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Threnaer Feuerwehr muss dringend umziehen

Threnaer Feuerwehr muss dringend umziehen

Belgershain/Threna. Alles schien geregelt zu sein, dann geriet das Vorhaben ins Stocken, für die Threnaer Feuerwehr ein neues Gerätehaus zu schaffen.

Deren Leiter, Helmut Kupke, führte gestern die LVZ durch das bisherige Depot, um zu zeigen, wie dringlich ein Umzug ist. Wann er erfolgt, lässt sich noch nicht absehen.

Wer das kleine Häuschen an der Grimmaer Straße sieht, kann kaum glauben, dass dort eine Feuerwehr mit Sack und Pack unterkommt. Und tatsächlich geht es drinnen mehr als eng zu. Das Tragkraftspritzenfahrzeug mit seinem 750-Liter-Wassertank, der einen Erstangriff ermöglicht, passt geradeso auf die Stellfläche. Laut Norm soll es bei geöffneter Rückklappe und offenen Seitentüren noch jeweils einen halben Meter Abstand zu den Wänden geben. Doch hinten passt geradeso eine Hand zwischen Fahrzeug und Mauerwerk, und die Türen lassen sich nicht gänzlich öffnen. Aufsitzen können die 14 aktiven Männer und Frauen erst, wenn der Wagen rausgefahren ist. Dann steht er aber schon mit der Schnauze auf der Staatsstraße, also im Verkehrsraum.

Die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute hängt in einer Nische der Fahrzeughalle. Vor dem Ausrücken müssen sie sich umziehen. Weil jede Minute im Ernstfall zählt und deshalb zeitgleich der Motor des Wagens angelassen wird, atmen sie Dieselabgase ein. "Das ist gesundheitsschädlich und deshalb nicht zugelassen", erklärt Kupke.

1993 bis 2005 wurde das Depot um- und ausgebaut. Seitdem gibt es im ersten Stock eine Mini-Küche und eine Toilette. Dusche Fehlanzeige. Der Schulungsraum ist viel zu klein, wenn alle Kameraden zusammenkommen. Ganz zu schweigen davon, dass dort zusätzlich die jeweils vier Mitglieder der Jugendwehr sowie der Alters- und Ehrenabteilung Platz finden würden.

"2012 schauten sich Vertreter des Landkreises die Gerätehäuser an, also auch unseres", blickt Kupke zurück. "Sie kritisierten nicht nur die Mängel in der Fahrzeughalle, sondern verwiesen auch darauf, dass das Einfahrtstor zu klein ist und nicht genügend Parkplätze für unsere Kameraden zur Verfügung stehen. In der Folge erhielten wir die Auflage, ein neues Gerätehaus zu schaffen."

Wehr und Gemeinde suchten nach Möglichkeiten. Am angestammten Platz ist das kommunale Grundstück zu klein, um anzubauen. Andere Flächen hätte das Dorf erst kaufen müssen. Doch die ehemalige Schule gehört ihr und ist groß genug. Dort ließe sich alles einrichten von einer großen Fahrzeughalle über getrennte Umkleide- und Sanitärbereiche mit Duschen für Männer und Frauen bis hin zu einem großen Schulungsraum.

Doch ein Nachbar stimmt dem Vorhaben, wie berichtet, nicht zu. Die Abstandsfläche zwischen seinem Haus und der ehemaligen Schule - beide Häuser stehen laut Kupke seit rund 150 Jahren - entsprechen nicht den heutigen Forderungen. Zwar wird an der Gebäudehülle der Schule nichts verändert, doch weil es um einen Umbau geht, muss der Anlieger trotzdem sein Einverständnis erteilen, was er bisher verweigerte. Über seine Beweggründe wird gerätselt. Auch eine Anfrage der LVZ, schon im Dezember gestellt, ließ er bisher unbeantwortet.

Für Kupke ist das unverständlich. "Hier sind Neu-Threnaer der Meinung, man sollte sich über bestehende Probleme in der Nachbarschaft nicht, wie das früher üblich war, über den Gartenzaun unterhalten, sondern eher ein Anwaltsbüro einschalten", kritisiert er. Der Rechtsbeistand des Nachbarn habe Akteneinsicht gefordert, was das Prozedere weiter in die Länge ziehe. "Auch er kann einmal auf unsere Hilfe angewiesen sein, die wir jedermann ohne Ansehen der Person gewähren, egal ob bei Bränden, Verkehrsunfällen, Sturmschäden oder Hochwasser", mahnt Kupke. Die anderen Anrainer der Alten Schule, die Kirchgemeinde und Bürgermeister Thomas Hagenow, hätten nichts dagegen, wenn sich die Feuerwehr dort niederlässt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.01.2014
Pfeifer, Frank

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