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Trägerwechsel: Weg für die Sozialstation in Grimma ist frei

Stadtrat Trägerwechsel: Weg für die Sozialstation in Grimma ist frei

Der Weg für den Trägerwechsel der Grimmaer Sozialstation ist frei. Die Stadt Grimma, die die einst kommunale Einrichtung 2009 in die Hände der gemeinnützigen Heim GbmH Chemnitz legte, schlägt das Rücknahmeangebot aus. Das beschloss der Stadtrat Donnerstagabend einstimmig. Zum 1. Oktober soll nun die Diakonie Leipziger Land die Sozialstation führen.

Grimma nimmt die Sozialstation nicht wieder in eigene Hände.

Quelle: Zweynert

Grimma. Der Weg für den Trägerwechsel der Grimmaer Sozialstation ist frei. Die Stadt Grimma, die die einst kommunale Einrichtung 2009 in die Hände der gemeinnützigen Heim GbmH Chemnitz legte, schlägt das Rücknahmeangebot aus. Das beschloss der Stadtrat Donnerstagabend einstimmig. Im seinerzeitigen Vertrag war eine Rückfallklausel verankert, wonach die Stadt bei einer Weiterveräußerung zuvorderst einzubeziehen ist. Dass jedoch der avisierte Wechsel zur Diakonie Leipziger Land bereits in die Öffentlichkeit getragen wurde, noch ehe die Chemnitzer bei der Stadt Grimma eine schriftliche Anfrage stellten, erwies sich im Vorfeld als pikant. Die CDU hatte daraufhin die Entscheidung im Stadtrat eingefordert. Zur Debatte am Donnerstag spielte dieser Fakt indes keine nennenswerte Rolle. Diakonie-Geschäftsführer Harald Bieling sprach aber davon, dass sein Haus von der „formalistischen Sache ein ganzes Stück auch überfahren“ worden sei. Und Heim-gGmbH-Geschäftsführer Karl Friedrich Schmerer sagte am Freitag auf LVZ-Anfrage, dass er schon vor geraume Zeit Gespräche mit der Stadt geführt habe.

Die Gründe zur Abgabe der Sozialstation vor neun Jahren würden jetzt erst recht gelten, sagte Grimmas Justiziarin Kerstin Ulbricht. Die Stadt sei fachlich nicht in der Lage, so eine Einrichtung zu führen, und es sei auch keine kommunale Aufgabe. Wichtig sei, dass ein gemeinnütziger Träger der Wohlfahrtspflege in den Startlöchern steht. Außerdem werden mit der Sozialstation trotz der 2012 neu etablierten Tagespflege rote Zahlen geschrieben. Innerhalb einer größeren unternehmerischen Struktur könne das ausgeglichen werden, im Stadthaushalt nicht, heißt es in der Beschlussvorlage.

Von Chemnitz aus könne die Sozialstation nicht wie nötig geführt werden, nannte Schmerer einen Grund für die Abgabe. Hinzu komme, dass die bisherige Pflegedienstleiterin altersbedingt ausgeschieden und die avisierte Nachfolgerin abgeworben worden sei. Deshalb steht eine wichtige Personalentscheidung ins Haus. Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger hatte eingangs erwähnt, dass es für die Chemnitzer eben auch nicht wirtschaftlich aufgegangen sei.

Die Diakonie soll Sozialstation und Tagespflege in Grimma nun zum 1. Oktober übernehmen. Nach den Absprachen und Zusagen sei jetzt unverzüglich mit dem Personal zu reden, um Sicherheit reinzubringen, so Diakonie-Chef Bieling. Die 20 Mitarbeiter betreuten derzeit etwa 200 Patienten. Laut Berger sind die Beschäftigten froh, in die Hände eines seriösen Partners zu kommen.

Allerdings hätte auch die Caritas die Einrichtung gern übernommen. Am Verfahren 2008 sei sie nicht beteiligt gewesen, bedauerte vor dem Stadtrat Caritas-Mann Manfred Müller. „Wir hätten im Sinne der Trägervielfalt auch jetzt gern den Hut in den Ring geworfen.“

Von Frank Prenzel

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