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Grimma Tischlereimuseum in Colditz öffnet am Sonntag erstmals für Besucher seine Pforten
Region Grimma Tischlereimuseum in Colditz öffnet am Sonntag erstmals für Besucher seine Pforten
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10:10 19.07.2016
Wie vor mehr als 100 Jahren: Tischlermeister Christof Schneider hat aus der Tischlerei seiner Vorfahren ein Museum gemacht. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Colditz

Wenn der Laie staunt, freut es den Fachmann. Um genau zu sein, den Tischlermeister Christof Schneider. Er hat in der Colditzer Schlossgasse 2 die Tischlerwerkstatt seiner Vorfahren auf zwei Etagen (Erdgeschoss und Keller) zu einem einschlägigen Museum gemacht. Und am morgigen Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr öffnet er erstmals seine Werkstatt für die interessierte Öffentlichkeit und lädt sie für einen Obolus von drei Euro zu einer spannenden Zeitreise zurück in die Vergangenheit des Tischlerhandwerkes ein.

Die Geschichte der Familientischlerei beginnt im Jahr 1895. „Damals hatte mein Urgroßvater, Moritz Schneider, diesen Handwerksbetrieb als Stuhlbaumeister gegründet.“ Nach Moritz kamen Opa Alfred und Vater Helmut, so dass Christof den Betrieb in vierter Generation übernommen und zunächst auch fortgeführt hat – bis vor zwanzig Jahren. Der 52-Jährige ist Ausbilder im Bildungs- und Sozialwerk (BSW) Tanndorf, freilich auf der Holzstrecke. Aber die heimische Werkstatt wollte er nie aufgeben. „Auch früher gab es Neuerungen im Handwerk, die man sich zunutze machte. Und weil meine Vorfahren über 120 Jahre lang nichts weggeschmissen haben, ich bin da nicht anders, wurde das Alte alles in einem Lager aufbewahrt. Aus diesem Fundus heraus habe ich das Museum eingerichtet“, erklärt Schneider. Den nötigen Drive im wahrsten Sinn des Wortes bekommt die Exposition mit Maschinen wie zum Beispiel Kreissägen und Abrichten, die alle über eine Transmission angetrieben werden und noch immer voll funktionstüchtig sind.

Das Besondere daran sei, so berichtet Schneider voller Stolz, „dass alle Maschinen hier in Colditz von der Holzbearbeitungsmaschinenfabrik Paufler & Arnold gebaut wurden.“ Und weil Schneider dieses neue alte Tischlereimuseum sozusagen nebenbei im stillen Werkstattkeller eingerichtet hat, kann man auf alle Fälle schon von einem touristischen Geheimtipp sprechen.


Von Frank Schmidt

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