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Tilo Lauchstädt : Havarie am Hengstberg war vermeidbar

Nach Unfall in Grimma-Hohnstädt Tilo Lauchstädt : Havarie am Hengstberg war vermeidbar

Tilo Lauchstädt aus Altenhain ist sich sicher: Die Havarie am Hengstberg war vermeidbar. Denn das Problem der Bäume in den engen Parkbuchten – ein Laster kam dort zu Schaden – ist bekannt. Schon im vorigen Jahr hatte er bei der Stadt Veränderungen gefordert. Schutzbügel oder Warnbaken könnten helfen.

Dieser Baumstumpf ist dem Brummifahrer zum Verhängnis geworden. Allerdings hätte er die Bauminsel nicht überfahren dürfen.

Quelle: Frank Schmidt

Grimma. War die Havarie am Hengstberg in Grimma-Hohnstädt vermeidbar? Dort hatte sich wie berichtet in der vergangenen Woche ein Lkw-Fahrer den Tank seiner Zugmaschine aufgerissen. Ein in der Dunkeheit übersehener Baumstumpf war ihm zum Verhängnis geworden.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Hohnstädt und Grimma mussten nachts bei eisigen Temperaturen eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. Etwa 400 Liter Dieselkraftstoff wurden abgepumpt, eine nicht genau bezifferte Menge lief aus, wurde aber mit Spezialmitteln unschädlich gemacht und aufgenommen.

Ja, sagt Tilo Lauchstädt: „Eine Havarie dieses Ausmaßes hätte kurzfristig verhindert werden können.“ Der in Altenhain bei Trebsen wohnende Mann – Polizeibeamter – beobachtet die Parksituation der Brummis in der Hengstbergstraße, insbesondere am dortigen Havarieort schon lange mit Argwohn. „Ich befahre täglich die Straße am Hengstberg und kann immer in der zweiten Wochenhälfte eine Vielzahl wild parkender Lastwagen im Bereich der Havariestelle feststellen“, schreibt Lauchstädt in einem Leserbrief an die LVZ und bezieht sich auf den in der Zeitung veröffentlichten Bericht über die Havarie. Wild parkend deshalb, da es dort zwar Parkbuchten gibt, die jedoch nur Pkws vorbehalten sind und in ihrer baulichen Beschaffenheit zu klein sind für Brummis.

In der Tat befinden sich in diesem Bereich auf einer Länge von etwa 260 Metern zahlreiche Pkw-Stellplätze, die von gut einem Dutzend Bauminseln unterbrochen werden. Jede einzelne der Bauminseln ist mit Bordsteinkanten eingefasst und freilich nicht zum Überfahren gedacht. Wohl nicht zuletzt auch deshalb hat man dort junge Bäume angepflanzt. Doch die meisten der Gewächse stehen nicht mehr. „Die fehlenden Bäume wurden nicht gefällt, sondern beim Einparken der Sattelzüge an- und umgefahren“, stellt Lauchstädt klar. Und aktuell seien nur noch wenige Bäume vorhanden, von denen einige durchs Anfahren stark beschädigt sind beziehungsweise sich in bedrohlicher Schieflage befinden. „Auch werden der Fußweg und die eingebauten Bordsteine durch das ständige Überfahren stark belastet“, konstatiert Lauchstädt weiter.

Er beließ es nicht bei Beobachtungen und wandte sich bereits im vergangenen Jahr an das Ordnungsamt der Stadt Grimma und hoffte auf ein Eingreifen der Verwaltung. Denn: „Zum Schutz der letzten Bäume und Bauminseln hätten das Aufstellen von Metallbügeln oder auch Warnbaken ausgereicht“, ist Lauchstädt überzeugt.

Im Grimmaer Rathaus kennt man die missliche Situation nicht erst seit der Havarie, bestätigt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). „Uns ärgert das auch, aber das Problem ist mit einer vertrakten Verkehrspolitik zu erklären. Statt mehr Güter per Bahn zu transportieren, wird immer mehr über Straßen und Autobahnen transportiert. Na klar müssen dann die vielen Brummifahrer irgendwo ihre Nachtpausen verbringen, da die Rasthöfe überfüllt sind“, weiß Berger. Noch dazu käme, dass beispielsweise Trebsen als ein Anlaufpunkt vieler Lkws das nächtliche Parken in der Industriegebietsstraße verboten hat, was möglicherweise zum Ausweichen der Brummis nach Hohnstädt geführt habe. „Wir werden jetzt zeitnah handeln und die Bauminseln mit Betonringen besetzen“, kündigt Berger nach einem Vororttermin an.

Von Frank Schmidt

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