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Teiche in Ammelshain und Fuchshain werden saniert

Umweltfreundlich und sparsam Teiche in Ammelshain und Fuchshain werden saniert

„Wir freuen uns, dass endlich etwas geschieht“, sagt der Ammelshainer Ortsvorsteher Lutz Kadyk. Begonnen wurde, den Brauteich zu sanieren. Die Naunhofer Firma Tara Teich & Garten verwendet dabei Technik, die sie bisher noch nie im Muldental eingesetzt hat. Im neuen Jahr soll mit ihr auch ein Fuchshainer Teich in Schuss gebracht werden.

Volle Ladung: Sebastian Schöll von Tara Teich & Garten bringt weitere Rhizome zum riesigen Schilfhaufen am Brauteich.

Quelle: Andreas Döring

Naunhof/Ammelshain/Fuchshain. „Wir freuen uns, dass endlich etwas geschieht“, sagt der Ammelshainer Ortsvorsteher Lutz Kadyk. In den Tagen vor Weihnachten wurde begonnen, den Brauteich am Schloss zu sanieren. Die Naunhofer Firma Tara Teich & Garten verwendet dabei Technik, die sie bisher noch nie im Muldental eingesetzt hat. Im neuen Jahr soll mit ihr auch ein Fuchshainer Teich in Schuss gebracht werden.

Fast komplett zugewachsen war das Ammelshainer Gewässer. „Wegen der vielen Pflanzen befand sich weniger Wasser drin, so sind schon die ersten Fische gestorben“, erklärt Kadyk. „Da es sich um einen Feuerlöschteich handelt, ist es wichtig, dass wir dort genügend Wasser herausziehen können. Deshalb haben wir schon lange im Ortschaftsrat über das Thema gesprochen.“

Bürgermeister Volker Zocher und das Bauamt lösten nun den Auftrag aus. Sie wählten ein weitgehend unbekanntes Verfahren, das mehrere Vorteile bietet. Es fällt weniger Schlamm zum Abtransport an, und die Biologie des Teiches wird nicht komplett zerstört.

„Unser Unternehmen hat ein Amphibienfahrzeug, einen sogenannter Truxor, der in Schweden hergestellt ist und von dem es maximal 100 Stück in ganz Deutschland gibt“, erläutert Firmenchef Volker Tara (55). Auf seinen Ketten mit Kunststoffpaddeln fährt das Multifunktionsgerät aufs Wasser, die momentane Eisschicht macht ihm nichts aus. Mit einem der Vorsätze, die sich montieren lassen und damit 30 verschiedene Arbeiten erlauben, wird das Schilf über dem Boden abgeschnitten.

Von einem Kollegen aus Dahlen hat sich Tara einen zweiten Truxor kommen lassen. Mit ihm wird der Boden des Teiches gefräst. Eine Schnecke befördert die Sedimente zur Mitte des Gerätes, wo sie abgesaugt werden. Durch ein Schlauchsystem gelangen sie zu einer Mischungsstation, in der ihnen ein Flockungsmittel zugegeben wird, um die feinen Schlammbestandteile zu binden, und weiter in sogenannte Geotubes, riesige Textilsäcke, die bis zu 80 Kubikmeter Schlamm fassen.

Während das geschieht, können mit dem ersten Amphibienfahrzeug schon die Schilfrhizome, die durchs Fräsen gelöst wurden und an der Oberfläche schwimmen, per Krautrechen eingesammelt werden. Sie bilden inzwischen einen Haufen von knapp 70 Kubikmetern.

Mit Lastwagen wird das Schilf zum Brandiser Erdenwerk LAV transportiert, das es als Biokompost entgegennimmt. Die Geotubes hingegen bleiben noch drei Monate liegen. Das Wasser, das durch sie nach außen sickert, gelangt über ein Grabensystem zurück in den Teich. So reduziert sich die Schlammmasse um die Hälfte. Wenn die Säcke aufgeschnitten werden, lässt sie sich entsorgen.

„Die Alternative wäre gewesen, den Teich vollständig abzulassen“, erläutert Tara. „Im Idealfall friert er dann ein, und der Schlamm lässt sich mit Baggern herausholen. Dann kommen aber viel mehr Sedimente zusammen. Und sämtliche Biologie im Teich wird abgetötet.“

Im Delitzscher Raum wurde das längst erkannt, dort war Taras Technik schon häufiger im Einsatz. Auch die Landestalsperrenmeisterei Rötha greift auf sie zurück. Nun also die Premiere im Muldental. Zwar machen momentan die kalten Temperaturen in den Nächten zu schaffen, so dass mitunter die Schläuche einfrieren. „Das ist aber nun mal die beste Jahreszeit für solche Arbeiten, weil die Pflanzen nicht austreiben und die Fische sich in der Winterruhe befinden“, so Tara.

Ist er in Ammelshain fertig, setzt er die Technik nach Fuchshain um. „Seit zwei Jahren warten wir auf die Sanierung des Krippenteiches. Er ist komplett zugewachsen und verschlammt“, sagt Ortsvorsteher Michael Pöhland. „Weil im November der diesjährige städtische Haushalt beschlossen wurde, kann hier losgelegt werden, was mich freut.“ Am Herzen liege ihm aber auch der Konsumteich. „Dort ist ein Teil der Begrenzungsmauer eingefallen, und es besteht Unfallgefahr. 2017 muss gehandelt werden“, so Pöhland.

Gefahren bergen alle Teiche, wenn sie zugefroren sind. Ist die Eisfläche dünner als gedacht, brechen Schlittschuhläufer manchmal ein. „Mit unserem Amphibienfahrzeug können wir sie bergen und damit Leben retten“, versichert Tara. Über dieses Thema will er mit den Naunhofer Feuerwehren ins Gespräch kommen.

Von Frank Pfeifer

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