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Totalschaden: Grimmaer Papierfabrik gibt auf

Totalschaden: Grimmaer Papierfabrik gibt auf

Bereits wenige Tage nach dem Hochwasser war für Schröter klar, dass der Standort direkt an der Mulde keine Zukunft hat. Nach der Flut 2002 hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge rund zwei Jahre gebraucht, um den damaligen Jahresumsatz - heute beträgt er rund 8,5 Millionen Euro - wieder zu erreichen.

"Jetzt haben wir erneut einen Totalschaden", sagte er. Die Zerstörung an den riesigen Quer- und Rollenschneider gehe in die Millionen. Die hochsensible Elektronik wird vermutlich ausgestiegen sein. Tausende Tonnen Papier sind unbrauchbar geworden. "Wir rechnen mit einem Verlust von zehn Millionen Euro", so Schröter weiter.

Da die Fabrik versichert ist und die Politik die große Leere nach der Katastrophe mit Vorschlägen zur Umsiedlung füllte, zog Schröter einen Neuanfang an einem anderen Standort in Betracht. Kommunal- und Landespolitiker glänzten mit Besuchen in der alten und Vorschlägen für eine neue Fabrik. "Ich bin hier, um zu sehen, wo die Probleme sind", hatte Roland Werner, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Freistaates, bei einer Stippvisite in den historischen Fabrikgebäuden versichert. Auch Fritz Jäckel, Chef des Wiederaufbaustabes im Sachsen, hat sich vor Ort umgeschaut. Aber die vom Freistaat in Aussicht gestellte unbürokratische Hilfe ist bis heute in Golzern nicht angekommen. Aufbaustab oder Wirtschaftsministerium - bei Nachfragen der Leipziger Volkszeitung wurden die Zuständigkeiten hin- und her geschoben. "Die Staatsregierung befindet sich in der Abstimmung", sagte gestern Bert Lampka, Sprecher des Aufbaustabes.

Die Sorge um den Verlust der Arbeitsplätze in der Region hat Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) umgetrieben. So bot er inzwischen alternative Flächen im Gewerbegebiet Mutzschen an. "Wir wollen die Fabrik mit ihren 65 Arbeitsplätzen halten", sagte Berger. Aber ohne Investitionszulagen durch das Land und den Bund ist Schröter zufolge die Verlagerung der Produktion nicht zu realisieren. "Ich hab keine Ahnung, wie es weitergeht", sagte er. Mit der Soforthilfe für Unternehmen, die maximal 200 000 Euro betragen kann, sei ein solches Vorhaben nicht zu stemmen. "Das ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein", so der Inhaber.

Seit Anfang Juni dreht sich in der Fabrik keine Papierrolle mehr. Schröter befürchtet, dass ein Neuanfang an einem anderen Standort durch die Bürokratie in den Amtsstuben des Landkreises und des Landes verzögert werden könnte. Schlechte Erfahrungen bremsen seine Euphorie für einen Neuanfang. Wie ein schlechter Scherz klingt aus seinem Mund, dass für einen im November beantragten Umbau der Büros in Golzern bis zur Flut keine Genehmigung ins Haus flatterte. "Wenn der Antrag auf einen Neubau genauso lange durch die Mühle der Behörden braucht, wird sich das Vorhaben vermutlich nicht umsetzen lassen", so Schröter. Nach der Flut 2002 sei innerhalb von zwei Wochen ein Fördermittelantrag für den Wiederaufbau bewilligt worden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.07.2013

Schöppenthau, Birgit

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