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Grimma Thümmlitzwalder beobachtet heimische Vogelwelt
Region Grimma Thümmlitzwalder beobachtet heimische Vogelwelt
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05:00 14.01.2010
Thümmlitzwalde/Böhlen

Vor allem die Vogelwelt hat es ihm angetan, die er insbesondere in Thümmlitzwalde bis heute stetig beobachtet.   Der diesjährige Winter mit seinen teils arktischen Temperaturen, meint Joachim Machoy, schade den hier beheimateten Vögeln nicht. „Futter finden sie weiterhin in der Natur, auch wenn der Tisch nicht mehr so reichlich gedeckt ist.“ Manche würden auch die Rinde von den Bäumen picken, um an Futter zu kommen, sagt er. Trotzdem rät er bei diesen Temperaturen und der geschlossenen Schneedecke zur Fütterung. Einmal biete diese hauptsächlich den Kindern die Möglichkeit, die unterschiedlichen Vogelarten einmal aus der Nähe zu beobachten. Andererseits verhelfe es den Tieren zur stressfreien Überwinterung. „Doch sollte die Fütterung im Frühjahr eingestellt werden, damit die Vögel sich ihre Nahrung wieder selber in der Natur holen“, mahnt er.

Machoys Aufzeichnungen nach hat sich das Bild der Vogelwelt in der Region mit ihren vielen heimischen Arten wie Meise oder Grünfink etwas geändert. Beobachtet hat er zum Beispiel seit einigen Jahren, dass der Milan, den es ansonsten während der Winterzeit in wärmere Gefilde, nach Südfrankreich oder Spanien zieht, sich den hiesigen Witterungsbedingungen anzupassen versuche. Auch einige eher in nördlichen Regionen beheimatete Vögel, zu denen vor allem Bergfinken und Seidenschwänze zählen, treffe man hier vermehrt an, „was bestimmt an dem besseren Futterangebot in unseren Breiten liegt“, vermutet der Vogelfreund. Genauso aber zögen auch Vögel von hier weg. Dass zum Beispiel der Sperling, besonders der Haussperling, seltener geworden ist, liege in der Veränderung seiner Umgebung. „Viele Häuser sind bis unters Dach isoliert“, nennt Machoy als Ursache. „Da, wo früher der Sperling sein Nest hatte, nämlich unterhalb des Dachbereichs und in Hausspalten, sind die Häuser abgedichtet.“

Durch jahrelange Beobachtungen und Literaturstudien hat sich Joachim Machoy einen beachtlichen Wissensstand erworben. Auch den monatlichen Erfahrungsaustausch mit anderen Naturfreunden in Bahren möchte er nicht missen, erfährt er doch dort Neues und kann seinerseits seine Beobachtungen mit einfließen lassen. Außerdem gibt er dem sächsischen Verband für Ornithologie seine Beobachtungen weiter. Er hält diesen Wissensaustausch für wichtig, denn schließlich stehen 50 Prozent der in Deutschland beheimateten Vögel auf der roten Liste.

René Beuckert

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