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Grimma Technik aus Brandis für die Wüste
Region Grimma Technik aus Brandis für die Wüste
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05:00 09.02.2010
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Gerade legen die Arbeiter letzte Hand an eine Anlage, die für Saudi-Arabien konstruiert wurde. In der Nähe der Hauptstadt Riad befindet sich gerade ein neues Werk im Bau. „Mitten in der Wüste“, wie der Brandiser Firmenchef erzählt. Errichtet wird es von einem Lebensmittelkonzern, der Backwaren produziert und seinen Sitz in Jeddah am Roten Meer hat. „Anlagen für 3,5 Millionen Euro haben wir bereits an die Unternehmensgruppe geliefert“, berichtet der 44-Jährige. Um den größten Auftrag in der Firmengeschichte abzuwickeln, mietete Hahn eine zusätzliche Halle im Brandiser Gewerbegebiet an. Drei fünf Meter hohe Spiralförderer warten hier darauf, in den nächsten Tagen für den Seeweg in sechs gigantische Container verpackt zu werden. „Nicht nur vom Volumen her, auch technologisch war der Auftrag eine besondere Herausforderung“, erzählt Hahn, der in St. Petersburg und Dresden Fördertechnik studierte. In einem der Türme schlängeln sich Toastbrote mit fünf Metern pro Minute an Leichtblechen vorbei. „Die Brote kommen mit etwa 96 Grad aus dem Ofen. Auf unserer Spirale werden sie auf etwa 30 Grad herunter gekühlt.“ Die Mengen sind gigantisch: Binnen einer Stunde durchlaufen die Anlage etwa 55 000 Brote, die später als Toastscheiben auf saudischen Tellern landen. Eine zweite Konstruktion befördert gefülltes Gebäck. „Auch eine Anlage für Muffins haben wir schon geliefert.“ Erste Kontakte in das Königreich am Persischen Golf knüpfte Steffen Hahn bereits 2001. Damals konnten die Brandiser auf der internationalen Backwarenmesse IBA in München eine Geschäftsbeziehung in den Golfstaat anbahnen. Wenn Schokoriegel, Saft und Falaffel an allen saudischen Schulen und Universitäten ordentlich verpackt ankommen, ist das seit einigen Jahren auch Transportbändern aus Brandis zu verdanken. Dass man den deutschen Spezialisten etwas zutrauen kann, davon haben sich die Scheichs bei einem der wichtigsten Referenzobjekte von Lipsia – dem Zwiebackhersteller Brandt – überzeugt. „Für das neue Werk der Gruppe im thüringischen Ohrdruf konnten wir 2008 ebenfalls einen Millionenauftrag realisieren. Die Scheichs wollten sehen, dass wir auch in der Lage sind, große Produktionsmengen zu bewältigen.“ Bei Brandt ist das zweifellos der Fall: 13 Tonnen Einback werden hier auf einmal klimatisiert - dank Lösungen aus Brandis. Als knuspriger Zwieback findet das Produkt schließlich seinen Weg in die Verpackung mit dem bekannten Kinderkopf. Zu den zufriedenen Kunden zählt auch Knäckebrotmulti Wasa, der zuerst seine Produktion in Deutschland und später die in Schweden mit Lipsia-Lösungen automatisierte. Was erst ganz bescheiden auf einem Leipziger Hinterhof begann, hat sich inzwischen zu einem florierenden Unternehmen entwickelt. Für dieses Jahr peilt der Chef wieder einen Umsatz von mehreren Millionen Euro an. „Ziel ist, das Vorjahresniveau zu halten.“ Zwar sei es schwieriger geworden, sich am Markt zu behaupten, „aber wir sind relativ gut aufgestellt und haben unser Risiko durch Aktivitäten in vielen Ländern breit gestreut.“ So werden auch Anlagen nach Belgien, Holland, Russland, Österreich und Kasachstan geliefert. Im Norden von Madrid unterhält Lipsia zudem eine Niederlassung für Spanien. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich in den vergangenen fünf Jahren von 12 auf 30 erhöht. Seit 2007 werden auch Lehrlinge ausgebildet. „Für dieses Jahr planen wir außerdem die dritte Erweiterung unserer Fertigungshalle.“

Simone Prenzel

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