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Grimma Till Brandt befindet Bowlingbahn für Colditzer Stadtarchiv als zu groß und nennt Alternative
Region Grimma Till Brandt befindet Bowlingbahn für Colditzer Stadtarchiv als zu groß und nennt Alternative
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14:53 06.04.2017
Die Bowlingbahn von Hausdorf. Die Stadt will sie anmieten, um das Stadtarchiv dort unterzubringen. Doch der Widerstand von Till Brandt hält an. Quelle: Thomas Kube
Colditz

Mit einer Alternative für den Umbau der Hausdorfer Bowlingbahn zum Stadtarchiv wartet Till Brandt von der Bürgerinitiative Colditz auf. Seiner Meinung nach könnte die Verwaltung der Colditzer Wohnungsbaugesellschaft in die Räume der Volksbank umziehen, die ihre Filiale am Markt zum 29. September schließen will. Sollte überhaupt Bedarf für andere Archivräume bestehen, ließen sich diese dann in der freiwerdenden CWG-Verwaltung an der Dresdner Straße einrichten.

Den Bedarf zweifelt Brandt jedoch grundsätzlich an und beruft sich dabei auf den Landesarchivar. In der Diskussion im Stadtrat (LVZ berichtete) sei er allerdings etwas falsch verstanden worden, weil er davon ausging, dass allen Abgeordneten ausführliche Unterlagen vorlagen, so dass er nicht ins Detail gehen musste. Die Aussage, laut Landesarchivar könnten bis zu 95 Prozent der Akten vernichtet werden, sei zu kurz gefasst. Diese Zahl treffe nur für nicht archivwürdige Akten aus der Verwaltung zu. Ausgenommen seien Personenstands-, Melde- und Bauunterlagen nicht mehr existierender Gebäude, die genauso komplett aufgehoben werden müssten wie alle schriftlichen Überlieferungen bis 1945.

Das heißt dennoch, so Brandt, Colditz könne sich massenweise von Material trennen, das von den Anfängen der DDR bis vor zehn Jahren anfiel. Aber es müsste vorher gesichtet und bewertet werden, wozu möglicherweise eine weitere Arbeitskraft nötig wäre. Nebenher könnte das digitale Archiv aufgebaut werden, das weniger Platz in Anspruch nimmt.

„Der richtige Weg muss lauten: Erst Akten bewerten. Dann vernichten. Dann entscheiden, ob ein neues Gebäude gebraucht wird. Wenn ja, nach dem geeigneten Gebäude suchen“, fordert Brandt. Die Bowlingbahn in Hausdorf sei ihm auf alle Fälle viel zu groß. Deshalb plädiert er eher für die jetzige CWG-Verwaltung.

Zurzeit befindet sich das Stadtarchiv in der Bildungs- und Begegnungsstätte BBS; die Räume hält Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) für nicht geeignet. Auch im Rathaus und Hausdorfer Bauamt türmen sich Akten. Um alles zusammenzuführen, beschloss der Stadtrat mehrheitlich, die Hausdorfer Bowlingbahn anzumieten. Nächstes Jahr will sie die Stadt kaufen.

Von Frank Pfeifer

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