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Grimma Tradition beflügelt Naunhofer Imker
Region Grimma Tradition beflügelt Naunhofer Imker
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05:00 09.02.2010
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Naunhof

Schwärmen werden bald auch wieder ihre Lieblinge. Ausschwärmen. Die Naunhoferin ist Imkerin. Die Bienen sind für sie auch Boten der Tradition. In diesem Jahr feiert der Imkerverein Naunhof und Umgebung den 125. Jahrestag seiner Gründung.

Das Jubiläum, das im Juni mit einer Festsitzung gewürdigt werden soll, wollen die 14 Vereinsmitglieder aus Naunhof, Pomßen, Borsdorf, Machern, Seifertshain und Engelsdorf zum Anlass nehmen, um Vereinsgeschichte aufzuarbeiten und die Imkerei noch stärker in den Blickpunkt der öffentlichkeit zu rücken. „Viele Naunhofer wissen gar nicht, dass die Imkerei in unserer Stadt eine so lange Geschichte hat“, sagt Reinhild Melcher. Dabei war der Initiator und erster Vorsitzender des Vereins ein Mann, dessen Name über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt war. Apotheker Emil Lerscht, der am 1. April 1885 mit 14 weiteren Mitgliedern den Naunhofer Imkerverein aus der Taufe hob, galt seinerzeit als Experte, der der Imkerei wichtige Impulse gab. Lerscht war auch berühmt für seine Insektenpräparate, die er in buchförmigen Aufbewahrungskästen archivierte und die damals als Lehrmittel für Schulen weltweit gefragt waren. Bereits 1883 erhielt er auf der Bienenausstellung in Grimma eine Silbermedaille für seine zoologischen präparate.

Was Imker damals bewegte ist im Original auch im Protokollbuch nachzulesen, dessen erste Eintragung von der Gründungsversammlung stammt. Reinhild Melcher bewahrt das kostbare Stück gemeinsam mit vielen anderen Dokumenten und Zeugnissen zur Vereinsgeschichte auf. Eines ist ihr besonders ans Herz gewachsen. Es ist ein Holzrelief, das das ehemalige Vereinsmitglied Helmut Wähner 1985 dem Verein anlässlich des „100.“ geschenkt hatte. In das Holz ist der Satz geschnitzt: „Dem Ganzen dienen, das lehren uns die Bienen“.

„Dieser Gedanke beflügelt uns Imker auch heute noch“, sagt Reinhild Melcher, indem sie auf die Bedeutung der Biene für Obst- und anderen Pflanzenanbau, für den Erhalt und Erneuerung von Blütenpflanzen und damit für Ökologie und Nahrungskette verweist. Dazu gesellen sich natürlich auch Freizeitspaß, Honigerntevergnügen und gemeinsame Erlebnisse im verein. Leider aber sei es um den Nachwuchs im Verein nicht so gut bestellt wie bei den Bienen. Das Durchschnittsalter im Verein liegt bei 60 Jahren. Zwar sei auch rund um Naunhof zunehmendes Interesse an der Imkerei zu beobachten, aber jüngere Leute würde der Einstieg in die Imkerei immer noch schwer fallen. Das liege wohl auch daran, dass zunächst einiges zu investieren sei – für Beuten, Werkzeuge, Wände und Rähmchen und für Bienenvölker. Aber es muss ja nicht gleich eine „Villa Biene“ sein wie bei Reinhild und Horst Melcher, die ein kleines Gartenhäuschen umfunktioniert haben und in dem ihre Bienenvölker nun zu Hause sind. Und wer den Start als Imker wagen möchte, kann sich ja auch der Hilfe und der Ratschläge aus dem Verein sicher sein. Reinhild Melcher: „Wir treffen uns einmal monatlich im Gambrinus. Interessenten sind herzlich willkommen.“

Andreas Läbe

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