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Grimma Topfgucker in der Grimmaer Klosterkirche
Region Grimma Topfgucker in der Grimmaer Klosterkirche
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14:10 22.07.2018
Alles im Blick: Robby Höhme beim Zubereiten seiner Currywurst.  Quelle: Bert Endruszeit
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Grimma

Frische Produkte kaufen, Leute treffen und ein paar Anregungen für die heimische Küche mitnehmen – genau das mögen die Grimmaer am Frischemarkt in und an der Klosterkirche. Am Sonnabend war es wieder mal soweit – und der Dürrweitzschener Robby Höhme war schnell dicht umringt. Dabei ging es dem erfahrenen Koch gar nicht um exotische Gewürze und schwierige Rezepte. „Ich möchte zeigen, wie sich mit frischen Zutaten direkt vom Markt leckere Gerichte zubereiten lassen“, so der Inhaber von Home’s Kitchen. Als ersten Gang präsentierte er Gazpacho, eine kalte Tomatensuppe. „Der zweite Gang ist Currywurst auf meine Art. Nur Wurst, Ketchup und Currypulver ist nämlich nicht meine Philosophie, das geht auch viel leckerer.“

Frischemarkt: Die Neichenerin Karin Gärtner zeigte sich von der Currywurst sehr angetan. Quelle: Bert Endruszeit

Kunden nehmen Anregungen für den heimischen Speisezettel mit

Davon ließen sich auch viele Besucher überzeugen. „Das schmeckt sehr lecker“, fand die Bad Lausickerin Ingrid Pfeifer, die eigens für den Besuch des Frischemarktes nach Grimma gekommen war. Anregungen für die Bestückung des eigenen Kochtopfes nahm auch Petra König dankbar entgegen. „Ich koche gerne mal etwas Außergewöhnliches“, so die Bad Lausickerin. Gerade bei heißem Wetter sei ja leichte Kost angesagt.

Robby Höhme kochte in Grimma mit einem ganz bestimmten Ziel: „Ich möchte die Leute ermuntern, auch mal mutig zu sein und etwas auszuprobieren.“ Längst hat er viele Fans, die neugierig seinen Ausführungen lauschen. Einen kleinen Wermutstropfen gab es aber auch: Auf das Sammeln von E-Mail-Adressen zur Weitergabe der Rezepte an interessierte Besucher verzichtet er mittlerweile. „Da könnte ich Ärger bekommen, schließlich gibt es die neue Datenschutzverordnung.“ Aus diesem Grund verteilt er künftig bei jedem Marktauftritt Rezeptblätter.

Profikoch räumt Vorurteile zur Ernährung aus

Die Grimmaerin Rosmarie Krause ist längst ein regelmäßiger Gast in der Klosterkirche. „Von mir aus könnte es den Frischemarkt jedes Wochenende geben.“ Sie findet es gut, dass alle Zutaten in Robby Höhmes Töpfen vor Ort gekauft werden können. „Davon haben ja die Händler auch etwas.“ Wenn es ihre Zeit erlaubt, dann kocht sie die hier zubereiteten Gerichte auch nach. „Bei mir gibt es kein Dosenfutter“, betonte sie. „Leider höre ich immer mal, dass so manche Schwiegertochter gar nicht kochen kann. Das ist schade, doch man kann es ja ändern.“

„Currywurst auf meine Art“ kocht Robby Höhme in der Pfanne. Quelle: Bert Endruszeit

Gutes Essen werde hierzulande oft nicht sehr geschätzt, findet Höhme. „Die Leute schütten das teuerste Öl in ihr Auto, doch sie nutzen kein ordentliches und gesundes Olivenöl für ihre eigenen Speisen.“ Beim Thema Ernährung gibt es auch viele falsche Vorstellungen. „Weißbrot ist ungesund, sagt mancher. Doch die Franzosen und Spanier kennen gar kein Schwarzbrot und ernähren sich trotzdem viel gesünder. Ein gutes Weißbrot muss nur gut gebacken sein.“ Die Zutaten für ein schmackhaftes Gericht müssten nicht teuer sein. „Hummer, Steinbutt oder Rinderfilet kann jeder zubereiten, doch man kann auch viel aus einem Schulterstück oder einer Bratwurst herausholen.“

Gesundes Frühstück für Böhlener Schulkinder

Gelernt hat Höhme von 1998 bis 2001 in Tirol, später kamen Stationen in verschiedenen Restaurants dazu. „Doch dann entschied ich mich, mein Können nicht weiter an Chefs zu verschenken, sondern mein eigener Chef zu sein.“ Sein Können gibt er längst auch an ganz junge Menschen weiter. Seit drei Jahren zeigt er jeden Morgen in der Böhlener Oberschule, wie sich mit frischen regionalen Zutaten ein leckeres Frühstück zubereiten lässt. Mittlerweile greifen dort rund 70 Kinder begeistert zu.

Von Bert Endruszeit

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