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Tierheim Schkortitz kämpft ums Überleben

Tierheim Schkortitz kämpft ums Überleben

Mit den Auswirkungen des Mindestlohns hat derzeit das Tierheim Schkortitz zu kämpfen. Die bisherigen Zuschüsse der Kommunen reichen nicht mehr aus. Gegenwärtig ist das Tierheim deshalb dabei, die bestehenden Verträge mit den Betreuungsgemeinden, unter anderem Grimma, zu überarbeiten.

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Tierheimchefin Ricarda Keller sucht für Molli (8 Jahre) und Mariosh (6) ein neues Zuhause.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Schkortitz. Pro Tag würden durch Arzt-, Futter- und Betreuungskosten zehn bis 15 Euro pro Hund und fünf bis zehn Euro pro Katze benötigt.

"Wir können uns derzeit nur zwei geringfügig Beschäftigte und zwei Ein-Euro-Jobber leisten. Das ist viel zu wenig, um den Betrieb im Tierheim aufrecht zu erhalten", klagt die Tierheimchefin Ricarda Keller. Eigentlich hätten drei Vollbeschäftigte gut zu tun. "Wir sind dabei, neue Förderprogramme zu erschließen. Denn auf Dauer stehen wir die Unterbesetzung der Einrichtung nicht durch", sagt die Tierfreundin.

 

 

40 Katzen und 20 Hunde leben derzeit im Tierheim. "In den nächsten Wochen rechnen wir wieder mit einem Anstieg. Im Durchschnitt betreuen wir 60 Katzen und 30 Hunde", weiß sie. "Wenn wir unsere Vereinsmitglieder nicht hätten, wüssten wir gar nicht, wie wir die Arbeit bewältigen könnten", so Ricarda Keller. "Wir mussten einen Aufruf unter unseren Mitgliedern und Neubesitzern von Tieren starten, um Helfer zu gewinnen", erzählt sie.

 

 

Aber auch viele Sponsoren werden benötigt. "Allein die Tierarztkosten bellaufen sich auf 2000 bis 3000 Euro im Monat", weiß die Vereinsvorsitzende des Tierschutzverbandes Muldental. Aus diesem Grund ist sie auch derzeit dabei, einen Sponsorentag vorzubereiten. "Wir wollen zeigen, wohin das Geld der Sponsoren fließt. So konnte zum Beispiel die Krankenstation für Katzen saniert werden. Die Wände und der Boden wurden gefliest. "Am nächsten Tag der offenen Tür am Sonntag, 19. April, von 14 bis 18 Uhr, können sich die Besucher die Krankenstation für Katzen ansehen. "Wir wollen an diesem Tag auch für einen Entlüfter werben, damit die Feuchtigkeit im Raum automatisch reguliert werden kann", erklärte sie. Notwendig sei in diesem Zusammenhang auch, dass das Dach gedämmt wird.

"Am 19. April findet auch ein Hundefotoshooting statt", kündigt Keller an. Dieses wird von Duisburger Fotografen durchgeführt. Der Erlös wird laut der Vorsitzenden dem Verein TSV Muldental zu Gute kommen. "Wenn es genug Anmeldungen (www.charity-hundefotoshooting.de) gibt, dann wollen die Duisburger auch noch den 18. April nutzen, um die Hunde und ihre Halter ins rechte Licht zu setzen.

 

 

Pro Jahr vermittelt das Tierheim nach eigenen Aussagen 150 bis 200 Katzen und 100 Hunde. "Jedes Tier, das unsere Einrichtung verlässt, hat die notwendigen Impfungen und wurde vom Tierarzt untersucht", betont die Tierschützerin. Die Einrichtung arbeitet auch mit befreundeten Tierheimen zusammen. Enge Partner sind unter anderem die Tierhilfe Leipziger Land und die Private Tierhilfe Sachsen. "Wir helfen uns gegenseitig, wenn zum Beispiel wegen fehlender Platzkapazität Tiere untergebracht werden können", erklärt sie.

 

 

Dennoch komme es vor, dass nicht alle Fundtiere sofort aufgenommen werden könnten. Zum Beispiel Katzen. "Im vergangenen Jahr hatten wir einen Fund von sieben Katzen, den eine ältere Frau in Zschoppach entdeckte. Wir stellten ihr eine Falle zur Verfügung, und sie brachte uns die Katzen immer dann, wenn ein Platz frei wurde", erzählt die Tierheimchefin. Sie appelliert an die Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren zu lassen. "Unserer Einrichtung verlassen nur Katzen, die kastriert sind. Doch das kostet uns viel Geld", sagt sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.03.2015
Cornelia Braun

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