. Er ist Vertragshändler für MV Augusta und bietet mit seiner Familie einen Werkstattservice für alle anderen Marken an. Drittes Standbein ist die Restauration und der Verkauf von Oldtimern – sie haben es ihm angetan, weshalb er auf ihnen seine Rennen fahren wird. Nächstes Wochenende (9./10.Juni) geht’s an den Start in Oschersleben.

Sohn trainiert

Zwei Trainings hat sein Sohn schon hinter sich, der sich modernen Straßenmaschinen verschrieben hat. Sein größter Erfolg, ein dritter Platz in einem Langstreckenrennen auf dem Sachsenring, liegt schon etwas zurück. „Wir suchen uns freilich die Veranstaltungen aus, bei denen wir nicht gegen Vollprofis antreten müssen“, gesteht er. „Aber dann haben wir durchaus den Anspruch, aufs Podium zu gelangen.“

Von Frank Pfeifer

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